Und täglich grüßt … Seppo Seitner

Sebastian „Seppo“ Seitner vom TV Bittenfeld und Mathias Lenz von der SG BBM Bietigheim sind im Spiel der 2. Handball-Bundesliga zu den besten Spielern des Derbys gewählt worden. Seitner hat maßgeblichen Anteil daran, dass der TVB auf dem besten Weg ist, die Hinrunde auf Platz drei abzuschließen.

So schnell bringt Sebastian Seitner normalerweise nichts aus der Ruhe. Locker und lässig wirkt er auf dem Spielfeld, bisweilen kann er sich sogar ein Lächeln nicht verkneifen. Beim Derby am Freitag in der Ludwigsburger Arena indes hatte der 30-Jährige für ein paar Minuten seinen Humor verloren. Kurz vor der Pause, Seitner hatte bis dahin schon viermal getroffen, streckte ihn der Bietigheimer Christian Heuberger ziemlich unsanft zu Boden. Seitner musste minutenlang behandelt werden, spielte anschließend aber weiter.

Nach dem Spiel hatte Seitner seine gute Laune schnell wiedergefunden. Dazu trug natürlich der 30:29-Sieg des TVB bei, aber auch ein kleines Präsent: Als Spieler des Tages bekam Seitner bei der Pressekonferenz eine Flasche Wein überreicht. „Das freut mich am meisten“, sagte Seitner und grinste. „Das ist nämlich ein Guter“ – und möglicherweise der gleiche wie aus dem Jahr 2008.

Zwei Gute: Seitner und der Wein

Seitner musste sich am Freitag fühlen wie in der Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Ende September gewannen die Bittenfelder in der Viadukthalle das Derby ebenso knapp mit 28:27. Seitner erzielte acht Tore, eine Minute vor Schluss den Siegtreffer und wurde zum „Player of the match“ gekürt. Belohnt wurde er – mit einer Flasche Wein.

Gut ist nicht nur der Wein. Seitner hat sich in seiner zweiten Saison beim TV Bittenfeld zu einem der wichtigsten Spieler entwickelt. Die Bittenfelder hatten einen ausgezeichneten Riecher, als es darum ging, einen Nachfolger für Patrick Rothe im rechten Rückraum zu finden.

In der Saison 2005/2006 hätte Seitner, damals noch im Trikot des Regionalligisten HSG Konstanz, dem TVB um ein Haar den Aufstieg in die 2. Bundesliga vermasselt. Im vorletzten Spiel der Aufstiegsrunde lagen die Bittenfelder mit 25:29 im Hintertreffen, maßgeblich daran beteiligt war Seitner. Zwei Jahre später holten ihn die Bittenfelder, die am Samstag mit einem Sieg gegen den Aufsteiger HC Saarlouis die Hinrunde mit dem dritten Platz abschließen können – mit maximal drei Minuspunkten Rückstand auf den Tabellenzweiten. Spitzenreiter TV Hüttenberg, der längst nicht mehr so souverän spielt wie zu Beginn der Saison und sich am Wochenende mit einem Punkt in Groß-Bieberau begnügen musste, empfängt am Samstag den wiederstarkten Tabellenvierten Bergischer HC. Unterliegt der TVH, ist’s nur ein Zähler Differenz.

Der TVB hat zudem die Chance, noch näher an den Tabellenzweiten TSG Friesenheim heranzurücken. Die TSG, die am Sonntag nur knapp an einer Heimniederlage gegen den Viertletzten TUSPO Obernburg vorbeischrammte, kommt am zweiten Weihnachtsfeiertag in die Porsche-Arena.

Darf der TVB womöglich von der 1. Bundesliga träumen? Platz zwei berechtigte schließlich zu den Aufstiegsspielen. So weit will Trainer Günter Schweikardt nicht gehen, es fehlt ihm noch die Stabilität im Spiel seiner Mannschaft. „Wir hatten in Bietigheim gute Phasen, haben aber auch einige leichte Tore bekommen.“

Andererseits: Der Spielplan spricht nicht gerade gegen die Bittenfelder: Die drei härtesten Konkurrenten – der TV Hüttenberg, die TSG Friesenheim und der Bergische HC – müssen alle in Bittenfeld antreten. Und zu Hause hat der TVB noch keinen Punkt abgegeben.