Der TVB macht es spannend

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat seinen ersten Auftritt in der Porsche-Arena in dieser Saison erfolgreich hinter sich gebracht. Die 4371 Zuschauer brauchten gestern jedoch etliche Nerven, bis der 30:28-Sieg (13:11) gegen Groß-Bieberau unter Dach und Fach war. Es fehlte nicht viel, und die TSG hätte den TVB mit ihren ewig langen Angriffen eingeschläfert.

Es gab schon hochklassigere Spiele des TVB in der Porsche-Arena, dafür war die Saisonpremiere gestern Abend immens spannend. Selbst als der Groß-Bieberauer Maximilian Schubert 30 Sekunden vor Schluss beim 29:28 für den TVB den Ball am Tor vorbeigeworfen hatte, mussten die Fans noch zittern. Marcel Lenz erlöste sie und seine Mannschaft mit dem 30:28.

Die Voraussetzungen waren gut für den TVB, die Erfolgsserie in der Porsche-Arena fortzusetzen. Der angeschlagene Kreisläufer Simon Baumgarten biss auf die Zähne, und erstmals war auch Kai Häfner mit dabei. Er sollte Sebastian Seitner im rechten Rückraum und Marco Hauk auf Rechtsaußen entlasten. Indes: Gerade diese Achse kam überhaupt nicht ins Spiel. Seitner erwischte wie in Erlangen einen schwachen Tag, Häfner fehlte die Bindung.

Äußerst mühsam kam der TVB in die Gänge. Die Taktik der TSG Groß-Bieberau wurde bereits in den Anfangsminuten deutlich: Mit langen Angriffen versuchte sie die Bittenfelder Deckung einzulullen. Irgendwann – kurz vor dem Zeitspiel –, schlugen die Gäste zu. Das sah nicht besonders attraktiv aus, war aber erfolgreich. Auf der anderen Seite fehlten dem Bittenfelder Angriff die Ideen gegen die kompakte Deckung der TSG. Ergebnis war eine zähe, torarme Begegnung mit vielen Fehlern auf beiden Seiten und guten Torhüterleistungen. Beim TVB überzeugte Daniel Sdunek, auf der Gegenseite schossen die Bittenfelder Felix Beck regelrecht warm. Nach 21 Minuten stand’s gerade einmal 7:7.

Mehr Tempo kam immer dann ins Spiel, wenn Alexander Heib auf dem Platz stand. Er gehörte zusammen mit Jürgen Schweikardt, der in schwierigen Situationen Verantwortung übernahm, zu den Besten beim TVB. Dominik Weiß sorgte beim 11:9 (27.) für die erste Zwei-Tore-Führung, die nahm der TVB auch mit in die Pause (13:11).

Im zweiten Durchgang hielt Bittenfeld den Vorsprung bis zum 15:13. Dann nutzte Groß-Bieberau einige schlampige Abspiele und unkonzentrierte Abschlüsse des TVB zur 16:15-Führung (36.). Da schlug’s auch kaum zu Buche, dass der eingewechselte Torhüter Bastian Rutschmann prima ins Spiel fand. Für große Unruhe in der TVB-Deckung sorgten der quirlige Rechtsaußen Felix Kossler und Alexej Rybakov am Kreis.

Bittenfeld rannte diesem Rückstand zunächst hinterher, ehe Heib mit dem 21:20 (44.) die Führung wieder zurück holte. Der TVB schaffte es aber nicht, sich Luft zu verschaffen – auch nicht nach Schweikardts 26:24 (53.), Baumgartens Zaubertor mit links zum 27:25 (55.) und Hauks 28:26 (56.). Selbst nach Schweikardts Treffer zum 29:27 drei Minuten vor dem Ende gaben sich die Gäste nicht geschlagen. Schließlich ärgerten auch die nicht immer souveränen Schiedsrichter Knapp und Puchinger die Bittenfelder. Viel zu früh zeigten sie bei einem Angriff Zeitspiel an, Weiß musste unvorbereitet abschließen. So blieb der TSG zumindest noch die Chance auf einen Punkt. Doch der zuvor treffsichere Schubert zielte neben das Tor. Lenz’ sorgte schließlich für kollektives Aufatmen nach einem nervenaufreibenden Spiel.

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Seitner (1), Schöbinger (2), Weiß (2), Lenz (2), Schweikardt (10/6), Heib (5/1), Baumgarten (2), Wehner (2), Hauk (2), Drobek, Häfner (2). TSG Groß-Bieberau: Beck, Hümmer; Göbel; Knobloch (2/2), Laurencz (2), Alexej Rybakov (2), Konrad (1), Schellhaas, Bauer (2), Neumann (1), Gerber, Schubert (6), Dennis Rybakov (2), Kossler (10/4).