Gut möglich: Viel Tempo, wenig Tore

Wie verkraftet Handball-Zweitligist TV Bittenfeld den kleinen Rückschlag in Aue und die Sperre von Florian Schöbinger? Morgen kommt der HC Erlangen. Der hat nicht nur die beste Defensive der Liga, sondern auch die Aussicht, mit einem Sieg mit dem TVB gleichzuziehen. Die Bittenfelder hätten bei einem Erfolg die zweite Chance, auf Platz zwei zu springen.

TV Bittenfeld (3. Platz, 28:14 Punkte) – HC Erlangen (5. Platz, 26:16 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr). Nachdem der TV Hüttenberg freitags bereits gegen Eisenach gestrauchelt war, blieb auch der TV Bittenfeld in Aue ohne Punkte. Große Gewinner des 21. Spieltages waren die TSG Friesenheim, der Bergische HC, der HC Erlangen und der TV Neuhausen/Erms. Die TSG siegte in Korschenbroich überraschend souverän und führt die Tabelle mit vier Punkten Vorsprung an. Der BHC fertigte Coburg ab und rückte dem Dritten Bittenfeld bis auf einen Zähler auf die Pelle. Und die anderen beiden dürfen sich plötzlich wieder Hoffnungen auf den Relegationsplatz machen.

Ziemlich interessant dürfte der 22. Spieltag werden. Der schwächelnde TV Hüttenberg läuft Gefahr, auch im vierten Spiel in diesem Jahr sieglos zu bleiben: Neuhausen gehört zusammen mit dem TVB und Friesenheim zu den besten Heimteams. Der Spitzenreiter könnte sich weiter absetzen mit einem Sieg gegen Delitzsch – und blickt mit einem Auge sicher nach Bittenfeld.

Erlangen verkraftete den Verlust von Christoph Auer

Dort gastiert der Tabellenfünfte HC Erlangen. Die beste Abwehr der Liga mit Routinier Andreas Bayerschmidt (33) im Tor hat so manche Angriffsreihe zur Verzweiflung gebracht. Und HCE-Trainer Frank Bergemann wird nicht entgangen sein, dass die Bittenfelder in den vergangenen beiden Spielen gerade in der Offensive so ihre Probleme hatten. Im Hinspiel siegte Erlangen mit 32:28 und hatte dabei über die gesamte Spielzeit hinweg in Führung gelegen. Die Franken präsentieren sich in ihrem zweiten Zweitligajahr überraschend stark. Den Abgang ihres Linkshänders Christoph Auer (zur SG BBM Bietigheim) verkrafteten sie prima, Nachfolger Guillaume Laout vom französischen Erstligisten Aurillac kam rasch zurecht. Die junge Erlanger Mannschaft spielt mit viel Tempo und kommt – anders als in der vergangenen Saison – nun auch in fremden Hallen besser zurecht. So nahm der HCE aus Coburg, Aue, Bietigheim und Eisenach die Punkte mit.

Die Bittenfelder könnten morgen mit einem Sieg einen Konkurrenten auf Distanz halten, dem TV Hüttenberg im Nacken sitzen bleiben oder ihn sogar überholen. Es ist also ein bedeutendes Spiel für den TVB – wobei Trainer Günter Schweikardt nicht zu viel Druck aufbauen möchte. Die Niederlage in Aue sei zwar ärgerlich gewesen. „Aber wir müssen doch sehen, in welcher Situation wir sind“, sagt er. Statt über eine Niederlage zu lamentieren, sollten sich alle über den dritten Platz freuen. „Davon konnte vor der Saison keiner ausgehen.“ Natürlich sei das Ziel, diesen Platz zu verteidigen. „Wir wissen aber auch, dass wir uns ganz schnell wieder im Mittelfeld wiederfinden können.“

Erlangen gehört für Schweikardt zu den Überraschungsmannschaften in dieser Runde. Es sei auf allen Positionen prima besetzt. Der Coach denkt dabei unter anderem an Christoph Nienhaus im linken Rückraum, die Münch-Brüder, Spielgestalter Tobias Wannenmacher und die flinken und torgefährlichen Außen Bastian Krämer und Daniel Stumpf. Und natürlich an Torhüter Andreas Bayerschmidt. „Der nötigt schon alleine aufgrund seiner körperlichen Präsenz Respekt ab.“

Schweikardt erwartet ein temporeiches und spannendes Spiel, das voraussichtlich in der Abwehr entschieden werde. „Da müssen wir mindestens so gut sein wie Erlangen.“ Fehlen wird dem TVB der gesperrte Florian Schöbinger, was für den Coach keine Ausrede sein darf. Schließlich müsse auch Erlangen wahrscheinlich auf den verletzten Laout verzichten.