Knappe Niederlage beim Meister

Mit einer knappen 30:31-Niederlage mussten die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld gestern die Heimreise aus Düsseldorf antreten. Der Meister wankte, aber er fiel nicht. „Wir sind alle ziemlich niedergeschlagen“, sagt Bittenfelds Co-Trainer Klaus Hüppchen nach der Partie.

Es hat nicht viel gefehlt und dem TV Bittenfeld wäre gestern am späten Nachmittag bei der HSG Düsseldorf die große Überraschung gelungen. Am Ende aber setzte sich dann doch standesgemäß der bereits feststehende Erstliga-Aufsteiger gegen die Mannschaft der Rückrunde durch. Abgezockter seien die Düsseldorfer um den ehemaligen Bundesliga-Akteur Andrej Kourtchev (sieben Tore) gewesen und auch individuell stärker, sagt  Klaus Hüppchen. Dabei wäre zumindest ein Punkt für die Gäste durchaus verdient gewesen. Und das nicht nur, weil sie von der 1. bis zur 45. Minute stets in Führung gelegen hatten – zum Teil sogar mit vier Toren. „Wir haben in der ersten Hälfte sowohl im Angriff als auch in der Abwehr sehr stark gespielt“, sagt Hüppchen, der sich tags zuvor noch etliche Videos der Düsseldorfer angeschaut hatte. Und so gingen die Gäste vor rund 670 Zuschauern denn auch mit einem deutlichen 17:13-Vorsprung in die Halbzeit, nachdem Jens Baumbach quasi mit dem Pausenpfiff per Schlagwurf von der rechten Seite erfolgreich gewesen war.

Im zweiten Durchgang indes blieben die Bittenfelder Akteure ein wenig hinter den Erwartungen zurück – besonders den eigenen.  „Wir dachten eigentlich, dass wir schon einen Schritt weiter sind. Doch wir sind immer noch nicht stabil genug “, lautet die erste Analyse  Hüppchens, dem die Enttäuschung über das verlorene Spiel merklich anzuhören war. Vor allem in der  zuletzt so hochgelobten Defensive taten sich gestern ein ums andere Mal Lücken auf, die vor allem der siebenfache Torschütze Andrej Kogut  zu nutzen wusste. Immer wieder war er mit Schlagwürfen aus dem Rückraum erfolgreich. Eine Tatsache, die das Bittenfelder Trainergespann Günter Schweikardt/Klaus Hüppchen in der 40. Minute denn auch veranlasste, Benjamin Krotz für Björgvin Gustavsson ins Tor zu schicken. Letztgenannter hatte sein Sache bis dahin zwar sehr ordentlich gemacht, doch „den ein oder anderen Ball hätte er vielleicht mehr halten können“. Überhaupt konnten gestern  die beiden Schlussleute nicht an ihre zuletzt guten Quoten anknüpfen.

Schuld an der  unglücklichen Niederlage hatten aber freilich weder Gustavsson noch Krotz.  Und auch Ludek Drobeks Hinausstellung nach der dritten, eher zweifelhaften Zeitstrafe in der 56. Minute hat die Düsseldorfer letztlich nicht auf die Siegerstraße gebracht. Es war deren größere individuelle Klasse, die das Spiel zum Kippen gebracht habe. Außerdem: „Unser Spiel war heute auf keiner Position absolut fehlerfrei“, sagt Klaus Hüppchen.
Zwar war der TV Bittenfeld nach dem 31:30 durch Florian von Gruchalla 32 Sekunden vor dem Ende noch  einmal in Ballbesitz, ein Tor aber wollte nicht mehr fallen. Coach Günter Schweikardt, der  seine Auszeit bereits nach 45 Minuten genommen hatte, konnte keine Einfluss mehr nehmen und die Spieler ließen die nötige und entscheidende Kreativität auf dem Feld vermissen. Was schade war, denn  zumindest gestern Nachmittag war der Tabellenneunte auf Augenhöhe mit dem künftigen Erstligisten.

Stimmen zum Spiel:

Simon Baumgarten (Kreisläufer, TV Bittenfeld): „Wir waren in der zweiten Halbzeit einfach zu schlecht, um den Vier-Tore-Vorsprung über die Zeit zu retten. Das lag allerdings nicht nur an den Schiedsrichtern, die meiner Meinung nach, ein paar unglückliche Entscheidungen getroffen haben. Wir haben  in den entscheidenden Phasen auch zu hektisch abgeschlossen  und zu viele einfache Fehler gemacht. Außerdem haben wir in Überzahl schlecht verteidigt, so dass die Düsseldorfer sogar in Unterzahl zu einem Tor gekommen sind.“

Adrian Wehner (Rückraumspieler, TV Bittenfeld): „Die Niederlage ist unglücklich, aber wir sind selbst schuld, weil wir in der zweiten Halbzeit stark nachgelassen und einfach viel zu wenig gemacht haben. Ich hatte zwar zum Schluss noch einen Wurf, aber der Ball  wurde geblockt und den anschließenden Einwurf haben die Düsseldorfer abgefangen. Wir sind alle ziemlich enttäuscht,  weil  die Chance heute groß war, zu gewinnen.“

Sebastian Seitner (Rückraumspieler, TV Bittenfeld): „Ich bin schon  enttäuscht, zumal es letztlich Kleinigkeiten waren, die uns den Sieg gekostet haben. In der zweiten  Hälfte waren wir nervös und haben uns auch durch manche Schiedsrichterentscheidung von unserer  Linie abbringen lassen. Letztlich können wir aber trotzdem stolz auf unsere Leistung sein. Immerhin haben wir beim künftigen Erstligisten nur mit einem Tor Unterschied verloren.“

HSG Düsseldorf: Savonis, Puhle; Heinrichs (6), Berblinger (1), Artmann, Pöter, Hansen, Novickis (4), Kourtchev (7), Kogut (7), Wernicke (2), von Gruchalla (4).

TV Bittenfeld: Gustavsson, Krotz; Seitner (4), Schöbinger (2/1), Prasolov (5), Lenz (2), Schweikardt (5/1), Heib (3/1), Baumgarten (2), Krammer (1), Wehner (3), Drobek, Baumbach (3

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