Bittenfelder Pflichtsieg mit Kür-Elementen

Nach der Galavorstellung im DHB-Pokal vom Dienstag gegen die Rhein-Neckar-Löwen sind die Bittenfelder Handballer erfolgreich in den Zweitliga-Alltag zurückgekehrt. Nach anfänglichen Problemen bezwang der TVB den bis dato ungeschlagenen EHV Aue souverän mit 32:28 (14:13). Erneut war das Torhüter-Gespann Daniel Sdunek/Bastian Rutschmann der große Rückhalt des TV Bittenfeld.

So ganz wohl war den Verantwortlichen des TV Bittenfeld vor dem Spiel gegen den EHV Aue nicht. Die tolle Leistung gegen die Rhein-Neckar-Löwen war zwar förderlich fürs Selbstvertrauen nach der Niederlage in Delitzsch. Die Frage indes war, wie schnell sich der TVB wieder im rauen Ligaalltag zurechtfinden würde nach den Lobeshymnen aus der ganzen Republik.

Auch wenn der EHV Aue nicht gerade zu den Spitzenmannschaften der 2. Liga zählte und vornehmlich in eigener Halle die Punkte holte: Der TVB war gewarnt, immerhin überstand der EHV drei Punkt- und zwei DHB-Pokalspiele ungeschlagen.

Während die Bittenfelder in Bestbesetzung antraten, fehlte dem Gast mit Alexander Matschos ein zentraler Spieler. Der finnische Nationalspieler Tommi Sillanpää kam nur zu einem Kurzeinsatz. Zunächst jedoch war Aue diese Schwächung nicht anzumerken. Es startete konzentriert, versuchte es gegen die defensive TVB-Deckung immer wieder mit zwei Kreisläufern. Bittenfeld war nicht immer auf der Höhe, und so stand’s nach zehn Minuten 6:6.

Ein Siebenmeter des guten Alexander Heib zum 7:6 (12.) leitete eine starke Phase des TVB ein. Binnen zehn Minuten eilte er auf 12:7 davon. Großen Anteil daran hatte Torhüter Daniel Sdunek, der den Vorzug des zuletzt herausragenden Bastian Rutschmann erhielt. Sdunek parierte in den ersten 30 Minuten 14 Bälle. Eine prima Quote.

Die Bittenfelder hätten zur Pause für die Vorentscheidung sorgen können. Doch in den letzten acht Minuten ließen sie gleich reihenweise beste Chancen aus. Allen voran Marco Hauk, normalerweise bei Gegenstößen ein sicherer Schütze, versagten die Nerven. Viermal scheiterte er an EHV-Keeper Timo Meinl, beim 14:12 machte es Florian Schöbinger seinem Rechtsaußen nach. So rettete der TVB die dünne 14:13-Führung in die zweiten 30 Minuten.

Zwei schöne Aktionen des gegenüber den jüngsten Spielen verbesserten Jürgen Schweikardt leiteten die besten Minuten des TVB kurz nach der Pause ein. Die Abwehr vor dem eingewechselten und ebenso starken Bastian Rutschmann – er parierte zwölf Würfe – stand kompakter. Die Gäste mussten häufig nahe am Zeitspiel agieren, und die nicht immer sicheren Schiedsrichter Harald Schembs und Markus Weyell ließen Aue lange gewähren. Der schnelle Hauk nutzte jedoch nun seine Konterchancen, und nach 36 Minuten hatte sich Bittenfeld den komfortablen 20:15-Vorsprung herausgespielt. Der nimmermüde Eric Meinhardt hielt die Gäste zunächst einigermaßen im Spiel. Beim 26:22 (47.) hoffte Aue noch auf die Wende. Nach drei Toren des TVB in Folge zum 30:23 war die Partie allerdings acht Minuten vor Schluss endgültig gelaufen. Gegen Ende ließ die Konzentration bei den Bittenfeldern zwar etwas nach, gefährdet indes war der zweite Saisonsieg beim 32:28 nicht wirklich.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Seitner (4), Schöbinger (2), Weiß (3), Lenz (4), Schweikardt (3), Heib (5/4), Baumgarten (2), Krammer, Wehner (2), Hauk (6), Drobek (1).

EHV Aue: Meinl, Skabeikis; Schäfer, Meinhardt (9/3), Roch (3), Rothenburger, Agnarsson (5), Weik (2), Berthold, Vesely, Sillanpää (1), Uematsu (4), Wittig (4), Swat.