Schock für Bittenfeld: Rutschmann verletzt

(twa). Schock für Handball-Zweitligist TV Bittenfeld vor dem Spiel beim ThSV Eisenach: Torhüter Bastian Rutschmann hat sich im Training verletzt und wird mehrere Wochen ausfallen. Auch ohne Rutschmann und den erkrankten Rechtsaußen Marco Hauk will der TVB seine schwarze Serie beenden: Alle drei Spiele verlor er in Eisenach. ThSV Eisenach (17. Platz, 5:15 Punkte) – TV Bittenfeld (4. Platz, 13:7 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr).

Nach dem Sieg gegen den Leichlinger TV hatte sich TVB-Torhüter Bastian Rutschmann noch darüber gefreut, dass das Team die jüngsten Spiele verletzungsfrei überstanden hat. Nun hat es ausgerechnet ihn erwischt. „Man sollte es nie verschreien“, sagte Rutschmann. Im Training zog sich der 26-Jährige ein sogenanntes Knochenödem zu. Das heißt, der Oberschenkelknochen ist stark geprellt und eingeblutet. Wie lange Rutschmann pausieren muss, ist nicht klar. Mannschaftsarzt Dr. Schlüter, so Rutschmann, gehe von vier bis zwölf Wochen aus. „Das hängt auch davon ab, wie der Körper reagiert“, so der Torhüter weiter.

Es bringe jetzt auch nichts, hinterherzuheulen. Sicher sei seine Form gut gewesen, „aber die kommt auch wieder“. Es überwiege die Erleichterung, schließlich habe direkt nach der Verletzung der Verdacht auf Kreuzbandriss bestanden. Dann wäre die Saison für Rutschmann gelaufen gewesen. Die Bänder haben allerdings nichts abbekommen. Nun steht ausgiebige Physiotherapie auf dem Plan. Und abwarten.

„Einigermaßen erleichtert“ reagierte auch TVB-Trainer Günter Schweikardt nach der Diagnose. Zum Glück hat der TVB mit Daniel Sdunek einen weiteren Torhüter, der seine Qualität in dieser Saison schon mehrfach unter Beweis gestellt hat. Als zweiter Torhüter wird Felix Schmidl mit nach Eisenach reisen. Der 20-Jährige mit Zweifachspielrecht spielt normalerweise für den Baden-Württemberg-Oberligisten SG Pforzheim/Eutingen.

Außer Rutschmann werden die Bittenfelder morgen auch auf Marco Hauk verzichten müssen. Der Rechtsaußen nimmt nach einer Grippe Antibiotika. Dafür wird David Krammer nach seiner Knieverletzung zum ersten Mal wieder spielen. Mit dabei sein wird auch Kai Häfner.

Abgehakt haben die Bittenfelder das Spiel gegen Leichlingen, in dem sie mehr mit den merkwürdigen Entscheidungen der Schiedsrichter als mit dem Gegner zu kämpfen hatten, souverän mit 35:26 gewannen und damit ihren vierten Rang verteidigten.

Am elften Spieltag haben die Bittenfelder nun die große Chance, das dünne Polster auf die nachfolgenden Mannschaften auszubauen – oder im besten Fall mit dem Tabellenzweiten TSG Friesenheim nach Punkten gleichzuziehen: Die Konkurrenten werden sich die Punkte im direkten Aufeinandertreffen gegenseitig abnehmen.

Voraussetzung ist freilich ein Sieg beim ThSV Eisenach. Das Team von Trainer Maik Handschke arbeitete sich in der vergangenen Saison mit einer imponierenden Bilanz von 17:3 Punkten in der Rückrunde bis auf Platz fünf. In ähnlichen Sphären wollten sich die Eisenacher auch in dieser Saison bewegen. Zumal sie ihren Kader verstärkt haben, unter anderem mit dem Abwehrspezialisten Till Bitterlich von der HR Ortenau.

Die Bilanz indes ist nach zehn Spielen ernüchternd: Nur zweimal – beim 29:28 in Frankfurt und 28:23 gegen Aufsteiger TV Neuhausen/Erms – verließ der ThSV die Halle als Sieger. Mit 5:15 Punkten rangiert er punktgleich mit Schlusslicht Tusem Essen auf dem vorletzten Platz. Zuletzt setzte es in Essen eine 31:36-Niederlage, nach 27 Minuten schienen die Eisenacher beim 8:20 einem Debakel entgegenzusteuern. Der ohne seine verletzten Stammkräfte Benjamin Trautvetter, Girts Lilienfelds, Nick Heinemann, Christoph Jauernik und Krisztian Szep-Kis angetretene ThSV steigerte sich nach der Pause enorm.

Nicht nur deshalb und aufgrund der Tatsache, dass Eisenach als einziges Team dem Tabellenführer Hüttenberg einen Punkt abknöpfte, sind die Bittenfelder gewarnt. Der TVB hat unangenehme Erinnerungen an Eisenach und noch nie dort einen Punkt mitgenommen. „Solche Serien interessieren uns eigentlich nicht“, sagt Co-Trainer Klaus Hüppchen. „Wir wollen weiter so stabil spielen wie bisher.“

Die Eisenacher haben unter der Woche auf die personelle Misere reagiert und sich die Dienste des zweitbundesligaerfahrenen Rückraumspielers Alexander Koke gesichert. Der 30-Jährige spielte zuletzt beim SV Harleshausen-Kassel in der Regionalliga Südwest und gehörte viele Jahre zum Stammpersonal beim TSV Bayer Dormagen. Koke wird schon morgen spielberechtigt sein.

Drei Tschechen gehören zum Gerüst der Eisenacher: Torhüter Radek Musil sowie die Rückraumspieler Tomas Sklenak und Pavel Prokopec. Sehr gefährlich sind sie auch über Kreisläufer Benjamin Trautvetter.