Hüppchens einäugiger Blick nach Hüttenberg

Nach dem Sieg gegen Delitzsch und dem erneuten Patzer des TV Hüttenberg trennt Handball-Zweitligist TV Bittenfeld noch ein Punkt von Rang zwei. Vom Aufstieg indes spricht Co-Trainer Klaus Hüppchen nicht. „Wir schauen höchstens mit einem Auge nach Hüttenberg – im Moment“, sagte er nach dem Spiel in der Porsche-Arena.

Der TV Hüttenberg schwächelt. Auf die Niederlage in Bietigheim folgte am Freitag ein Punktverlust beim Schlusslicht Leichlinger TV. Dabei hatte der TVH vier Minuten vor dem Ende noch mit 34:30 geführt. Mit dem 35:35 retteten die Hüttenberger knapp den Relegationsplatz vor dem TV Bittenfeld, der sich mit 13:1 Punkten in Serie bis auf einen Zähler an den Konkurrenten herangepirscht hat und nebenbei die weit bessere Tordifferenz aufweist.

Zudem bauten die Bittenfelder das Polster auf den Tabellenvierten auf drei Punkte aus: Der Bergische HC, Kandidat zumindest für den Relegationsplatz, strauchelte beim heimstarken Neuling TV Neuhausen/Erms. Und der Fünfte HC Erlangen ließ gestern in Obernburg einen Punkt liegen.

Ist der TV Bittenfeld womöglich reif für den Aufstieg? In der Pressekonferenz nach dem Delitzsch-Spiel in der Porsche-Arena ließ sich der Bittenfelder Co-Trainer Klaus Hüppchen nicht aus der Reserve locken. Er tat das, was er nach jedem Spiel macht: Er hält den Ball flach. „Wir dürfen uns keinen falschen Illusionen hingeben“, sagte er. „Es wird nicht von alleine laufen.“

Wie schwer es ist, fest eingeplante Punkte einzufahren, mussten die Bittenfelder am Freitag erfahren. Gegen Delitzsch hatten sie enorme Probleme, ins Spiel zu finden. „Kompliment an Delitzsch, es war sehr gut auf uns eingestellt“, sagte Hüppchen. Dass die Gäste mit Gabor Pulay einen starken Rückhalt im Tor hatten, wollte Hüppchen nicht gelten lassen für die mäßige Angriffsleistung des TVB. „Wir hatten in den ersten 30 Minuten zehn Fehlwürfe und zehn technische Fehler, da ist es egal, wer im Tor steht.“ Drei Bausteine waren nach Hüppchens Ansicht verantwortlich dafür, dass der TVB die Punkte doch behielt: die Angriffsvariante mit zwei Kreisläufern gegen die 3:2:1-Deckung des Gegners, die Vorteile auf der Torhüterposition im zweiten Durchgang und die kurze Deckung gegen Martin Hummel.

Das Spiel in der Porsche-Arena hakte Hüppchen schnell ab – und richtete den Blick auf das nächste Duell mit einem Team aus dem Osten. Ein Sieg beim EHV Aue am Sonntag machte die Spitzenteams sicher noch nervöser, als sie jetzt schon sind.

In Aue indes dürfen sich die Bittenfelder auf einen heißen Tanz gefasst machen. „Dort brennt der Baum“, sagt TVB-Kreisläufer Simon Baumgarten, der Kontakt hat mit einem Spieler des EHV. Nach 2:10 Punkten ist der EHV nur noch drei Zähler vom Abstiegsplatz entfernt. „Das Umfeld erwartet gegen uns eine Reaktion“, sagt Baumgarten, der gegen Delitzsch nach seinem Innenbandriss sein zweites Spiel machte. Nach den Spielen merke er, dass das lädierte Knie vier, fünf Wochen nicht so stark belastet worden sei. „Aber bis in zwei Wochen wird das vorbei sein.“

Nicht zu Ende gehen soll die Serie des TVB. Der mühsame Sieg gegen Delitzsch war für Baumgarten eine Warnung, dass das Team in jedem Spiel hundertprozentig bei der Sache sein müsse. „Andererseits erkennt man eine Spitzenmannschaft auch daran, dass sie Spiele gewinnt, in denen es nicht richtig rund läuft.“