Wild Boys verteidigen Tabellenplatz

Die Generalprobe ist geglückt. Mit einem 34:27-Erfolg sind die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld am Samstag vom Auswärtsspiel bei der TSG Groß-Bieberau zurückgekehrt. Damit kann der Tabellenzweite am Freitag mit breiter Brust den drittplatzierten Bergischen HC in der Porsche-Arena empfangen.

Zugegeben: der Sieg der Gäste aus Bittenfeld gegen den bis dato 14. der Tabelle ist am Ende einige Tore zu hoch ausgefallen. Unverdient aber war er nicht. Zwar hielten die Gastgeber die Partie über 50 Minuten lang offen, in der Schlussphase aber überzeugte einzig und allein noch der TV Bittenfeld. Und das vor allem in der Defensive. „Da haben wir wieder sensationell gespielt“, sagt der Co-Trainer Klaus Hüppchen. Soll heißen: Noch konzentrierter, noch engagierter, noch kompromissloser  – und das im Zusammenspiel mit dem einmal mehr überzeugenden Bastian Rutschmann im Tor. Außerdem konnten sich die Gäste in dieser entscheidenden Phase einmal mehr auf die Wurfqualitäten ihres Linkshänders Sebastian Seitner verlassen. Nach dem 24:25-Anschlusstreffer der Groß-Bieberauer war es zwar zunächst Bittenfelds Abwehrchef Ludek Drobek gewesen, der zum 26:24 aus Sicht der Gäste traf, drei Treffer in Folge von Seitner zum 29:24 (54. Minute) stellten die Weichen vor 700 Zuschauern aber endgültig auf Sieg. Bis dahin hatte Bittenfelds Kreisläufer Simon Baumgarten mit fünf die meisten Treffer für sein Team erzielt und zudem etliche Siebenmeter herausgeholt. „Wir sind froh, dass Simon eine so stabile Leistung gezeigt hat“, sagt Hüppchen. Allerdings hätten es bei besserer Chancenverwertung am Ende durchaus noch ein paar mehr Tore auf Baumgartens Konto sein können.

Dass sich die Bittenfelder, die schon das Hinspiel knapp mit 30:28 für sich entschieden hatten, nicht bereits zu Pause deutlicher hatten absetzen können, lag aber nicht nur an der mitunter mangelnden Torausbeute, sondern auch an der eigenen relativ hohen Fehlerquote. Allein fünf Gegenstoßpässe fanden nicht den Weg zum freien Mitspieler, landeten entweder an dessen Beinen oder im Seitenaus. „Wenn wir nur drei Tore aus diesen fünf Möglichkeiten gemacht hätten, wäre es vielleicht eine nicht ganz so enge Kiste geworden“, sagt Hüppchen. So aber konnte der TVB wie schon im Hinspiel lediglich mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause gehen.

Auch nach Wiederanpfiff schafften es die Bittenfelder nicht, sich über eine längere Phase entscheidend abzusetzen. Der Vier-Tore-Vorsprung in der 41. Minute (22:18) war das höchste der Gefühle, wurde aber schnell wieder eingebüßt. Auch, weil sich die Gäste mit ihrem Publikum im Rücken kämpferisch stark zeigten. Allerdings nicht so stark, um noch einmal den Ausgleich zu erzielen oder gar in Führung zu gehen. Mathias Konrad, der sich in den drei Begegnungen zuvor mit insgesamt 29 Toren in den Blickpunkt gespielt hatte (13-mal traf er jüngst allein gegen Essen), konnte gegen den TVB nicht an seine überragenden Leistungen anknüpfen, traf von der linken Rückraumposition lediglich einmal. Und auch Szabolcz Laurencz, der seit Wochen seiner Form hinterherläuft, blieb mit einem Treffer erneut weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Dabei waren die Odenwälder um ihren Trainer Thomas Göttmann zuversichtlich in die Partie gestartet. Fünf Punkte aus den vergangenen drei Spielen, noch dazu die nur knappe Hinspielniederlage gegen den TVB in der Prosche-Arena im Hinterkopf – die Euphorie bei den Spielern und auch auf den Zuschauerrängen war entsprechend groß und spürbar. Allerdings eben nur bis zur 50. Minute, bis die Bittenfelder noch konzentrierter, noch engagierter und noch kompromissloser in der Abwehr auftraten.     

TSG Groß-Bieberau: Beck, Hümmer – Göbel (1), Badowski, Knobloch, Laurencz (1), Rybakov (5), Konrad (1), Schellhaas, Bauer (3), Neumann (3), Gerber, Schubert (4), Kossler (9/4).

TV Bittenfeld: Sduenk, Rutschmann – Weiß (2), Baumbach (1), Lenz (2), Schweikardt (7/4), Seitner (7), Heib, Baumgarten (5), Wehner (3), Hauck (4), Rothe (2), Drobek (1).

Mit diesem Sieg schafft sich der TVB eine perfekte Basis für den Nächsten Freitag. Denn am 12.03.2010, gehts zum Spitzenspiel in die Porsche Arena nach Stuttgart. Die Wild Boys empfangen den Bergischen HC im Kampf um den 2.Tabellenplatz.

Tickets gibts bei "easyticket" und in der Gechäftsstelle des TV Bittenfeld.