Bittere Niederlage: TVB muss Platz zwei räumen

Der TV Bittenfeld hat das Duell um Platz zwei in der 2. Handball-Bundesliga – vorerst – verloren. Vor 1200 Zuschauern in der ausverkauften Gemeindehalle unterlag er im so bedeutenden Spiel gegen den bis dahin punktgleichen TV Hüttenberg mit 26:27 (11:17).

m 13. Spiel war’s zugleich die erste Heimniederlage für den TVB, der nun in den verbleibenden acht Spielen zwei Punkte aufholen muss.

Die Fans applaudierten am Ende artig, wurden sie doch nach schwachen ersten 30 Minuten des TVB mit einem furiosen Schlussdrittel versöhnt. Doch die Enttäuschung über die verpasste Chance war auf dem Spielfeld wie auf den Rängen riesengroß. Bei einem Sieg hätten die Bittenfelder den TV Hüttenberg mit zwei Punkten und dem Vorteil des besseren Torverhältnisses auf Distanz gehalten. Nun müssen sie auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen.

Die Partie am Samstag war ein Spiegelbild des Spiels gegen den Bergischen HC vor zwei Wochen in der Porsche-Arena. Nach einem steten Rückstand von bis zu sieben Toren kämpfte sich der TVB zurück ins Spiel und schaffte sechs Minuten vor dem Ende den Ausgleich.

In der hektischen Schlussphase agierten die Bittenfelder aber etwas unglücklich und haderten mit etlichen Entscheidungen der unsicheren Schiedsrichter Harald Schembs und Peter Weyell. Hüttenberg blieb kühl und siegte nicht unverdient.

Für die Bittenfelder blieb die Erkenntnis, dass sie sich – zumindest gegen Spitzenteams – so lange Schwächephasen nicht leisten können.

Ein bekanntes Problem: Wieder mal ein schwacher Start

Der TVB kam wieder einmal äußerst schlecht in die Partie. Bis zum 3:4 durch Marcel Lenz (7.) war er bereits viermal am Hüttenberger Torhüter Matthias Ritschel gescheitert. Der Gast war in der Abwehr flink auf den Beinen, störte die Bittenfelder früh und provozierte damit viele Fehler des TVB, der unkonzentriert und nervös wirkte.

Das Problem war, dass auch die Defensive ungewohnt schläfrig agierte. Der Hüttenberger Sven Pausch, eigentlich zweiter Mann hinter Florian Laudt, vernaschte die TVB-Abwehr mit Eins-gegen-eins-Aktionen und Schlagwürfen gleich reihenweise. Nach zehn Minuten lagen die Bittenfelder mit 5:7 hinten.

Anlass zur Hoffnung gab, dass TVB-Torhüter Bastian Rutschmann nun besser ins Spiel fand und der torgefährliche Pole der Gäste, Tomasz Jezewski, kaum zur Geltung kam. Allein: Am Ergebnis schlug sich das nicht nieder – im Gegenteil. Die Angriffsbemühungen des TVB blieben wenig strukturiert. Spielgestalter Jürgen Schweikardt, vor einer Woche in Frankfurt noch bester Bittenfelder, erwischte keinen guten Tag. Der Hüttenberger Torhüter Jan-Steffen Redwitz, der für den verletzten Ritschel ins Spiel kam, hatte oft leichtes Spiel.

Der Gast nützte die Fehler und das mangelhafte Überzahlspiel der Bittenfelder zu Kontertoren und führte nach 22 Minuten mit 13:7. Die Auszeit und die Einwechslung von Torhüter Daniel Sdunek änderten nichts an der Überlegenheit der Gäste, die mit der 17:11-Führung in die Halbzeit gingen.

Die Taktik der Hüttenberger nach der Pause war klar: Mit langen Angriffen wollten sie die Bittenfelder zu Fehlern zwingen. Die mussten rasch etwas unternehmen, wollten sie noch einmal herankommen. Zunächst hatte der TVH damit auch Erfolg. Beim 13:20 (37.) und 16:23 (41.) sah’s ganz düster aus für Bittenfeld.

Plötzlich jedoch drehte sich das Spiel. Die Bittenfelder Defensive agierte aggressiver, Sdunek hielt stark. Und im Angriff tauchte Sebastian Seitner aus der Versenkung auf. Nach drei Toren des Linkshänders, je einem Treffer von Alexander Heib und Marco Hauk und einem Siebenmeter von Patrick Rothe war der TVB beim 22:23 (51.) wieder im Spiel. Die Hüttenberger blieben zehn Minuten ohne Treffer, die Fans peitschten ihren TVB nach vorne.

Nach Florian Schöbinger Ausgleich zum 24:24 war der TVB psychologisch im Vorteil, zumal der Hüttenberger Andreas Scholz mit der dritten Zwei-Minuten-Strafe vom Feld musste.

Das schwache Überzahlspiel und technische Fehler waren zwei Gründe, dass die Bittenfelder nicht in Führung gingen. Die eine oder andere Entscheidung der Schiedsrichter Schembs/Weyell fiel auch nicht gerade zugunsten des TVB aus. Sie sahen eine falsche Sperre von Schöbinger, einen Kreisübertritt und ein Stürmerfoul von Hauk.

Hüttenberg spielte clever, Pauschs fünfter Siebenmetertreffer zum 27:25 war eine dreiviertel Minute vor dem Ende die Entscheidung. Schöbingers Anschlusstor kam zu spät.

Es war eine bittere Niederlage für den TVB, die er sich aber selbst zuzuschreiben hatte. Gegen einen so starken Gegner reichen 20 gute Minuten nun einmal nicht zum Sieg.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Seitner (5), Schöbinger (2), Weiß, Baumbach, Lenz (1), Schweikardt (3/1), Heib (2), Baumgarten (4), Wehner (2), Hauk (3), Rothe (4/1), Drobek. TV Hüttenberg: Ritschel, Redwitz; Andreas Lex (3), Laudt (1), Jezewski (1), Rigterink (1), Stefan Lex (2), Scholz (1), Fernandes, Langenbach (2), Bilek (1), Pausch (11/5), Stock (4).