Niederlage in Erlangen

Erlangen. Die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld müssen weiter auf ihren ersten Auswärtserfolg warten. Auch im dritten Anlauf klappte es nicht. Beim HC Erlangen setzte es am Samstag eine bittere 28:32-Niederlage (13:16). „Wir haben zu viele Fehler gemacht“, sagt Co-Trainer Klaus Hüppchen.

Ähnlich wie beim Auftritt in Delitzsch fanden die Bittenfelder auch beim HC Erlangen zunächst schwer ins Spiel. Sowohl in der Defensive als auch im Angriff musste der Trainer Günter Schweikardt zahlreiche Fehler seiner Entourage registrieren. Zu viele. Und so musste der TVB bereits in der zwölften Minute beim Stande von 7:3 für die Gastgeber einem Vier-Tore-Vorsprung hinterherlaufen. „Diese vier Tore haben uns am Ende auch gefehlt“, sagt Co-Trainer Klaus Hüppchen, für den die Niederlage besonders bitter war. Denn: „Die Gastgeber haben den Sieg mehr gewollt als wir“, musste er nach dem Schlusspfiff konstatieren. Dabei hatten sich die Bittenfelder kurz vor der Pause beim 15:13 und zehn Minuten nach Wiederanpfiff beim 21:19 wieder auf zwei Tore an die Franken herangekämpft. Doch just in dem Moment, in dem es darum ging, das Spiel zu ihren Gunsten zu drehen, unterliefen den Bittenfeldern einfachste Fehler. Und die nutzen die Gastgeber freilich eiskalt aus. Vor allem Daniel Stumpf, mit zwölf Treffern erfolgreichster Schütze der Partie, nahm die Geschenke dankend an. Zweimal war der linke Außenspieler vom Siebenmeterstrich erfolgreich, von den zehn Feldtoren resultierten acht aus erfolgreich verwandelten Gegenstößen. Und bei denen waren denn auch die beiden Bittenfelder Keeper Bastian Rutschmann und Daniel Sdunek machtlos.

„Wir haben zu viele Fehler gemacht, um etwas mitnehmen zu können“, sagt Klaus Hüppchen. Auch, weil die Fehler hart bestraft wurden. „Hätten wir konstanter gespielt, hätte es mit einem Sieg klappen können.“ Indes: In Simon Baumgarten mussten die Bittenfelder freilich kurzfristig auf eine ganz wichtige Personalie verzichten. Der Kreisläufer hatte sich beim Warmmachen am Rücken verletzt und konnte nicht spielen. „Er hat es zwar versucht, aber nach drei Minuten war klar, dass es nicht geht“, sagt Günter Schweikardt. Für Baumgarten agierte Florian Schöbinger am Kreis, außerdem war dieser im Abwehrzentrum an der Seite von Ludek Drobek stark gefordert. Dass außer dem neunfachen Torschützen Alexander Heib und mit Abstrichen auch Jürgen Schweikardt keiner der Bittenfelder sein Leistungsvermögen hatte abrufen können, machte die Aufgabe für die Franken noch einfacher. Zumal diese nach dem starken Start mit nunmehr 8:2 Punkten und Tabellenplatz vier derzeit ohnehin auf einer kleinen Erfolgwelle schwimmen und auch gegen den TV Bittenfeld mit viel Selbstvertrauen aufgetreten sind. „In so einer Situation klappt dann eben auch alles“, sagt Günter Schweikardt, der den 32:28-Erfolg der Gastgeber vor 1200 Zuschauern denn auch als verdient anerkannte.  Umso mehr gelte es nun aber am kommenden Freitag in der Porsche-Arena gegen die TSG Groß-Bieberau zu punkten. „Wir freuen uns riesig auf das Spiel“, sagt Günter Schweikardt, wohlwissend, dass auch diese Aufgabe keinen einfache werden wird. Immerhin sind die Südhessen mit 6:4 Punkten ebenfalls besser in die Runde gestartet als der momentan achtplatzierte TV Bittenfeld (5:5 Zähler).

HC Erlangen: Zapf, Bayerschmidt; Schwandner (2), Georg Münch (3), Heimansfeld, Hannes Münch (2), Krämer (7), Wannenmacher, Kirchner, Nienhaus (3), Stumpf (12/2), Laout (3).

TV Bittenfeld: Rutschmann, Sdunek; Seitner, Schöbinger (5), Weiß (1), Lenz (1), Schweikardt (6/2), Heib (9/1), Baumgarten, Wehner (3), Hauk (3), Drobek.

STIMMEN:

Marco Hauk (Rechtsaußen, TV Bittenfeld): „Klar, haben die Erlangener derzeit einen Lauf und spielen auch nicht schlecht, aber im Nachhinein betrachtet, wäre für uns trotzdem mehr möglich gewesen – wenn wir besser gespielt hätten. Unsere Chanceverwertung war wieder schlecht, auch die Abwehr war nicht aggressiv genug. Da muss auswärts einfach künftig mehr kommen. Nicht nur von einzelnen Spielern, sondern mal von der gesamten Mannschaft.“

Daniel Sdunek (Torwart, TV Bittenfeld): „Wir haben es über die gesamte Spielzeit nicht geschafft, eine vernünftige Deckung zu stellen und vorne haben wir klarste Chancen nicht genutzt. Am eklatantesten war aber, dass wir die ersten zehn Minuten total verschlafen haben und dem Vier-Tore-Rückstand bis zum Ende erfolglos hinterhergelaufen sind.“

Ludek Drobek (Abwehrspezialist, TV Bittenfeld): „Ich muss klar sagen, dass man, wenn man auswärts gewinnen will, vier oder fünf Tore besser sein muss als der Gegner. Leider waren wir das nicht. Wir sind schlecht gestartet und haben dann nicht ins Spiel gefunden. Wir waren in der Abwehr nicht aggressiv genug und haben einfach viel von dem, was wir vor der Partie besprochen hatten, nicht umgesetzt.“

Pressspiegel HC Erlangen