„Es ist sehr schön, dass ich wieder hier spielen darf“

Der Linkshänder Patrick Rothe spricht in einem Interview über seine Zeit in Bietigheim, seine Rückkehr nach Bittenfeld und über die Ziele, die er persönlich und mit der Mannschaft verfolgt.

Herr Rothe, Ihren (Wieder-)Einstand im Trikot des TV Bittenfeld am vergangenen Wochenende haben Sie sich sicherlich erfolgreicher vorgestellt. Waren Sie wenigstens selbst mit Ihrer Leistung bei der 26:27-Niderlage in Coburg zufrieden?

Das Spiel in Coburg war so eine Partie, die man eigentlich nicht verlieren darf. Die Mannschaft hat hervorragenden Handball gespielt und sehenswerte Kombinationen gezeigt. Dass es am Ende nicht mal für einen Punkt gereicht hat, obwohl wir 45 Minuten klar besser waren, war schon sehr bitter und auch enttäuschend. Natürlich habe ich mir meinen Einstand anders vorgestellt. Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr selbstkritisch bin, aber meine Leistung niemals selbst kommentiere und bewerte.

Der Co-Trainer Klaus Hüppchen sagt, dass Ihnen noch die Bindung zum Spiel fehlt. Wie lange wird es wohl dauern, ehe Patrick Rothe wieder zu einer ganz wichtigen Stütze im Team wird?

Der Trainer hat natürlich Recht.. Ich bin jetzt erst seit sehr kurzer Zeit im Mannschaftstraining und da können die ganzen Automatismen noch nicht greifen. Ich versuche mich jedes Training besser hineinzufinden und hoffe, dass ich baldmöglichst auch so gut integriert bin, um meinen Teil zum Erfolg beitragen zu können.

Ihren Wechsel nach Bietigheim vor zwei Spielzeiten begründeten Sie damit, dass Sie sich persönlich weiterentwickeln wollten. Inwieweit ist Ihnen das gelungen?

Ich habe das erste Mal so richtig erfahren, was es heißt, Konkurrenzdruck zu haben. Ich denke, dass das meine Einstellung zum Sport in einer gewissen Weise mit beeinflusst hat. Man muss jedes Training an seine Grenzen gehen, um wirklich das Maximum aus sich herauszuholen. Ich hoffe mir gelingt das.

Was hat jetzt den Ausschlag gegeben zum TVB zurückzukehren?

Bittenfeld ist meine Heimat und wird es auch immer bleiben. Meine Eltern wohnen hier und auch einige Verwandte. Ich bin tief verwurzelt mit diesem Verein und mit diesem Ort und es ist für mich sehr schön, dass ich wieder hier spielen darf. Es war mein Wunsch, hierher zurückzukehren.

Dass Sie noch in dieser Saison unter Vertrag genommen werden, stand lange Zeit auf der Kippe. Was hätten Sie gemacht, wenn es nicht geklappt hätte? Mit welchen anderen Vereinen hatten Sie Kontakt aufgenommen?

Ja das ist richtig. Es war schon ein wenig unsicher, aber wie schon gesagt: Ich bin sehr froh, wieder hier zu sein. Diverse Umstände haben die Verantwortlichen doch bewogen, mich zurückzuholen. Wenn es nicht geklappt hätte, wäre ich wahrscheinlich jeden Samstag mit meinem Vater bowlen gegangen und hätte mir die Spiele von der Tribüne aus angesehen. Kontakt zu anderen Vereinen gab es schon, aber der TVB stand immer an erster Stelle, auch nach dem etwas holprigen Beginn.

Nach dem Aufstieg 2006 mit dem TVB in die zweite Bundesliga haben Sie sich Ihre Rückennummer 17 in chinesischen Schriftzeichen auf den rechten Oberarm tätowieren lassen. Gegen Coburg trugen Sie nun die 21. Soll die irgendwann auf den linken Oberarm kommen?

Der Termin für die 21 steht bereits fest.

Welche Ziele verfolgen Sie in dieser Saison noch persönlich, welche mit dem TVB?

Mein persönliches Ziel ist immer, mich nicht zu verletzen und gesund zu bleiben. Natürlich möchte ich mich sportlich stets verbessern und dem Verein so gut es geht helfen. Ziel muss es mit dieser Qualität in der Mannschaft sein, die Qualifikation für die eingleisige 2.Liga zu schaffen und attraktiven, schnellen Handball zu zeigen.

Und wohin soll der Weg der Bittenfelder Handballer langfristig führen?

Das langfristige Denken überlasse ich gerne den Verantwortlichen des TVB. Für die Mannschaft und jeden Spieler ist es wichtig,  so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Und dann schaut man mal weiter. Wenn die Ergebnisse stimmen, kommt der Rest von ganz alleine. Von Spiel zu Spiel denken, ist für einen Spieler am wichtigsten.

Und Ihr eigener Weg? Mit 28 sind Sie im besten Handballalter.

Ja, das sagt man so, habe ich auch schon gehört. Ich lasse mich einfach mal überraschen.

Das Spiel gegen den TuSpo Obernburg wird nach langer Zeit Ihr erstes Heimspiel in der Gemeindehalle sein. Einige der Fans haben Ihnen Ihren damaligen Weggang übel genommen. Sind Sie deshalb etwas nervös?

Ich bin vor jedem Spiel nervös und angespannt, das gehört auch zu einer guten Vorbereitung dazu. Ehrlich gesagt, ist es mir völlig egal, was die Leute denken. Diejenigen, die mich kennen und mögen, freuen sich, dass ich wieder  in Blau-Weiß spiele. Und das reicht mir völlig.

Zum Schluss noch ein Tipp. Der TVB hat bisher alle Heimspiele gewonnen. Wie wird das Spiel gegen Obernburg ausgehen?

Natürlich hoffe ich, dass sich dieser Trend fortsetzt. Zu einem Ergebnistipp lasse ich mich aber nicht hinreißen. Es müssen erst einmal 60 Minuten gespielt werden und dann ,schau mer mal’, was rauskommt.