Auswärtssieg

Mit zwei Punkten im Gepäck sind die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld am Freitagabend aus Frankfurt zurückgekehrt.

Der knappe 34:33-Erfolg (19:15) bei der dortigen HSG sei im Kampf um Platz zwei und die damit verbundene Aufstiegsrelegation  „ein immens wichtiger gewesen“, sagt der TVB-Trainer Günter Schweikardt. Zumal sich auch Bittenfelds nächster und punktgleicher Konkurrent aus Hüttenberg am Samstag gegen TuSEM Essen schadlos gehalten hat. 

In Frankfurt haben es die Gäste aus Bittenfeld allerdings einmal mehr unnötig spannend gemacht und Trainer Günter Schweikardt die Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Mit drei Toren hatte der TVB sieben Minuten vor dem Ende geführt, ehe die HSG knapp vier Minuten später durch ihren erfolgreichsten Werfer Hannes Lindt noch einmal zum 33:33 ausgleichen konnten. Dass die Gastgeber kurz darauf vor 1500 Zuschauern nicht gar in Führung gingen, war ein Verdienst von TVB-Keeper Bastian Rutschmann, der mit einer starken Parade sein Team auf Kurs hielt. Als dann noch im Gegenzug Linkshänder Sebastian Seitner, der diesmal einen schweren Stand hatte,  zum 34:33 traf, schien die Welt der Bittenfelder in Ordnung. Zumindest für zwölf Sekunden.  Dann wurde Jürgen Schweikardt, der sich zum jüngsten Auftritt in der Porsche-Arena  stark verbessert zeigte, von den Unparteiischen zum dritten Mal mit einer Zeitstrafe bedacht. Doch selbst in Überzahl wollte den Gastgebern kein Treffer mehr gelingen. Nach einer Auszeit ihres Trainers Thorsten Schmid behaupteten sie zwar mehr als eine Minute den Ball, der finale Wurf aber landete im Block der Bittenfelder. „Der Sieg war zwar knapp und auch glücklich, aber nicht unverdient“, freute sich Günter Schweikardt über die Punkte.

Bis zum 8:8 war die Begegnung in der Frankfurter Ballsporthalle ausgeglichen, wobei es vor allem TVB-Spielmacher Jürgen Schweikardt und Rechtsaußen Marco Hauk waren, die ihr Team jeweils drei Treffern im Spiel hielten. Die Frankfurter konnten sich derweil beim 23-jährigen Hannes Lindt bedanken, der wiederum sein Team im Rennen hielt. Vier seiner insgesamt acht Tore erzielte der 1,98 Meter große Linkshänder, der 2006 mit der deutschen Junioren-Nationalmannschaft Europameister geworden war, in dieser Anfangsphase. „Gegen ihn haben wir in den gesamten 60 Minuten schlecht verteidigt“, sagt Bittenfelds Co-Trainer Klaus Hüppchen. Aber auch Frankfurts Spielmacher Benedikt Seeger hatte leichtes Spiel und selbst Ex-Nationalspieler  Jan-Olaf Immel konnte im Angriff schalten und walten wie er wollte.

Dennoch: ein Zwischenspurt bescherte den Gästen binnen vier Minuten eine Fünf-Tore-Führung (13:8; 18. Minute). In dieser Phase verteidigten die Bittenfelder gut und kamen in der Folge vor allem durch Gegenstoßtore zum Erfolg. Zwar kam die gastgebende Handballspielgemeinschaft nach dem 10:14 durch drei Treffer ihres Halbrechten Stefan Bonnkirch noch einmal auf 13:15 heran, ein neuerlicher Spurt bescherte den Bittenfeldern aber eine zu diesem Zeitpunkt auch in der Höhe verdiente 19:15-Pausenführung.

Eine Vorentscheidung aber freilich sollte das noch lange nicht gewesen sein. Der Tabellenachte gab sich nicht geschlagen  – auch wenn er bis zum Schlusspfiff kein einziges Mal mehr in Führung gehen sollte. Dreimal konnten die Hessen noch ausgleichen – beim  22:22 (38.), 28:28 (51.) und 33:33 (58.) – mehr aber ließ der Zweitplatzierte, der sich an diesem Abend einmal mehr auf seine Schlussleute Bastian Rutschmann und Daniel Sdunek verlassen konnte, nicht zu. Dass die Frankfurter trotz mehrmaligen Drei-Tore-Rückstands immer wieder herankamen, lag mitunter an dem zum Teil fahrlässigen Auslassen Bittenfelder Großchancen. Gerächt hat sich das diesmal zum Glück nicht.

Durch den Erfolg der punktgleichen Hüttenberger gegen TuSEM Essen kommt es nun am Samstag in der Bittenfelder Gemeindehalle erneut zum einem echten Spitzenspiel um den zweiten Platz. „Wir freuen uns alle drauf“, sagt Klaus Hüppchen.

HSG Frankfurt/RheinMain: Beer, Rebstock, van de Mortel – Bohnert (3), Immel (5), Quilitzsch, Seeger (7/3), Plattner, Fäth (1), Bonnkirch (5), Lindt (8), Buschsieper (2), Schimmelbauer (2), Hahn.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek – Seitner (3), Weiß, Baumbach, Lenz (4), Schweikardt (11/4), Heib (2), Baumgarten (6), Wehner, Hauk (7), Rothe (1), Drobek.