Die einen feiern, die anderen pfeifen

(twa). Die Augen der Fans waren im Derby vor allem auf drei Spieler gerichtet: Pierre Freudl, Benjamin Krotz und Patrick Rothe trugen sowohl das Trikot des SG BBM Bietigheim als auch das des TV Bittenfeld. Nach dem Spiel hatte – wenn überhaupt – nur Rothe Grund zur Freude.

15 Minuten waren in der Arena Ludwigsburg gespielt, als der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt zum ersten Mal Patrick Rothe aufs Spielfeld schickte. Von der Idee, Sebastian Seitner im rechten Rückraum zu entlasten, nahm der Coach allerdings rasch Abstand: Die Bietigheimer Fans quittierten jede Ballberührung Rothes mit einem gellenden Pfeifkonzert. Das wollte Schweikardt Rothe offensichtlich ersparen und nahm ihn wieder vom Feld. Klar, dass Rothe nach dem Spiel trotz des Sieges ein bisschen enttäuscht war. Auch wenn er es sich nicht anmerken ließ und sicherlich gerne mehr gezeigt hätte. „Ich habe zur Mannschaft ein gutes Verhältnis, zu den Zuschauern sage ich nichts“, sagte er nach dem Spiel.

Pierre Freudl fehlten kurz nach dem so unglücklich verlorenen Derby der SG BBM komplett die Worte. Drei Tore, zwei Zeitstrafen und das eine oder andere Scharmützelchen mit den Gegenspielern waren nicht das, was sich Freudl versprochen hatte.

Die Torhüter, so war sich der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt vor dem Derby sicher, werden eine entscheidende Rolle spielen. Das taten sie auch. Indes: Einen eindeutigen Sieger gab’s nicht. Der überragende Bietigheimer Mathias Lenz hatte am Ende vielleicht knapp die Nase vor, doch auch Daniel Sdunek im Bittenfelder Tor zeigte eine starke Leistung. Die beiden anderen Keeper traten aus unterschiedlichen Gründen kaum in Erscheinung. Der Ex-Bittenfelder Benjamin Krotz, eigentlich die Nummer eins bei der SG, spielte nur zwölf Minuten und machte eine unglückliche Figur. Bastian Rutschmanns Comeback beim TVB nach seiner fünfwöchigen Verletzungspause dauerte nur sechs Minuten. Ihm war die fehlende Spielpraxis – logischerweise – deutlich anzumerken.

Zu Gast in der Arena war Sven Scheerschmidt. Der Co-Trainer des VfL Waiblingen drückte seinen ehemaligen Mannschaftskameraden bei der SG BBM die Daumen. Mit acht von ihnen spielte Scheerschmidt in der vergangenen Saison noch zusammen. Die Erinnerungen an das Spiel gegen Bittenfeld sind jedoch nicht allzu gut. Nach 26 Minuten sah der Kreisläufer und Abwehrspezialist die Rote Karte. Und das Ergebnis war ähnlich unglücklich: Die SG unterlag mit 27:28.