TVB träumt vom perfekten Wochenende

Die Konkurrenten im Kampf um Platz zwei in der 2. Handball-Bundesliga hatten auf einen Ausrutscher des TV Bittenfeld bei der aufstrebenden HSG Frankfurt Rhein-Main gehofft. Der TVB indes blieb kühl und schraubte seine Serie auf 20:4 Punkte. Nun fiebern die Bittenfelder dem nächsten Top-Spiel entgegen: Am Samstag kommt der punktgleiche TV Hüttenberg.

Zweimal, beim 24:25 in Eisenach und 27:28 in Aue, musste sich der TV Bittenfeld in dieser Saison mit dem knappsten aller Ergebnisse geschlagen geben. Am Freitag nun hatte der Tabellenzweite beim 34:33-Sieg das Glück auf seiner Seite. „Ich denke, das gleicht sich im Lauf einer Runde immer in etwa aus“, sagt Jürgen Schweikardt.

Der Spielgestalter war einer der besten und auffälligsten Bittenfelder in der Ballsporthalle in Frankfurt-Höchst. Mit elf Toren war Schweikardt nicht nur der erfolgreichste Bittenfelder Torschütze, er stand auch 27 Sekunden vor dem Ende im Mittelpunkt. Nach einem Foul an Axel Buschsieper bekam Schweikardt seine dritte Zeitstrafe aufgebrummt. In Überzahl scheiterte Hannes Lindt am starken Bittenfelder Torhüter Bastian Rutschmann. Im nächsten Angriff bekam der TVB Zeitspiel gepfiffen. Der Frankfurter Trainer Thorsten Schmid nahm für den letzten Angriff den Torhüter heraus und brachte den siebten Feldspieler.

Glück für den TVB, Frankfurt war ein bisschen ungeschickt

Eine äußerst kritische Situation für die Bittenfelder, die sie jedoch meisterten und den 34:33-Vorsprung über die Zeit retteten. Der letzte Wurf von Benedikt Seeger landete im Bittenfelder Block. „Da hatten wir schon ein bisschen Glück“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. „Eine 7:5-Überzahl ist eigentlich relativ leicht zu spielen.“

Den Bittenfeldern war’s recht, verteidigten sie damit doch ihren zweiten Platz. Sicher nicht von Nachteil für den TVB war, dass die Frankfurter auf Ex-Nationalspieler Steffen Weber krankheitsbedingt verzichten mussten. Für Günter Schweikardt indes war dies nicht entscheidend. „Ausfälle treffen alle Teams, bei uns fehlte ja auch Florian Schöbinger.“ Zudem habe Benedikt Seeger Steffen Weber sehr gut ersetzt.

Mit der Angriffsleistung war Schweikardt alles in allem zufrieden, die Abwehr dagegen habe schon besser gespielt. Das sieht auch sein Sohn so. „Die Defensive war kein Vergleich zu den zweiten 30 Minuten in der Porsche-Arena gegen den Bergischen HC. „Wir haben die Rückraumschützen einfach nicht in den Griff bekommen“, sagt Jürgen Schweikardt. „Normalerweise müsste uns so eine Angriffsleistung zu einem klareren Sieg reichen.“

Am Ende waren Vater und Sohn froh, dass der TVB die Hürde Frankfurt genommen hat. Egal wie. „Das war nicht selbstverständlich“, sagt Günter Schweikardt – und blickt schon auf das kommende Wochenende. „Jetzt kommt das Spiel Zweiter gegen Zweiter.“

Was für ein Wochenende: Gleich zwei Top-Spiele

Das stimmt, wenn die Punktausbeute als Maßstab genommen wird. Der TV Bittenfeld und der TV Hüttenberg liegen mit jeweils 35:15 Punkten auf Rang zwei. Allerdings trennen den TVB und den TVH 27 Treffer. Das Torverhältnis sprach im Kampf um Platz zwei bis Samstag auch gegen den dritten Kandidaten, den Bergischen HC. Doch die Löwen holten mit dem deutlichen Sieg gegen Saarlouis auf und sind nun mit dem TVB gleichauf – allerdings einen Punkt im Hintertreffen.

Weil außer dem TVB und den Löwen auch Spitzenreiter TSG Friesenheim und der TV Hüttenberg ihre Spiele gewannen, gab’s an der Spitze der 2. Bundesliga keine Veränderungen. 18 Punkte sind noch zu vergeben. Es sieht nicht so aus, als könnte sich in den nächsten Wochen ein Team absetzen. Dafür spielen die Spitzenteams derzeit zu stabil (siehe Artikel unten).

Dennoch: Der kommende Spieltag ist keiner wie jeder andere. Der TV Bittenfeld erwartet den TV Hüttenberg in der Gemeindehalle. Und der Tabellenführer Friesenheim empfängt den Vierten Bergischer HC. Da gibt’s reichlich Grund für die Bittenfelder, von einem wunderbaren Wochenende zu träumen: Mit einem Sieg hielten sie die Hüttenberger mit zwei Punkten auf Distanz. Setzen sich die Friesenheimer durch, hätte der Bergische HC drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz.

„Diese Konstellation wäre uns natürlich nicht unrecht“, sagt Günter Schweikardt. „Wir wissen aber auch, dass es genauso gut andersherum laufen kann.“