TVB verliert in Coburg

So stark sich die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld zuletzt auch zu Hause präsentiert haben – in der Fremde tut sich das Team nach wie vor äußerst schwer. Die jüngste 26:27-Niederlage (13:11) beim HSC 2000 Coburg war bereits die dritte Auswärtsniederlage in Folge.

Dabei hatten die Gäste bis zur 42. Minute schon wie der sichere Sieger ausgesehen. 21:15 führte der TV Bittenfeld als eine Zeitstrafe für den Rückkehrer Patrick Rothe das schon im sicheren Hafen gewähnte Schiff plötzlich zu wanken begann und am Ende versank. Denn just in diesen zwei Minuten holten die Gastgeber drei Tore auf. Und als ihnen im Anschluss – nun selbst in Unterzahl agierend – mit einem Doppelkempa das Tor zum 20:22 gelang, war der TVB bereits so gut wie geschlagen. Das Coburger Publikum war wieder hellwach und stand wie eine eins hinter der Mannschaft. „In dieser Phase haben wir absolut die Kontrolle über das Spiel verloren“, sagt der Bittenfelder Co-Trainer Klaus Hüppchen. In der Euphorie des sicheren doppelten Punktgewinns nahmen sich die Bittenfelder Würfe, die nicht wirklich gut vorbereitet und somit auch nicht von Erfolg gekrönt waren. „Wir haben es schon in den ersten 40 Minuten versäumt, uns noch weiter vom Gegner abzusetzen. Die Chancen waren da“, sagt der Trainer Günter Schweikardt. Und weil die Gastgeber in der Schlussviertelstunde gekämpft haben wie noch nie in dieser Runde (Hüppchen: „Ich habe genügend Videos von den Coburgern  angeschaut“), war der TVB letztlich nicht mehr zu retten – auch wenn am Ende der Sieg noch einmal greifbar schien. Bis acht Minuten vor der Schlusssirene konnten die Bittenfelder nämlich den Zwei-Tore-Vorsprung halten (22:24), doch dann trafen die Coburger viermal in Folge zum 26:24. Doch selbst durch die beiden Treffer von Linkshänder Sebastian Seiter, die 75 Sekunden vor dem Ende zum 26:26-Ausgleich führten, ließen sich die Gastgeber nicht schocken. Und so kam es denn, wie es eigentlich immer bei solchen Spielverläufen kommt: Ein Pass von Florian Schöbinger auf  den flugs nach vorne geeilten Marco Hauk, der zum 27:26 hätte treffen können, wurde von den Gegnern abgefangen. Im Gegenzug und in allerletzter Sekunde bekommen die Coburger einen Siebenmeter zugesprochen, den er erfahrene Christin Rose denn auch sicher zum 27:26 verwandelte. „Letztlich war es eine unglückliche Niederalge gegen eine sehr kompakte Coburger Mannschaft“, sagt Günter Schweikardt. Das Foul, das zum Strafwurf führte, war kein grobes und wäre  in der 20. Minute wohl nur mit einem Freiwurf geahndet worden – ist zumindest Klaus Hüppchen überzeugt. Doch an dem einzigen Pfiff der Unparteiischen Christoph Immel und Roland Klein will der Co-Trainer die neuerliche Schlappe nicht festmachen. „Es hat an vielen Kleinigkeiten gelegen“, sagt Hüppchen. Unterm Strich jedenfalls sei die Niederlage gegen den Tabellenvierzehnten äußerste enttäuschend gewesen – obschon die Bittenfelder 40 Minuten lang vieles richtig und gut gemacht haben. Warum es das Team aber nicht schafft, auswärts über 60 Minuten eine konstante Leistung zu bringen, ist eine Frage, welche die Trainer mehr denn je beschäftigt. „Wir haben die Coburger durch unsere eigenen Fehler wieder ins Spiel gebracht“, sagt Hüppchen.

HSC 2000 Coburg: Selke, Dotterweich – Werner (1), Göhl (5), Rose (4/1), Andersson (4/1), Kelm (2), Lakiza (1), Kästner (6), Vrany (1), Lendner (1), Rivera (2).
TV Bittenfeld: Sdunek, Schmidl – Seitner (3), Schöbinger (4), Weiß (1), Baumbach, Lenz (2), Schweikardt (2/1), Heib (1/1), Baumgarten (6), Rothe, Wehner (2), Hauk (5).