Handballecke

aus der Handballecke der WKZ

Nach der etwas überraschenden 21:22-Niederlage von Tabellenführer HSG Düsseldorf beim TV Hüttenberg ist der TV Bittenfeld nun das erfolgreichste Zweitligateam im Jahr 2009. Durch den souveränen 35:25-Sieg bei der HG Oftersheim/Schwetzingen schraubten die Bittenfelder ihre Bilanz auf 17:3 Punkte. Wer denkt bei sieben Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch an einen Abstieg? Zumal das Restprogramm – Obernburg, Coburg, Düsseldorf, Eisenach, Münster und Erlangen – den TVB in der derzeitigen Form nicht erschaudern lassen dürfte.  Die Tabelle ist nach den Nachholspielen über Ostern wieder fast geradegerückt. Nach wie vor indes ist’s unklar, wie’s mit der HR Ortenau weitergeht. Sollte die HRO noch in dieser Saison das Aus ereilen, werden den Bittenfeldern die vier gewonnenen Punkte aus den Spielen gegen die Schwarzwälder abgezogen. Nach dieser Rechnung hätte der TVB 25 Zähler. Die Abstiegskonkurrenten Coburg und Obernburg, sie entschieden jeweils einen Vergleich für sich, hätten zwei Punkte weniger auf dem Konto (22). Der HC Erlangen, mit 22 Punkten derzeit auf dem Relegationsplatz, muss noch gegen Ortenau ran und kann in diesem Spiel keinen Boden gutmachen. Schlimmstenfalls verringerte sich das Polster des TVB also auf drei Punkte.

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Die HR Ortenau hat von der aktuellen Entwicklung in Sachen Insolvenz berichtet. Da gab’s zunächst die gute Nachricht, dass das fehlende Geld für den aktuellen Spielbetrieb nun dank Spenden und Zusatzleistungen der Sponsoren offensichtlich beisammen ist. Die schlechte Nachricht folgte umgehend: Für die nächste Saison sieht’s noch viel schlechter aus. Obwohl der Etat von 1,3 Millionen auf 800 000 Euro geschrumpft ist, fehlt derzeit auch von diesem Betrag rund die Hälfte. Will die HRO die Lizenz für die nächste Spielzeit bekommen, muss sie bis zum 30. April rund 300 000 Euro zusammenkratzen. Um die Zukunft zu sichern, muss nun offensichtlich ein Bürge her. Im Gespräch ist die Stadt Offenburg.  Rainer Heib vom TV Bittenfeld geht nach wie vor davon aus, dass die HRO diese Saison zu Ende spielen und es zu keinem Punktabzug kommen wird. Sollten der HRO allerdings die Spieler ausgehen, gegen Obernburg saßen nur zwei Auswechselspieler auf der Bank, sieht’s düster aus. Dann könnte der Spielbetrieb nicht aufrechterhalten werden. Aus der zweiten Mannschaft ist nichts zu holen: Es gibt schlichtweg keine. Die Aussicht, dass die Ortenauer sich in ihrer schwierigen Situation verstärken, ist eher gering.

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Anders als Ortenau haben die Bittenfelder ihre Finanzen im Griff. „Der Etat steht“, sagt Rainer Heib vom TVB. Der Lizenzantrag ist eingereicht, Anfang Mai kommt der Bescheid. Heib rechnet nicht mit größeren Schwierigkeiten. „Wir haben auch noch die Mittel, um uns mit dem einen oder anderen Spieler zu verstärken.“ Die Bundesligavereine müssen künftig sorgsamer mit ihrem Geld umgehen: Vierteljährlich müssen sie melden, ob sie mit ihren Zahlungsverspflichtungen im Soll sind.

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Spannend bleibt in der 2. Liga der Kampf um den zweiten Platz. Nur zwei Punkte trennen den Zweiten vom Sechsten. Mittendrin steckt die SG BBM Bietigheim. Am Ostermontag besiegte sie den Leichlinger TV mit 46:36 – und hatte einen prominenten Tribünengast: Christoph Daum, Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, hat aus seiner Stuttgarter Zeit noch Verbindungen in die Region. Die Chancen der Bietigheimer auf den zweiten Platz könnten sich übrigens noch verbessern – oder aber verschlechtern: Der TV Hüttenberg hat sein Einspruchsverfahren der Partie vom 5. September gegen die SG gewonnen. Das Bundessportgericht des Deutschen Handball-Bundes hat in zweiter Instanz entschieden, dass das Spiel wiederholt werden muss. Die Bietigheimer waren in der Schlusssekunde mit einem Spieler mehr auf dem Feld und kamen zum 25:25-Ausgleich. Für die Bietigheimer muss die Neuansetzung nicht unbedingt zum Nachteil werden: Bei einem Sieg wäre die SG punktgleich mit dem Tabellenzweiten Bergischer HC. Spitzenreiter HSG Düsseldorf braucht aus den restlichen sechs Spielen noch einen Punkt zum Aufstieg.