Erneute Schlappe: Höchste Alarmstufe

(hju). Das Jahr hätte für den Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld nicht schlechter enden können. Im ersten Rückrundenspiel, gleichzeitig dem ersten nach dem Rücktritt von Trainer Henning Fröschle, hat die Mannschaft bei der TSG Friesenheim eine deftige 20:31-Niederlage kassiert (11:15). Der TVB ist damit auf Rang 16, den Abstiegs-Relegationsplatz, gerutscht.

Profitiert von der Bittenfelder Pleite hat der HC Erlangen, der gegen den Tabellenführer HSG Düsseldorf überraschend einen Punkt geholt hat und damit auf Rang 15 geklettert ist. Der HCE und der TVB sind zwar punktgleich, doch Erlangen hat das weitaus bessere Torverhältnis. In Bittenfeld herrscht nun höchste Alarmstufe, das Team trudelt derzeit geradewegs in Richtung Regionalliga. Gerade mal vier Wochen verbleiben den Verantwortlichen, um personelle Lösungen zu finden und ein Team zu formen, das in den verbleibenden Spielen ab Februar im Kampf gegen den Abstieg bestehen muss.

Der TVB musste beim Tabellenfünften Friesenheim ohne Florian Schöbinger und Kai Häfner antreten. Für Interimstrainer Jens Baumbach war das Spiel eine überaus schwierige Aufgabe. Er hatte nach dem Rücktritt von Henning Fröschle gerade einmal eine knappe Woche Zeit gehabt, sein Team auf die richtungsweisende Begegnung vorzubereiten.

Vor über 1600 Fans in Ludwigshafen gab’s einen stürmischen Auftakt. Der TVB führte zur 7. Minute mit 3:2. Doch mit einer aggressiven und kompromisslosen, flexibel operierenden 4:2-Deckung setzte Friesenheim dem TVB, insbesondere Seitner und Hauk, Schweikardt und Wehner, immer mehr zu. Die Bittenfelder wurden zu Fehlern gezwungen. Im Gegenzug erzielten die Gastgeber schnelle Tore, und so stand es nach einer Viertelstunde 8:3. Beim TVB überzeugte Kreisläufer Simon Baumgarten, er warf auch das Tor zum 6:10. Alexander Heib traf mit seinem dritten Siebenmeter zum Halbzeitstand von 11:15.

Nach der Pause versuchte der TVB mit einer offensiven Deckung, die im Angriff deutlich stärkeren Gastgeber frühzeitig zu stören. Ohne entscheidenden Erfolg: Über 16:12 bauten die Pfälzer ihre klare Führung bis zur 48. Minute auf 25:14 aus. Die Tore durch Ludek Drobek (25:15), Wehner (26:17) und dreimal Seitner änderten am enttäuschenden Endergebnis für den TVB nichts mehr; auch nicht die Einwechslung von Benny Krotz in der 35. Minute.

Das Team kann nur hoffen, dass die Armverletzung von Simon Baumgarten, der in den letzten 20 Minuten zuschauen musste, nicht von längerer Dauer ist. In dieser Verfassung wird es für Bittenfeld sehr schwer, die Klasse zu halten.

TSG Friesenheim: Klier, Pfeiffer; Beutler (1), Grimm (8/4), Spettmann, Brandt (2), Bühler (4), Pevnov, Matschke (2), Hanke (1), Roth (2), Veta (9), Gaubatz, Dietz (2) TV Bittenfeld: Gustavsson, Krotz; Seitner (4), Weckerle (1), Prasolov, Schweikardt (2/2), Heib (5/3), Baumgarten (2), Kleefeld (1/1), Wehner (2), Hauk (2), Drobek (1)

Stimme zum Spiel

Jens Baumbach, Interimstrainer des TV Bittenfeld: „In der zweiten Spielhälfte haben technische Fehler und zu frühe Abschlüsse Friesenheim immer wieder leichte Tore ermöglicht. Zudem hat uns Baumgarten nach seinem Ausfall sehr gefehlt. In der Abwehr haben wir nicht aggressiv genug gespielt. Wir spielen ab sofort gegen den Abstieg. Ich erwarte, dass die Mannschaft zusammenrückt und wir das Ziel Klassenerhalt erreichen.“