Ausgleich des TVB mit der Schlusssirene

Spielerisch hat Handball-Zweitligist TV Bittenfeld im vorletzten Heimspiel nicht überzeugt. Intakt indes war die Moral: Zwischenzeitlich mit sechs Toren lag der TVB gegen den ThSV Eisenach zurück, mit großem Kampfgeist retteten die Bittenfelder beim 29:29 (13:17) einen Punkt gegen den Tabellenvierten. Sebastian Seitner traf mit der Schlusssirene zum Ausgleich.

Die Spielzeit war abgelaufen. Der Ball lag im Eisenacher Tor, Sebastian Seitner auf dem Boden und die unsicheren Schiedsrichter Fabian Baumgart und Sascha Wild hielten dem Gästespieler Karsten Wöhler die Rote Karte unter die Nase. In der Gemeindehalle war’s dennoch vergleichsweise ruhig: Keiner der 800 Zuschauer wusste zunächst, ob der Treffer zum 29:29 in der regulären Spielzeit gefallen war. Baumgart/Wild entschieden sich pro Bittenfeld, die Proteste der Gäste hielten sich in Grenzen. Am Ende waren alle zufrieden: Eisenach blieb auch im neunten Spiel hintereinander ohne Niederlage und verteidigte den vierten Tabellenplatz. Und der TVB verbesserte sich auf Rang sieben.

Die Voraussetzungen für den TVB, die Erfolgsserie der Eisenacher zu stoppen, waren nicht allzu gut gewesen. Außer Kai Häfner und Marco Hauk fehlte Evgeni Prasolov wegen einer Bronchitis. Etliche andere Bittenfelder Spieler waren nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte – und das war dem Spiel deutlich anzumerken. Der TVB wirkte über weite Strecken ungewöhnlich müde, kraft- und inspirationslos.

TVB-Keeper Björgvin Gustavsson hatte nicht seinen besten Tag

Nicht bei der Sache war zunächst vor allem die rechte Abwehrseite. Der Eisenacher Linksaußen Alexander Schiffner, immer wieder klug in Szene gesetzt vom tschechischen Nationalspieler Tomas Sklenak, düpierte die Bittenfelder Defensive gleich reihenweise. Und TVB-Keeper Björgvin Gustavsson, normalerweise von den Außenpositionen nur schwer zu bezwingen, sah schlecht aus.

Vorne fehlten den Bittenfeldern gegen die Eisenacher 6:0-Deckung die Ideen, zudem scheiterten sie mit teilweise unvorbereiteten Würfen am guten Gästetorhüter Radek Musil. Alleine Adrian Wehner hielt sein Team in der Anfangsphase im Spiel. 9:7 führte der Gast nach einer Viertelstunde, und Gustavsson räumte seinen Platz für Benjamin Krotz.

Am Spiel änderte sich zunächst allerdings nichts. Die Stützen im TVB-Rückraum, Jürgen Schweikardt und Sebastian Seitner, fanden überhaupt nicht ins Spiel. Über die Außenpositionen ging so gut wie nichts, Marcel Lenz hatte zumindest bei Kontern einige gute Szenen. Eisenach wirkte wacher, frischer und nützte eine Unmenge technischer Fehler und Abschlussschwächen des TVB routiniert zur 14:9-Führung nach 24 Minuten. Auch die Auszeit brachte den TVB nicht in die Spur, zur Pause führte Eisenach verdientermaßen mit 17:13.

Den Fans blieb die Hoffnung auf bessere zweite 30 Minuten. Als Wehner nach einem tollen Anspiel des ansonsten blassen Florian Schöbinger das 16:19 erzielte, schienen die Bittenfelder neuen Mut zu schöpfen. Zumal Krotz immer besser ins Spiel kam und die Abwehr viel besser stand als vor der Pause.

Allein: Das nützte nichts, weil sich im Angriff immer wieder haarsträubende Fehler einschlichen. Simon Baumgarten hatte am Kreis gute Aktionen. Ansonsten ging eigentlich nur von Wehner Gefahr aus. Doch auch er hatte einige unglückliche Aktionen. Nach 38 Minuten hatte Eisenach bei der 22:16-Führung das Spiel im Griff.

Dass die Gäste die Partie nicht locker nach Hause schaukelten, lag an der Kampfkraft der Bittenfelder. Die Defensive zwang die Eisenacher zu unvorbereiteten Würfen, vorne kam Alexander Heib auf Touren. Nach Ludek Drobeks 22:23 (45.) waren die Bittenfelder wieder im Spiel. Krotz hielt stark, doch Konzentrationsmängel im Angriff ließen den Ausgleich zunächst nicht zu. Nach dem 28:25 des guten Pavel Prokopec (54.) hatte Eisenach alle Trümpfe in der Hand. Doch der TVB kämpfte. Wehner traf eineinhalb Minuten vor Schluss zum 28:28. Sklenak sorgte mit aller Gewalt für die erneute Führung des Tabellenvierten.

In der Auszeit 16 Sekunden vor dem Ende besprachen die Bittenfelder den finalen Spielzug, der den Ausgleich bringen sollte. Trainer Günter Schweikardt nahm den Torhüter vom Feld und schickte einen siebten Feldspieler auf den Platz. Gerichtet hat’s schließlich Seitner, der das 29:29 mit einem Brummschädel bezahlte und trotz durchwachsener Leistung dem TVB damit einen Punkt rettete.

TV Bittenfeld: Gustavsson, Krotz; Seitner (3), Schöbinger (1), Kienzle, Lenz (5), Schweikardt (1/1), Heib (6/1), Baumgarten (4), Krammer, Wehner (8), Drobek (1).

ThSV Eisenach: Musil, Nositschka; Hoffmann (1), Trautvetter (6/1), Sklenak (3), Adrian Wöhler (1), Lindner (1), Luther (1), Schiffner (7), Karsten Wöhler (1), lilienfelds (2), Prokopec (6/2).