Aus dem Pölsterchen soll ein Polster werden

Zum letzten Mal in dieser Saison haben die Fans Gelegenheit, ein Handball-Zweitligaspiel des TV Bittenfeld in der Porsche-Arena in Stuttgart zu verfolgen. Am morgigen Freitag (20 Uhr) ist die SG Wallau zu Gast. Das Team von Trainer Mike Fuhrig hat nur drei Punkte Rückstand auf Platz zwei. Der TVB indes geht nach 9:3 Punkten selbstbewusst ins Spiel – auch wenn mit Björgvin Gustavsson und Sebastian Seitner zwei wichtige Spieler fehlen.

TV Bittenfeld (13. Platz, 21:27 Punkte) – SG Wallau (9. Platz, 26:20 Punkte/Freitag, 20 Uhr, Porsche-Arena Stuttgart). Von einem Sieg in Delitzsch hatte der TVB geträumt. Dass er sich derart souverän mit 31:21 durchsetzen würde, das trauten ihm die wenigsten zu. Der vierte und zugleich höchste Auswärtssieg in dieser Saison war wichtiger denn je im Abstiegskampf.

Noch überraschender waren die Siege der Bittenfelder Konkurrenten: Eisenach setzte sich mit 25:22 beim Zweiten Bergischer HC durch. Nicht in den Plan passte der 29:24-Sieg des HSC Coburg beim Aufstiegskandidaten TV Hüttenberg. Wenigstens ließ Erlangen beim 29:29 in Leichlingen einen Punkt, damit vergrößerte sich der Abstand des TVB auf den Relegationsplatz von drei auf vier Punkte.

Das ist eher ein Pölsterchen als ein Polster. Trotz 9:3 Punkten in Folge kommt der TVB nicht richtig aus den hinteren Regionen weg und muss sich zumindest in seinen Heimspielen schadlos halten „Die Ergebnisse zeigen, wie ausgeglichen die Liga ist“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. „Wir müssen dringend Punkte zwischen uns und den drittletzten Platz legen.“ Auch, um möglichst rasch Planungssicherheit für die nächste Saison zu bekommen.

Ein Team, das sogar noch den zweiten Platz im Visier hat, kommt morgen in die Porsche-Arena. 26:20 Punkte hat die SG Wallau auf dem Konto. Das hört sich zwar nicht überragend an, doch angesichts der schwächelnden Spitzenteams sind die Aussichten der SG bei nur drei Zählern Rückstand so schlecht nicht. Und mit 7:1 Punkten in Folge dürfte das Team von Ex-Nationalspieler Mike Fuhrig wohl kaum mit vollen Hosen in der Porsche-Arena auflaufen.

Fünfmal gingen die Wallauer in dieser Saison als Sieger aus fremden Hallen, mit 11:11 Punkten sind sie drittbestes Auswärtsteam. Die SG siegte unter anderem bei den Spitzenmannschaften TV Hüttenberg und TSG Friesenheim. Dass sich viele Mannschaften ungemein schwer tun mit den Wallauern, liegt an deren ungewöhnlicher 5:1-Deckungsformation: Der vorgezogener Spieler stört dabei auf der ballfernen Halbposition den Spielfluss. „Das ist aber auch eine Herausforderung, hier eine Lösung zu finden“, sagt Schweikardt.

Wallau hat einige interessante Spieler in seinen Reihen. Der Junioren-Nationalspieler Steffen Fäth gilt im linken Rückraum als eines der hoffnungsvollsten deutschen Talente. Er spielt per Zweifachspielrecht beim Erstligisten Rhein-Neckar-Löwen und bringt Champions-League-Erfahrung mit. Schweikardt hofft, dass sein Team wieder an die starken Defensivleistungen zuletzt anknüpfen wird. „Da dürfen wir unter keinen Umständen nachlassen.“ Die voraussichtlich wieder 6000 Fans sollen einen Eindruck bekommen von der neuen Stärke des TVB – und mit einem attraktiven Spiel Appetit auf die nächste Saison.

Björgvin Gustavsson wird die einzigartige Atmosphäre in der Arena nicht genießen. Der Torhüter ist mit der isländischen Nationalmannschaft unterwegs. Zum ersten Mal im Kader stehen wird Nachwuchskeeper Felix Schmidl. Der 19-Jährige war per Zweifachspielrecht beim Baden-Württemberg-Oberligisten SG Pforzheim im Einsatz. „Er hat sich sehr gut integriert und entwickelt“, sagt Schweikardt. Für Sebastian Seitner (Sehnenverletzung) kommt ein Einsatz wohl noch zu früh, Kai Häfner indes ist wieder dabei.

Karten gibt bei Easy Ticket, der Geschäftsstelle und an der Abendkasse.

Im Vorspiel stehen sich die Landesligisten TGV Beilstein und TV Oppenweiler gegenüber. Anpfiff ist um 17.45 Uhr.