13:1 Punkte im Blick – und Platz zwei

Die TSG Groß-Bieberau und die TSG Friesenheim hatten in der Stuttgarter Porsche-Arena gegen den Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld das Nachsehen. Auch für Concordia Delitzsch soll sich die weite Anreise heute Abend nicht lohnen: Der TVB will seine Bilanz auf 13:1 Punkte schrauben und vorne dabei bleiben. „Das ist ein Riesenanreiz“, sagt TVB-Trainer Schweikardt.

TV Bittenfeld (3. Platz, 26:12 Punkte) – 1. SV Concordia Delitzsch (8. Platz, 20:18 Punkte/heute, 20 Uhr, Porsche-Arena Stuttgart). Besser hätte der erste Spieltag nach der EM-Pause für den TVB kaum laufen können: Er nahm die hohe Hürde in Korschenbroich, Tabellenführer Hüttenberg musste in Bietigheim seine vierte Saisonniederlage hinnehmen. Damit übernahm die TSG Friesenheim die Spitze – mit einem Zähler Vorsprung vor Hüttenberg und drei Punkten vor den Bittenfeldern.

Klar, dass sich der TVB von Delitzsch die prima Ausgangsposition und den – fast – makellosen Heimnimbus von 17:1 Punkten nicht verderben lassen möchte. Doch die vermutlich 5000 Fans im Rücken und die Bilanz alleine werden nicht reichen für den TVB. Zumal Delitzsch nicht gerade zu den Lieblingsgegnern zählt. Von den sieben Vergleichen in der 2. Liga gewannen die Ostdeutschen vier. Im Hinspiel führte der TVB zehn Minuten vor dem Ende, nach zwischenzeitlichem Sechs-Tore-Rückstand, mit 21:20 und musste sich mit 23:27 geschlagen geben. Im Vorjahr nahmen die Concorden die Bittenfelder in der Gemeindehalle mit 32:21 regelrecht auseinander.

Die Defensive ist das Prunkstück der Delitzscher

Wie der TVB, so startete auch Delitzsch mit einem Sieg – 32:25 gegen Essen – nach der Winterpause. Und der Erfolg dürfte dem Team von Trainer Uwe Jungandreas nach zuvor 1:7 Punkten ebenso Auftrieb geben wie zwei Testspielergebnisse: Gegen den Erstligisten SC Magdeburg unterlag Delitzsch nur mit 29:34, den Tabellenzweiten der ersten französischen Liga, Dunkerque, Grand Littoral besiegte es mit 31:27.

Nach einem starken Saisonstart mit Kontakt zur Spitze schwächelte Delitzsch gegen Ende der Hinrunde etwas. Allerdings fehlten zu dieser Zeit mit dem Rekordtorschützen Martin Hummel und Eric Jacob zwei der wichtigsten Spieler. Beide sind mittlerweile wieder einsatzbereit. Für TVB-Trainer Günter Schweikardt besteht „überhaupt kein Grund“, den Gegner zu unterschätzen. Zumal Delitzsch in der Fremde unter anderem bei den heimstarken Teams von Korschenbroich und Erlangen gewann. Ungern erinnert sich Schweikardt ans Hinspiel, in dem seine Mannschaft erhebliche Probleme mit der variablen Deckung des SV hatte. Die Abwehr ist das Prunkstück, nur drei Mannschaften kassierten weniger Tore. „Delitzsch ist prima eingespielt“, sagt Schweikardt. Gut besetzt ist es auf der Rückraummitte-Position mit Till Riehn und Philipp Seitle, auf den Außenpositionen mit Ulrich Streitenberger und René Boese sowie am Kreis mit Thomas Oehlrich.

Trotzdem: Schweikardt will die Punkte unter allen Umständen behalten. „Die Porsche-Arena ist immer noch eine besondere Geschichte für uns“, sagt er. „Und es ist ein Riesenanreiz, mit einem Sieg ganz vorne dran zu bleiben.“ Sollte Hüttenberg heute in Leichlingen verlieren, kletterte der TVB auf Platz zwei.

Der TVB wird in unveränderter Besetzung antreten. Angeschlagen sind Jürgen Schweikardt (Grippe) und Florian Schöbinger (Muskelverspannungen im Rücken).