Vizemeister schreckt den TVB nicht

(twa). Viel schwerer hätten es die Bittenfelder Zweitliga-Handballer zum Saisonauftakt nicht erwischen können: Morgen (20 Uhr) muss der TVB beim Vizemeister TSG Friesenheim antreten. „Irgendwann müssen wir gegen die TSG spielen“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. Halte seine Mannschaft das Niveau der jüngsten Spiele, habe sie auch in Friesenheim eine Siegchance.

Mit dem Pokalspielen ist das so eine Sache, schließlich messen die Trainer den Spielen vor dem offiziellen Punktspielstart unterschiedliche Bedeutung zu. So oder so: Ein Sieg bei einem stark eingeschätzten Ligakonkurrenten und dazu noch eine gute Leistung können zumindest dem Selbstvertrauen nicht schaden. Deshalb war TVB-Trainer Günter Schweikardt nach dem letztlich souveränen 29:25-Sieg in Coburg auch erleichtert. „Wir haben sehr konzentriert gespielt“, sagt er.

Der Sieg bei einem der Aufstiegskandidaten sei zwar „kein Anlass für Spekulationen“, mache aber Mut für die nächsten Aufgaben. Eine schwere Prüfung steht den Bittenfeldern zum Saisonauftakt morgen bevor. Die TSG Friesenheim kämpfte sich in der vergangenen Saison mit einer starken Rückrunde auf den zweiten Platz und musste sich in den Aufstiegsspielen zur ersten Liga nur äußerst unglücklich geschlagen geben.

In der neuen Runde will das Team um den ehemaligen Kornwestheimer Trainer Thomas König wieder vorne mitspielen. Vom Aufstieg indes redet die TSG nicht, schließlich geht sie mit einem extrem jungen Kader an den Start. Im Schnitt sind die 17 Spieler gerade einmal 22,1 Jahre alt. Mit Ulrich Spettmann (hörte auf), Sebastian Roth (Eintracht Hildesheim) und Steffen Bühler (SG BBM Bietigheim) verlor die TSG wichtige Spieler. Auf der anderen Seite bekam sie dank der Kooperation mit dem Erstligisten und DHB-Pokalgegner des TV Bittenfeld, den Rhein-Neckar-Löwen, außergewöhnliche Talente. Die Jugend-Nationalspieler Gabor Ancsin, Alexander Becker und Niklas Ruß werden in der 2. Liga per Zweifachspielrecht Spielpraxis sammeln.

„Zu dieser Kooperation kann man die TSG nur beglückwünschen“, sagt Schweikardt. „Sie kann ständig auf einen gewissen Fundus an Talenten zurückgreifen.“ Ein Vorteil sei auch die geografische Nähe der beiden Vereine.

Großer Rückhalt der Friesenheimer ist Torhüter Kevin Klier. Stark besetzt sind die „Eulen“ vor allem im Rückraum. Hier hat König mit Gunnar Dietrich, Benjamin Matschke, Nils Brandt, Mindaugas Veta und dem wieder genesenen Frank Müller alle Möglichkeiten.

„Friesenheim zählt auch diese Saison zu den Favoriten“, sagt Schweikardt. „Wir können aber jede Mannschaft schlagen – das gilt auch für Friesenheim.“ Die personellen Voraussetzungen sind jedenfalls sehr gut. Bis auf Junioren-Weltmeister Kai Häfner tritt der TVB morgen in Bestbesetzung an. Theoretisch könnte Häfner spielen, da Göppingen nicht im Einsatz ist. „Das macht aber keinen Sinn“, sagt Schweikardt. „Es ist nicht der Zeitpunkt, darüber nachzudenken.“ Häfner habe wegen der WM keine Pause gehabt und zudem nicht mit der TVB-Mannschaft trainiert.

Zumindest in Coburg hatten die Bittenfelder auf der halbrechten Rückraumposition keine Sorgen: Sebastian Seitner war mit acht Toren bester Torschütze und glänzte zudem mit einigen feinen Anspielen.

Der TV Bittenfeld setzt zum Spiel in Friesenheim am morgigen Freitag einen Fanbus ein. Kurzentschlossene können noch zusteigen, Abfahrt ist um 17.30 Uhr am Vereinsheim in Bittenfeld.