Es kommt der beste Angriff der Liga

(twa). Im letzten Hinrundenspiel der 2. Handball-Bundesliga erwartet der TV Bittenfeld morgen die HG Saarlouis. Der Aufsteiger hat sich mit 16:16 Punkten überraschend schnell etabliert – vor allem dank seiner bärenstarken Offensive. Kein Team in der Liga hat mehr Tore erzielt als die HG. 230 Tore gehen auf das Konto der Rückraum-Kreisläufer-Achse Danijel Grgic/André Kropp. TV Bittenfeld (3. Platz, 21:11 Punkte) – HG Saarlouis (9. Platz, 16:16 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr).

Zwei Spiele hat der TV Bittenfeld in dieser Saison mit dem knappsten aller Ergebnisse verloren, beim 30:29-Sieg in Ludwigsburg gegen die SG BBM Bietigheim gelang der zweite Sieg mit einem Tor Differenz. Ein ganz wichtiger zudem – nicht nur, weil’s ein Derby war.

Der TVB verteidigte damit seinen dritten Platz mit lediglich drei Minuspunkten Rückstand auf Platz zwei. Viel hat nicht gefehlt, und es wären nur zwei Zähler gewesen. Die TSG Friesenheim hatte überraschend große Probleme mit TUSPO Obernburg und lag fast über die gesamte Spielzeit im Hintertreffen. Erst zwei Minuten vor Schluss gelang der TSG der Ausgleich und schließlich auch noch der Siegtreffer.

Die Resultate der Konkurrenz interessieren Günter Schweikardt nur am Rande. Der Bittenfelder Trainer hat sich unter der Woche mit einem anderen Thema beschäftigt: Wie bekommt sein Team den gefährlichsten Angriff der Liga in den Griff? 34 Treffer erzielte die HG im Schnitt in den 16 Spielen, stets mindestens 31 in der Fremde. Haupttorschützen sind Spielmacher Danijel Grcig, der mit 134 Treffern auf Platz zwei der Torschützenliste liegt, und Kreisläufer André Kropp mit 96 Toren. Mit Daniel Fontaine (85) und Sven-Malte Hoffmann (70) liegen zwei weitere Saarlouiser unter den Top 30 der Zweitliga-Torjäger. Zum Vergleich: Alexander Heib und Marco Hauk liegen als beste Bittenfelder mit 68 Toren auf dem 32. Platz.

Chance, noch näher an das Führungsduo heranzurücken

Acht Siege und acht Niederlagen stehen in der Bilanz des Neulings, der mit dieser Ausbeute sicher gut leben und in Bittenfeld befreit aufspielen kann. Immerhin beträgt der Abstand zu den Abstiegsrängen sechs Punkte. Der TVB dagegen will unbedingt auch sein achtes Heimspiel gewinnen. Nur dann wird die Partie gegen den Tabellenzweiten Friesenheim am zweiten Weihnachtsfeiertag zum Knüller. Sollten die Bittenfelder den Aufsteiger bezwingen, könnten sie unter Umständen noch weiter an das Spitzenduo heranrücken. Die TSG Friesenheim, die zuletzt nicht immer souverän wirkte, muss am Sonntag nach Essen. Und im Spitzenspiel des 17. Spieltags erwartet Tabellenführer TV Hüttenberg den wiedererstarkten Bergischen HC. Eine Riesenchance also für den TVB. Günter Schweikardt hat großen Respekt vor dem Aufsteiger. „Saarlouis hat viel Selbstbewusstsein, der Mannschaft gelingt unheimlich viel.“ Mit Grgic habe die HG einen außergewöhnlichen Spieler, der das einfalls- und temporeiche Spiel lenke. Die Abwehr sei offensiv und sehr aggressiv ausgerichtet. „Wir brauchen hinten wie vorne eine gute Leistung, damit wir keine böse Überraschung erleben.“ Seine Mannschaft sei mittlerweile aber auf einem Stand, sich auch auf solche Situationen einstellen zu können.

Das Derby hat einige Spuren hinterlassen bei den Bittenfeldern. Florian Schöbinger plagt eine Bänderdehnung am Knöchel, Jürgen Schweikardt eine Muskelverletzung am rechten Ellbogen. Marcel Lenz hat Probleme mit dem Rücken. Torhüter Bastian Rutschmann sei noch nicht auf dem Leistungsstand, den er gerne hätte. Kai Häfner steht nicht zur Verfügung.