Der Brüller: Löwen beim TVB

(twa). Einen attraktiven Gegner haben sich die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld in der zweiten Runde um den Pokal des Deutschen Handball-Bundes gewünscht. Besser hätte es bei der Auslosung gestern nicht laufen können: Am Mittwoch, 23. September, kommt mit den Rhein-Neckar-Löwen der attraktivste, aber zugleich schwerste Gegner zum TVB.

Nachdem die Bittenfelder die erste Runde im DHB-Pokal beim Ligakonkurrenten HSC Coburg mit 29:25 relativ souverän überstanden hatten, blickten die TVB-Verantwortlichen gestern gespannt nach Dortmund. Auf der Geschäftsstelle der Handball-Bundesliga GmbH wurde die zweite Runde ausgelost. Ein Heimspiel wünschten sich die Bittenfelder für das Spiel unter der Woche. Und natürlich einen Gegner, der die Zuschauer lockt und am besten noch schlagbar ist.

Eine volle Halle werden die Bittenfelder am 23. September mit Sicherheit haben. Mit dem Einzug in die nächste Runde indes dürfte es normalerweise nichts werden: Die Rhein-Neckar-Löwen zählen zusammen mit dem THW Kiel und dem HSV Hamburg zu den heißesten Anwärtern auf die deutsche Meisterschaft.

„Was die Attraktivität betrifft, hätten wir es nicht besser erwischen können, wir freuen uns sehr“, sagt Jürgen Schweikardt, Spieler und Marketing-Chef des TVB. „Schwerer geht’s allerdings auch nicht.“ Kiel oder Hamburg hätte der TVB nicht zugelost bekommen können, weil in der zweiten Runde die Mannschaften noch in eine Süd- und Nordgruppe eingeteilt werden.

Heute werden sich die TVB-Verantwortlichen zusammensetzen „und besprechen, wie wir das Spiel organisieren“. Jürgen Schweikardt geht davon aus, dass die Partie in der Bittenfelder Gemeindehalle ausgetragen wird.

„Für uns ist das ein Riesenhighlight und für die Zuschauer eine tolle Sache“, sagt Günter Schweikardt, Trainer und Sportlicher Leiter des TVB. „Allerdings hätten wir auch einen Gegner ziehen können, gegen den wir eine reelle Siegchance haben.“

Stelldichein der Nationalspieler im Kader der Löwen

In der Saisonvorbereitung hatten es die Bittenfelder mit manchen Erstligisten zu tun: Ademar Leon (Spanien), TBV Lemgo, FA Göppingen, HBW Balingen-Weilstetten. Die Löwen indes dürften eine andere Hausnummer sein. Die vergangene Saison war die erfolgreichste überhaupt in der Vereinsgeschichte: Platz drei in der Bundesliga, Halbfinale in der Champions League und im DHB-Pokal. In der neuen Saison wollen die Mannheimer mit dem neuen Trainer Ola Lindgren einen Titel. Mit Jan Filip (Kadetten Schaffhausen), Mariusz Jurasek (KS Vive Kielce) und Christian Schwarzer (Karriereende) haben die Löwen zwar wichtige Spieler verloren. Die Zugänge indes sind von allererster Güte: Der 263-fache isländische Nationalspieler Olafur Stefansson kommt vom spanischen Spitzenclub Ciudad Real, der deutsche Nationalspieler Michael Müller vom TV Großwallstadt. Internationale Topspieler sind die Kreisläufer Bjarte Myrhol (HSG Nordhorn) und Carlos Prieto (Valladolid).

Nur fünf Spieler im 19er-Kader der Löwen haben keine internationale Erfahrung. Im Tor stehen Henning Fritz und Slawomir Smal. Überragende Handballer sind Karol Bielecki, Grzegorz Tkaczyk, Uwe Gensheimer, Gudjon Sigurdsson, Andrej Klimovits und Oliver Roggisch. Mehr internationale Klasse werden die Bittenfelder also in nächster Zeit in einem Pflichtspiel kaum mehr zu Gesicht bekommen.

Bei aller Euphorie über das Los: Trainer Günter Schweikardt hat schon wieder andere Dinge im Kopf. „Der Pokal hat keine Nachhaltigkeit“, sagt er. „Heute freuen wir uns noch, morgen steht die nächste schwere Aufgabe im Vordergrund.“ Am Freitag muss der TVB zum Ligaauftakt beim Vizemeister TSG Friesenheim antreten. Und die Bundesliga hat für den Coach nach wie vor Priorität.

Noch steht nicht fest, wann’s Karten für den Pokalhit geben wird. Der Kartenverkauf für das erste Heimspiel am Samstag, 12. September, gegen den Aufsteiger TV Korschenbroich hat dagegen auf der TVB-Geschäftsstelle begonnen. Reservierungen sind möglich. Durch die Verlegung der Gäste-Zuschauerplätze hinter das Tor gibt’s noch Sitzplatz-Dauerkarten. Genaue Infos auf der Geschäftsstelle.