Dezimiert und immer noch motiviert

(twa). Im zweiten Heimspiel in Folge erwarten die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld mit dem HSC Coburg eines der routiniertesten Teams der Liga. Der Vorjahresvierte steckt in einer schwierigen Situation: Nur zwei Punkte trennen ihn vom drittletzten Platz. TVB-Trainer Günter Schweikardt erwartet erheblichen Widerstand, will aber unbedingt den achten Sieg in Folge. Verzichten muss der TVB weiter auf die Linkshänder Kai Häfner und Marco Hauk.

TV Bittenfeld (9. Platz, 31:27 Punkte) – HSC Coburg (14. Platz, 26:32 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr). Auch der 29. Spieltag in der 2. Bundesliga Süd war für die eine oder andere Überraschung gut: Mit der HR Ortenau (27:37 in Münster), dem Bergischen HC (35:35 bei Absteiger Leichlinger TV), dem TV Hüttenberg (27:33 in Erlangen) und der SG BBM Bietigheim (31:32 in Coburg) gaben erneut Kandidaten auf den zweiten Platz Punkte ab.

Die einzige Konstante derzeit ist der TV Bittenfeld. Das letztlich souveräne 33:29 gegen Tuspo Obernburg war der siebte Sieg in Folge, die 2009er-Bilanz wuchs auf 19:3 Punkte. Spielt der TVB so weiter, könnte er am Ende noch unter den ersten fünf landen – und doch richtet sich der Blick von TVB-Trainer Günter Schweikardt nicht nach oben. Nach wie vor besteht die Gefahr, dass die HR Ortenau das Saisonende nicht erleben und der TVB vier Punkte weniger auf dem Konto haben wird. Sollten die Obernburger oder Erlanger am Wochenende punkten und die Bittenfelder Erfolgsserie reißen, schrumpfte das Polster auf magere drei Punkte. Andererseits könnte der TVB mit dem achten Sieg in Folge einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib machen. „Wir wollen endlich nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch Sicherheit haben“, sagt Schweikardt.

Mit dem HSC Coburg kommt morgen eine Mannschaft in die Gemeindehalle, die noch tiefer im Schlamassel steckt. Zuletzt kämpften die Coburger zwar den Aufstiegskandidaten SG BBM Bietigheim nieder, liegen aber nach wie vor nur zwei Punkte vor dem Relegationsplatz. Überraschend, schließlich hatte der Vorjahresvierte vor der Saison viel höhere Ziele. „Keine Frage, von der Besetzung her gehört Coburg nicht nach da unten“, sagt Schweikardt. Der HSC sei durch die Bank mit erfahrenen und erfolgreichen Spielern bestückt. „Das zweite Jahr in der Liga ist eben schwieriger, das mussten nun auch die Coburger erfahren.“

Der Verein trennte sich nach vielen erfolglosen Spielen von Trainer Hrovje Horvat, Wolfgang Schumann übernahm. Und die Coburger machten zuletzt mit einigen guten Ergebnissen auf sich aufmerksam, punkteten gegen die Spitzenteams TSG Friesenheim und TV Hüttenberg.

Nach dem Videostudium des Coburger Sieges gegen Bietigheim steht für Schweikardt fest: „Das wird ein ganz hartes Stück Arbeit.“ Den Coburgern fehlen mit Kreisläufer Kamil Piskac und Matthias Werner zwar zwei Spieler verletzungsbedingt, ein ganz wichtiger indes feierte gegen Bietigheim nach viermonatiger Verletzungspause überraschend sein Comeback. Und der 34-Jährige zeigte mit acht Toren gleich, welche Bedeutung er für das Team hat.

Gut besetzt sind die Coburger vor allem im Rückraum mit Spielgestalter Christian Pack (32), Vladimir Suma (37), Lakisa und dem ehemaligen Nationalspieler Christian Rose (32). Torgefährlich sind die Außen Ronny Göhl und Florian Lendner. Im Tor steht der ehemalige Junioren-Nationalkeeper René Selke.

Die Bittenfelder werden mit dem Kader antreten, den sie auch gegen Obernburg zur Verfügung hatten. Rechtsaußen Marco Hauk befindet sich nach seiner Schulterverletzung im Aufbautraining. Schweikardt rechnet noch mit rund drei Wochen Pause.

Mindestens ebenso lange wird Kai Häfner den Bittenfeldern fehlen. Ausgerechnet vor der dreiwöchigen Pause der Göppinger, in der der Linkshänder frei gewesen wäre, zog er sich einen Bänderanriss am Knöchel zu. Gut möglich, dass Häfner in dieser Saison gar nicht mehr im Bittenfelder Trikot auflaufen wird. Auch die Göppinger plagen Verletzungssorgen, sie brauchen in der Endphase der Saison im Kampf um die internationalen Plätze jeden Spieler.

Allzu üppig bestückt sein wird die Bank der Bittenfelder morgen also wieder nicht, denn auch auf Patrick Kleefeld können sie nicht zählen. Nach seiner Bänderverletzung ist er immer noch nicht vollständig genesen.

Günter Schweikardt vertraut auf seinen aktuellen Kader – und hofft auf die Fans, die angesichts der starken Leistungen eigentlich in die Gemeindehalle strömen müssten. „Die brauchen wir unbedingt“, sagt er. Zumal die Coburger gewöhnlich zu ihren Auswärtsspielen mit einer größeren Fangemeinde anreisen.