Der TVB will den Meister ärgern

(twa). Das beste Rückrundenteam der 2. Handball-Bundesliga muss zum Tabellenführer und Meister: Nach der imposanten Erfolgsserie von 21:3 Punkten reist der TV Bittenfeld nicht mit vollen Hosen nach Düsseldorf. „Wir werden nicht chancenlos sein“, sagt der Bittenfelder Co-Trainer Jens Baumbach. Der TVB muss erneut auf Marco Hauk und Kai Häfner verzichten.

HSG Düsseldorf (1. Platz, 49:9 Punkte) – TV Bittenfeld (8. Platz, 33:27 Punkte/Sonntag, 16 Uhr). Die Nachricht, dass dem TVB nichts mehr passieren wird, hat auch bei Jens Baumbach für Erleichterung gesorgt. „Wir waren zwar schon seit zwei, drei Wochen zuversichtlich“, sagt der Co-Trainer. „Aber jetzt ist der Druck endgültig weg.“

Was im Umkehrschluss aber keinesfalls bedeute, dass es die Mannschaft in den restlichen vier Spielen locker angehen lassen werde. „Wir haben jetzt Lunte gerochen und werden die Saison voll durchziehen.“ Großer Anreiz sei, als bestes Rückrundenteam abzuschließen. Je besser sich der TVB präsentiere, desto einfacher gingen die Gespräche mit den Sponsoren über die Bühne. „Und wenn wir einen Spitzenplatz vorweisen können, werden wir auch für andere Spieler interessanter.“

Sieben Spieltage vor Schluss, mit dem 24:20 gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen, machte die HSG Düsseldorf den Aufstieg in die 1. Bundesliga perfekt. Zwölf Punkte Vorsprung hat die HSG auf die Verfolger. Manager Frank Flatten hatte zwar vor der Saison vollmundig verkündet, dass die HSG bereits am Ende der Hinrunde Planungssicherheit für den Wiederaufstieg haben wolle. Ganz so schnell ging’s zwar nicht, aber letztlich dominierten die Düsseldorfer. „So deutlich hätte ich das nicht erwartet“, sagt Baumbach. „Ich hätte schon erwartet, dass Mannschaften wie der Bergische HC länger Paroli bieten werden.“

Für Baumbach hat die HSG nicht nur den ausgeglichensten Kader, sondern auch die individuell stärksten Spieler. Diese Kombination habe den Ausschlag für die Überlegenheit gegeben. Im Team stehen etliche Spieler mit internationaler Erfahrung: Torhüter Almantas Savonis (Litauen), Andrej Kurchev (Weißrussland), Valdas Novickis (Litauen), Frantisek Sulc (Slowakei), Sturla Asgeirsson (Island) und Patrick Fölser (Österreich).

Nur zwei von 29 Spielen verloren die Düsseldorfer, in Hüttenberg und Delitzsch. Fünfmal gab’s ein Unentschieden, einen Punkt holten die Bittenfelder am 14. Spieltag beim 24:24 in der Porsche-Arena. „Düsseldorf ist sicher nicht unschlagbar“, sagt Baumbach. „Wobei’s im Hinspiel schon optimal für uns gelaufen ist.“

In der eigenen Halle haben die Düsseldorfer nur einen Punkt abgegeben, beim 30:30 gegen die HR Ortenau. Zu gerne würden die Bittenfelder der HSG die erste Heimniederlage zufügen. „Das wird natürlich eine extrem harte Nuss“, sagt Baumbach. „Wir werden sicher nicht von vorneherein chancenlos. Schließlich hat sich der TVB mittlerweile auch auswärts stablisiert. Nur die HSG und die TSG Friesenheim haben in dieser Saison in der Fremde öfter gewonnen.

Baumbach spekuliert darauf, dass die Düsseldorfer angesichts des vorzeitigen Aufstiegs vielleicht nicht mehr mit letzter Konsequenz zu Werke gehen könnten. Indiz dafür sei, dass Trainer Georgi Sviridenko zuletzt Sulc und Asgeirsson schonte.

Noch besser wären die Siegchancen des TVB, könnte er in Bestbesetzung antreten. Kai Häfner und Marco Hauk werden weiter ausfallen. Angeschlagen ist auch Sebastian Seitner, den eine Schleimbeutelentzündung im Knie plagt. Ludek Drobek war unter der Woche krank. Baumbach hofft, dass der Abwehrchef bis Sonntag wiederhergestellt sein wird.