Gustavsson: Begeistert und traurig

Handball, 2. Männer-Bundesliga: Die Gemütslage der Bittenfelder nach dem Derby-Unentschieden gegen Bietigheim

(twa). Nicht nur der überragende TVB-Torhüter Björgvin Gustavsson trauert dem großen Vorsprung nach, den die Bittenfelder Zweitliga-Handballer beim 32:32 gegen Bietigheim verspielten. „Das hätte reichen müssen“, sagte der Isländer gestern. Trainer Günter Schweikardt, direkt nach dem Spiel noch relativ kurz angebunden, ärgert sich zwar immer noch. „Ich hoffe aber, dass uns der Punkt am Ende helfen wird.“

Im Grunde ist am 21. Spieltag weder aus Bittenfelder noch aus Bietigheimer Sicht etwas passiert. Die SG hat ihre Serie auf vier Spiele ohne Niederlage ausgebaut und darf weiter von Platz zwei träumen. Zumal die Konkurrenz nach wie vor schwächelt. Hüttenberg verlor beim 26:26 gegen Delitzsch überraschend einen Punkt. Für Friesenheim stehen die Chancen nach dem 32:35 in Münster eher schlecht. Und auch der Bergische HC, der große Favorit auf Rang zwei, scheint alles andere als gefestigt. In Obernburg kam der BHC nicht über ein 29:29 hinaus. Das freut die Bietigheimer, während den Bittenfeldern der Punktgewinn des Abstiegskonkurrenten weniger schmeckt. Um so wichtiger wäre der Sieg im Derby gewesen. Immerhin: Die kleine Serie von 5:1 Punkten kann sich ebenfalls sehen lassen.

Nach 34 Minuten hatte der TVB gegen den Favoriten mit 22:15 geführt – auch dank der Galavorstellung ihres Torhüters Björgvin Gustavsson. 13-mal blieb der 23-Jährige bis dahin gegen die Bietigheimer Angreifer Sieger. Die Bittenfelder Fans feierten den isländischen Nationaltorhüter nach dessen spektakulären Paraden mit lauten „Bjöggi, Bjöggi“-Rufen.

Dabei machte sich mancher vor dem Spiel ein paar Sorgen um Gustavsson, der sich lange von TVB-Physiotherapeut Tobias Unfried behandeln ließ. „Ich hatte nur ein paar kleine Probleme“, sagte Gustavsson gestern. „Sie haben mich im Spiel aber nicht behindert, ich war hundertprozentig fit.“ In den zweiten 30 Minuten war die Quote beim Isländer nicht mehr ganz so hoch. Das lag aber auch daran, dass der TVB in allen Mannschaftsteilen stark nachließ. „Bis dahin spielten wir in der Defensive großartig, leider haben wir das Niveau nicht halten können.“ Zudem seien dem vor der Pause starken Angriff zu viele Fehler unterlaufen. „Die letzten 20 Minuten waren nicht gut.“

Sehr zum Ärger auch seines Trainers. In der Pressekonferenz direkt nach dem Spiel fasste sich Günter Schweikardt kurz. „Es war eine gute erste Halbzeit und eine nicht akzeptable zweite Halbzeit.“ So ganz verarbeitet hatte er das Spiel gestern noch nicht. „Ich muss mir erst das Video anschauen.“ Nicht gefallen haben ihm die vielen unvorbereiteten Anspiele an den Kreis. „Im Angriff kamen wir wieder ins Gewürge rein und haben die Abwehr der Bietigheimer nicht mehr in Bewegung gehalten.“ Entscheidend sei die schwache Chancenverwertung direkt nach der Pause gewesen. „Wenn wir nur die Hälfte davon reingemacht hätten, wäre Bietigheim vielleicht gar nicht mehr herangekommen.“

Unterm Strich kann Schweikardt dennoch mit dem – am Ende auch glücklichen – Teilerfolg leben. Der Punkt könnte im Kampf um den Ligaverbleib Gold wert sein. „Und wir haben wieder einmal gesehen, dass wir gegen Spitzenmannschaften mithalten können.“

Ähnlich sieht’s auch Gustavsson. „Immerhin haben wir gegen Bietigheim drei Punkte von vier möglichen Punkten geholt.“