Große Gegner, breites Spiel

(twa). Von sieben Auswärtsspielen in der 2. Handball-Bundesliga hat der TV Bittenfeld nur eines gewonnen. „Die Zeit ist reif für den zweiten Sieg“, sagt Co-Trainer Jens Baumbach. Indes: Erstliga-Absteiger TUSEM Essen kommt nach einem Fehlstart langsam in Fahrt. TUSEM Essen (13. Platz, 11:17 Punkte) – TV Bittenfeld (3. Platz, 17:11 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr).

Spannend haben es die Bittenfelder in ihren Heimspielen zuletzt nicht gemacht: Souverän mit 16, neun, acht und zehn Toren Differenz besiegten sie ihre Gegner. In der Fremde waren die Spiele wesentlich enger – regelmäßig mit dem schlechteren Ende für den TVB. Das soll sich morgen endlich ändern. „Wenn wir vorne dabeibleiben wollen, müssen wir auswärts mal wieder gewinnen“, sagt TVB-Co-Trainer und Spieler Jens Baumbach. „Am besten gleich in Essen.“ Anschließend müssen die Bittenfelder gleich noch einmal in der Fremde ran, im Derby gegen die SG BBM Bietigheim muss der TVB in der neuen Ludwigsburger Arena ran. Sollte Bittenfeld zweimal leer ausgehen, wäre der dritte Platz für längere Zeit Geschichte.

Andere Sorgen hat der Bittenfelder Gegner morgen. Nur zwei Punkte trennen TUSEM Essen von einem Abstiegsplatz – aber auch nur sechs von Platz drei. Nach 2:6 Punkten zum Start scheint sich der Erstliga-Absteiger gefangen zu haben, zuletzt gab’s drei Siege in Folge. Für Baumbach gehören die Essener in der momentanen Verfassung in die obere Tabellenhälfte. TUSEM habe wie fast alle Mannschaften, die einen größeren Umbruch im Team hatten, zu Saisonbeginn Probleme gehabt. So gesehen, trifft der TVB zu spät auf die Essener.

Bittenfeld muss sich auf eine Defensive einstellen, mit der es zuletzt große Probleme hatte: Coburg deckte 6:0. „Da haben wir uns in den zweiten 30 Minuten sehr schwergetan“, sagt Baumbach. Auch Essen bevorzugt die defensive Variante und hat mit Matthias Gerlich und Patrick Wiencek zwei Spieler im Zentrum, die über zwei Meter groß sind. Wiencek kam am Dienstag übrigens zu besonderen Ehren: Beim 28:20-Sieg gegen Weißrussland feierte der Kreisläufer sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft.

Nicht in die Mitte drängen, sondern das Spiel breit machen

„Schlüssel zu einem Sieg wird sein, ob wir die Essener Abwehr knacken können“, sagt Baumbach. In Coburg habe die Mannschaft demonstriert, wie’s nicht geht. „Wir drängten in die Mitte und ließen uns festmachen. Wir müssen das Spiel breit machen, dann bekommen wir unsere Chancen.“ Im Vergleich zu Coburg sei Essen „ein anderes Kaliber“. Ähnlich euphorisch sind die Fans im Ruhrgebiet. 1400 finden regelmäßig den Weg in die Halle. Gesetzt im Essener Rückraum ist – außer Gerlich – der Ex-Düsseldorfer Philipp Pöter. Sven Pausch, der vor der Saison von der TSG Münster kam, hat sich mittlerweile wieder verabschiedet. Er spielt nun für Tabellenführer TV Hüttenberg. Besonders schmerzen wird die Essener der Verlust wahrscheinlich nicht, schließlich ist gerade der Rückraum personell stark besetzt.

Baumbach hofft, dass der TVB wie schon gegen Obernburg auf Kai Häfner zurückgreifen kann. FA Göppingen spielt am Sonntag zu Hause, zumindest überschneiden sich die Spiele nicht. Eine Entscheidung werde kurzfristig fallen. Sie hängt wohl auch davon ab, ob Marco Hauk spielen kann. Der Rechtsaußen war die ganze Woche über krank. Wieder im Kader steht Torhüter Bastian Rutschmann. Allerdings rechnet Baumbach noch nicht mit seinem Einsatz.

Pressespiegel TUSEM Essen