Nichts gewonnen, nichts verloren

(twa). Der Trainer der Bittenfelder Handballer beschäftigt sich nicht gerne allzu lange mit Vergangenem. Das Spiel in der Porsche-Arena war kaum vorüber, da dachte Günter Schweikardt schon an die HSG Frankfurt Rhein-Main.

Ziemlich ratlos tigerte Günter Schweikardt am Freitag 30 Minuten lang an der Außenlinie auf und ab. In einem Heimspiel hatte seine Mannschaft in dieser Saison noch nie so schlecht ausgesehen. „Wir haben es in der Abwehr nicht gebacken bekommen und im Angriff viel zu langsam gespielt“, sagt Schweikardt. „Dabei hatten wir uns fest vorgenommen, aggressiv zu spielen.“

Das indes tat nur der Gegner, der Bergische HC ging verdientermaßen mit einer Fünf-Tore-Führung in die Pause. „Die Löwen haben sehr abgeklärt gespielt, das muss man auch anerkennen.“

Wie sein Team jedoch in den zweiten 30 Minuten aufgetreten ist, das hat Schweikardt sehr gut gefallen. „Außer der Chancenauswertung gibt’s eigentlich nichts auszusetzen.“ Am Ende habe nicht viel gefehlt zum Sieg in einem Spiel, das „zu großen Teilen von der Nervenanspannung geprägt war“. Nüchtern betrachtet, habe seine Mannschaft schlichtweg zu wenig Tore erzielt.

22 Treffer sind für Bittenfelder Verhältnisse in der Tat sehr dürftig. Nur einmal, beim 22:21-Sieg am zweiten Spieltag gegen den TV Korschenbroich, zeigten sich die Bittenfelder ähnlich geizig. Andererseits war auch die Defensivleistung fast rekordverdächtig. Nur beim 33:22-Sieg in Essen, und eben gegen Korschenbroich, ließ der TVB ebenso wenige Tore zu.

Unterm Strich ist Günter Schweikardt im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Punkt. „Wir haben nichts gewonnen, aber auch nichts verloren.“ Die Chancen auf Platz zwei seien nach wie vor intakt. Gewinner des Spieltags war die TSG Friesenheim, deren Spiel gegen Erlangen verlegt worden ist. „Die TSG hat jetzt freie Bahn.“ Sechs Minuspunkte liegen zwischen dem Spitzenreiter und dem Verfolgertrio.

Der TV Hüttenberg schloss durch seinen Sieg gestern in Oberburg nach Punkten zum TVB auf. In knapp zwei Wochen haben die Bittenfelder die zweite Chance, einen Konkurrenten auf Distanz zu halten. Dann kommt der TVH in die Gemeindehalle. Zuvor jedoch steht am Freitag in Frankfurt die nächste hohe Hürde an: Die HSG hat sich mit 8:2 Punkten in Serie bis auf den siebten Platz nach vorne gearbeitet.