Zu Hause eine Macht: Bittenfeld jetzt auf Platz drei

Mit dem siebten Sieg im siebten Heimspiel hat sich der TV Bittenfeld auf Platz drei der Zweiten Handball-Bundesliga gespielt. Beim 33:23 (13:9) gegen Tuspo Obernburg hatte der TVB 25 Minuten lang große Mühe – und machte vor und nach der Pause binnen zehn Minuten alles klar. Die Bittenfelder standen stabil in der Defensive und zeigten das variablere Spiel. In prima Form präsentierte sich Kai Häfner.

Tuspo Obernburg? Da war doch was. Ach ja, der Bittenfelder Gegner hat einen Torhüter, der von der Konkurrenz sehr geschätzt und bisweilen gefürchtet wird. Milos Hacko gehört zu den besten seines Faches in der 2. Bundesliga. Warum, das zeigte der 35-Jährige in der Gemeindehalle. Zum Glück für den TVB aber nicht über die gesamte Spielzeit hinweg.

Nach fünf Minuten hatte Hacko bereits vier Würfe der Bittenfelder gehalten, unter anderem einen Siebenmeter von Jürgen Schweikardt. Bei fünf Versuchen vom Strich zog der Obernburger Torhüter nur einmal gegen Florian Schöbinger den Kürzeren.

Zerfahren und fehlerbehaftet war die Anfangsphase, nach neun Minuten stand es gerade einmal 2:2. Konzentriert agierte die TVB-Defensive vor dem starken Daniel Sdunek, die Obernburger fanden kaum Lücken. Lediglich über den Kreis, an dem Hannes Volk den Bittenfeldern immer wieder entwischte, kam die Tuspo zum Erfolg.

Tuspo-Keeper Hacko: Der Nervenräuber

Das hätte dem Gast normalerweise kaum gereicht, auf Tuchfühlung zu bleiben, hätte der TVB in der Offensive auch nur halbwegs seinen Spielfluss gefunden. Die offensive und aggressive Deckung der Gäste setzte den Bittenfeldern zu, und Hacko raubte den Schützen den letzten Nerv. Entweder er hielt, oder die Bittenfelder warfen den Ball ehrfürchtig neben das Tor. So war die hart erarbeitete Drei-Tore-Führung (10:7/23. Minute) fünf Minuten vor der Pause beim 10:9 wieder dahin.

Doch nach einer Auszeit flutschte es plötzlich. Der überragende Kai Häfner, Marcel Lenz und Marco Hauk sorgten für die 13:9-Halbzeitführung des TVB.

Nach der Pause beruhigten die Bittenfelder ihre 900 Fans binnen vier Minuten. Der TVB, angetrieben vom guten Alexander Heib, nahm Tempo auf und setzte sich auf 18:11 ab. Hacko brachte keine Hand mehr an den Ball. Zudem profitierten die Bittenfelder nun von ihrem breiten Kader, der ihnen etliche Variationsmöglichkeiten bot. Der TVB konnte es sich sogar leisten, mit Sebastian Seitner einen seiner vier Linkshänder zu schonen. Rückkehrer Patrick Rothe, der von den Fans freundlich empfangen wurde, fügte sich prima ein. Und Junioren-Nationalspieler Kai Häfner zeigte, wie wertvoll er für den TVB ist. Mit kraftvollen Würfen und feiner Technik verzückte er die Fans.

Tuspo-Keeper Hacko: Am Ende selbst entnervt

Tuspo-Trainer Christoph Bartel versuchte es nun mit einer Auszeit und brachte Johannes Klimmer für den entnervten Milos Hacko.

Beim 20:15 nach 40 Minuten gab es zwar noch leise Hoffnung für die Gäste, doch die Bittenfelder ließen sich davon nicht nervös machen. Spätestens nach dem fulminanten Hüftwurf von Florian Schöbinger zum 26:18 (48. Minute) war die Partie entschieden.

In der Schlussphase zeigten die Bittenfelder, dass sie hinzugelernt haben. Verschenkten sie in der vergangenen Saison häufig einen größeren Vorsprung, halten sie nun die Konzentration länger aufrecht. Lohn am Samstag war der deutliche 33:23-Sieg und Platz drei in der Tabelle. Den müssen sich die Bittenfelder mit vier weiteren Teams teilen. Bei 17:11 Punkten hat der TVB allerdings das klar bessere Torverhältnis – das zweitbeste übrigens der gesamten Liga.

TV Bittenfeld: Sdunek, Schmidl; Schöbinger (4/1), Weiß (1), Baumbach (2), Lenz (2), Schweikardt, Heib (2), Baumgarten (3), Häfner (7), Wehner (3), Rothe (3), Haik (5), Drobek (1), Seitner (n.e.). Tuspo Obernburg: Hacko, Klimmer; Wilhelm, Milde, Wengerter, Niznan (2), Conrad, Fetser (5/2), Justus (4/1), Hain (1), Volk (8), Maas (1), Liebald (2).