Nicht zu ehrfürchtig vor „Weltauswahl“

(twa). Für die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld ist’s ein früher Höhepunkt in der Saison: In der zweiten Runde im Pokalwettbewerb des Deutschen Handball-Bundes gastiert heute (20.15 Uhr) Erstligist Rhein-Neckar-Löwen in der ausverkauften Bittenfelder Gemeindehalle. „Für uns ist das eine tolle Gelegenheit, uns zu präsentieren“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt.

Zu gerne wären die Bittenfelder dem Erstligisten heute Abend mit 5:1 Zweitligapunkten gegenübergetreten. In Delitzsch mussten sie am Freitag allerdings beim 23:27 am dritten Spieltag die erste Niederlage einstecken. Eine ärgerliche war’s, schließlich war der TVB nach dem 12:18-Rückstand bei der 21:20-Führung drauf und dran, das Spiel nach 50 Minuten zu drehen. Ein paar Konzentrationsschwächen, risikoreiche Anspiele an den Kreis und die schwache Chancenverwertung verhinderten den Auswärtssieg. „Das ist schade, wir haben eine große Chance vergeben“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. Andererseits habe Delitzsch auch eine gute Mannschaft. Mit einem Sieg am Samstag im Heimspiel gegen den EHV Aue wäre der TVB bei dann 5:3 Punkten wieder im Soll.

Vorher indes steht der Saisonhöhepunkt an: In der zweiten Runde um den DHB-Pokal kommen heute die Rhein-Neckar-Löwen in die Gemeindehalle. Das ist nicht irgendein Erstligist. Die Mannheimer wollen mittelfristig die Dominanz des THW Kiel beenden und endlich wieder eine deutsche Meisterschaft in den Süden holen. Schon in der aktuellen Saison wird den Löwen der Titelgewinn zugetraut.

TVB-Trainer Günter Schweikardt ist sich sicher, das die Löwen der norddeutschen Übermacht mit den Zebras aus Kiel und dem HSV Hamburg Paroli bieten werden. „Strukturell und wirtschaftlich haben sie alle Möglichkeiten dazu“, sagt er. „Die Löwen haben jetzt schon ein absolutes Topteam.“ Die Fans in der Gemeindehalle dürften sich auf eine „Weltauswahl“ freuen mit einer ganzen Reihe von Weltmeistern und Olympiasiegern. „Wir wollen uns so lange wie möglich gut präsentieren“, sagt Schweikardt. „Alles andere wäre vermessen.“ Der Trainer hofft, dass sein Team nicht gleich von Beginn an überrannt wird. „Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren und abwarten, was der Gegner zulässt.“ Bei allem Respekt dürften seine Spieler aber auch nicht vor Ehrfurcht erstarren. „Wir werden uns voll reinhängen.“

Schweikardt wird wahrscheinlich sein bestes Team zur Verfügung haben. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Spielmacher Alexander Heib. In Delitzsch kam er nur bei einem Siebenmeter zum Einsatz, nachdem er sich beim Abschlusstraining im Knie verletzt hatte. Gestern stand Heib bereits wieder im Training. Nicht zur Verfügung stehen wird Jens Baumbach (Sehnenscheidenentzündung). Für ihn rückt das Talent Marvin Gille (17) in den Kader.

Bleibt die Frage, auf welche Löwen die Bittenfelder heute am meisten achtgeben müssen. Schweikardt fällt’s schwer, Spieler herauszuheben bei der Ansammlung von Weltstars. Als da wären beispielsweise die Torhüter Henning Fritz und Slawomir Szmal. Natürlich Nationalspieler. Im Rückraum sind die Löwen auf jeder Position gleich dreifach besetzt. Da wird’s auch nicht ins Gewicht fallen, dass mit Grzegorz Tkaczyk ein polnischer Nationalspieler verletzungsbedingt fehlen wird. Es gibt ja noch Karol Bielecki, Siarhei Harbok, Michael Müller, Alexandros Alvanos und natürlich Neuzugang Olafur Stefansson. Der 36-jährige Schwede spielte 236-mal für Island, holte mit seinem Land bei den Olympischen Spielen in Peking die Silbermedaille, war viermal Champions-League-Sieger mit Magdeburg und Ciudad Real und war Welthandballer des Jahres. Für viele ist Stefansson heute noch der beste Linkshänder der Welt.

Auch die Außenpositionen (Patrick Groetzki, Uwe Gensheimer, Gudjon Sigurdsson) und der Kreis (Andrej Klimovets, Bjarte Myrhol, Carlos Prieto, Oliver Roggisch) sind mit Nationalspielern bestückt.

Das Spiel wird ausverkauft sein. Rund 50 Stehplatzkarten gibt’s heute noch an der Abendkasse. Die Rhein-Neckar-Löwen haben ihr Kontingent nicht ausgeschöpft, außerdem wurden nicht alle Dauerkarten eingetauscht.

Pressespiegel der Rhein Neckar Löwen