Muskelkater nach Comeback

Die Personalnot beim Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld war groß gegen den EHV Aue. So groß, dass Co-Trainer Jens Baumbach überraschend sein Comeback in der ersten Mannschaft feierte. Gut möglich, dass der 26-Jährige auch in den nächsten Wochen zum Kader zählen wird. Noch ist nicht sicher, wie lange Sebastian Seitner ausfallen wird.

Komplett verwirrt waren die Bittenfelder Fans am Samstag, als Hallensprecher Uli Jaudes die Mannschaftsaufstellung der Bittenfelder verkündete. „Mit der Nummer 15: Patrick Kleefeld.“ Mit der Nummer 15 machte sich aber nicht Kleefeld warm, sondern Jens Baumbach. Der ist eigentlich Co-Trainer beim Zweitligisten und Spieler der Landesligamannschaft. Mit der hatte er gerade gegen die HSG Oberkochen/Königsbronn verloren und damit die letzte Chance auf den Aufstieg verspielt.

Lange Zeit zum Trauern hatte Baumbach allerdings nicht. „Herbert Stadler kam in die Kabine und hat gesagt, dass ich spielen soll“, sagt Baumbach. Nach den krankheits- und verletzungsbedingten Ausfällen von Florian Schöbinger, Patrick Kleefeld und Kai Häfner gingen den Bittenfeldern die Spieler aus.

Die TVB-Fans fühlten sich an alte Tage erinnert, als Baumbach nach einer Viertelstunde für Evgeni Prasolov aufs Feld kam. In der Saison 2005/2006, in welcher der TVB von der Regionalliga in die 2. Liga aufstieg, war Baumbach einer der besten und konstantesten Spieler. Seither ist er nicht mehr richtig auf die Beine gekommen, kämpfte mit allerlei Krankheiten und Verletzungen.

Auch in den vergangenen Wochen trainierte Baumbach nur reduziert. Trotzdem schickte ihn Chef-Trainer Günter Schweikardt aufs Feld. „Die Leistungen unserer Perspektivspieler waren in den vergangenen Spielen nicht gerade so, dass sie sich aufgedrängt hätten“, sagt Baumbach, der seine Sache gut machte und hinterher – trotz Muskelkater – zufrieden war. „Ich denke, es war in Ordnung.“

Baumbach trug seinen Teil bei zum 30:24-Sieg des TVB, der am Sonntag an Wichtigkeit gewann. Der Kampf um den Relegationsplatz ist härter denn je. Die Bittenfelder schwächeln nicht gerade. Nachdem der heimstarke HC Erlangen am Samstag die TSG Groß-Bieberau mit einer 30:18-Packung nach Hause geschickt hatte, ließ auch Tuspo Obernburg am Sonntag dem Tabellenvierten Concordia Delitzsch keine Chance. Obernburg führte zwischenzeitlich mit zwölf Toren Differenz und gewann sicher mit 33:26. „Keine Mannschaft, mit Ausnahme von Düsseldorf, ist richtig stabil“, sagt Baumbach. „Ich denke, dass es bis zum Schluss eng bleiben wird.“

Nun hofft Baumbach, dass sich die Verletzung von Sebastian Seitner als nicht so schwer wie befürchtet herausstellen wird. Heute steht der Arztbesuch an. „Er spielt eine gute Saison und würde uns mit seinen einfachen Toren sehr fehlen.“ Seitner musste gegen Aue nach 20 Minuten mit einer Fersenverletzung ausscheiden. Am Sonntag hatte er große Schmerzen beim Auftreten, gestern war’s schon wieder besser. „Ich hoffe, es ist nur eine Reizung an der Sehne“, sagte er. Sollte sie tatsächlich gerissen sein, wäre die Saison für Seitner gelaufen.

Fällt Sebastian Seitner länger aus, hat der TV Bittenfeld auf der rechten Rückraumposition keinen Linkshänder. Zumindest nicht regelmäßig. Jens Baumbach hofft, dass der Göppinger Trainer Velimir Petkovic unter diesen besonderen Bedingungen „gnädig“ sein und Kai Häfner öfter freigeben wird. Ansonsten setzt der Co-Trainer auf Florian Schöbinger, der nach seiner Krankheit am kommenden Samstag in Delitzsch wieder einsatzfähig sein soll. „Er ist als Allrounder sehr wichtig für uns.“