Bittenfeld muss Trainerstelle neu besetzen

Nach drei knappen Niederlagen in Folge und nur drei Punkten aus den letzten sechs Spielen, ist der Bittenfelder Trainer Henning Fröschle am Sonntag nach dem Spiel in Erlangen von seinem Amt als Trainer der Bundesliga-Mannschaft zurückgetreten.

Mit 12:22 Punkten und einer Tordifferenz von minus 30 ist der TVB derzeit 15. in der Tabelle und damit nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. Dem gesteckten Saisonziel, einem einstelligen Tabellenplatz, hängt man deutlich hinterher.

Die Entscheidung den Posten des Cheftrainers freizugeben, wird von den verantwortlichen Gesellschaftern der TVB Handball GmbH und dem Abteilungsleiter Handball, auf Grund der anhaltenden sportlichen Talfahrt mitgetragen.

Bevor es, auf Grund der Ende Januar stattfinden Weltmeisterschaft in Kroatien, in eine längere Spielpause geht, müssen die Bittenfelder am 27. Dezember beim Tabellenfünften den Friesenheimer Eulen antreten.
Die Vorbereitung und Betreuung für dieses Spiel wird interimsweise vom Trainer des Perspektivteams  und B-Lizenzinhaber Jens Baumbach übernommen.

Wie die Trainerlösung für den, am 7. Februar mit dem Heimspiel gegen den starken Aufsteiger Groß-Bieberau beginnenden, Rest der Saison aussehen wird, entscheidet sich in den trainingsfreien Tagen zwischen dem 28. Dezember und dem 11. Januar.

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Henning Fröschle hat die Konsequenzen aus den mäßigen Leistungen der vergangenen Wochen gezogen und ist als Trainer der Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld zurückgetreten. Schon am kommenden Samstag sitzt Interimstrainer Jens Baumbach beim Spiel in Friesenheim auf der Bank. Fröschle bemängelt auch die „mangelnde Rückendeckung der sportlichen Leitung“. Der Abschied stimme ihn traurig, „aber sauer bin ich nicht“.

Eigentlich wollte der TV Bittenfeld diesmal nichts mit dem Abstiegskampf in der 2. Bundesliga zu tun haben. Und es begann nicht schlecht – nach vier Spieltagen stand das Team auf Rang sieben und durfte sogar vorsichtig auf einen Platz im oberen Tabellendrittel schielen. Doch es folgte eine schlimme Serie von Niederlagen. Und nun das: Nach dem Abschluss der Vorrunde ist der TVB nur 15. und gerade mal einen Zähler vom Relegationsplatz entfernt. Da helfen der Mannschaft auch die schönen Erinnerungen an die hervorragenden Leistungen in der Porsche-Arena beim Sieg über Ortenau und das Unentschieden gegen den Tabellenführer Düsseldorf nicht weiter.

Fröschle: „Die Mannschaft ist kein Scherbenhaufen“

Auf Rang 16 steht momentan der HC Erlangen. Und ausgerechnet bei dem hat Bittenfeld am Samstag verloren, wenn auch unglücklich mit 20:21. Nun muss sich der TVB einen neuen Trainer suchen. „Wenn ich beim Drittletzten verlier’, wird’s schon schwer“, analysiert der zurückgetretene Coach Henning Fröschle nüchtern. „Ich bin Bittenfelder, und ich möchte, dass Bittenfeld auch im nächsten Jahr in der 2. Liga spielt.“ Und das sei durchaus zu schaffen: Die Mannschaft sei nach den Misserfolgen zwar gedrückter Stimmung, aber intakt. „Da ist kein Scherbenhaufen.“

Neben der sportlichen Misere nennt der 38-Jährige die extreme zeitliche Belastung als weiteren Grund für seinen Rückzug. Fröschle arbeitet Vollzeit und hat zudem eine Familie mit zwei Kindern. Vor der Saison habe der Verein einen Athletiktrainer gesucht, um den Chefcoach zu entlasten. Doch es sei niemand gefunden worden.

Der Druck auf Fröschle wuchs weiter an, als der TVB in den Tabellenkeller rutschte. „Wenn’s nicht läuft, sind genügend Kritiker da. Ich war nur noch der Gehetzte, ob im Geschäft, bei der Familie oder beim Handball.“ Fröschle sagt, er habe Günter Schweikardt, dem Sportlichen Leiter des TVB, vor drei Wochen klargemacht, „dass es für mich in der nächsten Saison so zeitintensiv nicht mehr geht“. Schweikardt dagegen gibt an, der Trainer habe vom Rücktritt zum Saisonende gesprochen.

Es ist nicht der einzige Punkt, in dem sich die bisherigen Führungsfiguren des TVB widersprechen. Das Verhältnis zwischen dem einstigen Traum-Duo hat offenbar gelitten. Auch wenn es keiner der Beteiligten offen ausspricht. „Die Rückendeckung der sportlichen Leitung hat gefehlt“, sagt Fröschle, ohne den Namen Schweikardt zu nennen. Der kontert: „Wenn er das Gefühl hat, dass ich nicht voll hinter ihm stehe, war’s sicherlich die richtige Entscheidung.“ Gemeint ist der Rücktritt als Trainer. „Er hatte von mir volle Rückendeckung.“

Einigkeit herrscht dagegen darin, dass der Sportliche Leiter den Coach bat, das Amt erst nach der letzten Partie des Jahres am kommenden Samstag in Friesenheim niederzulegen. Doch das scheiterte am Einspruch von Trägern der GmbH, zu denen neben Schweikardt auch Michael Schwaderer und Rainer Heib gehören. Inzwischen denkt Schweikardt, dass der sofortige Schnitt zum Ende der Vorrunde „auch für Henning“ die bessere Lösung gewesen sei. „Wir haben ein gutes Verhältnis gehabt und das wird auch in Zukunft so sein.“

Als Interimstrainer für das kommende Spiel ist Jens Baumbach, der Trainer der zweiten Mannschaft, eingesprungen. In der Winterpause wird der Verein einen Nachfolger für Fröschle suchen. Der soll nicht nur das Zweitligateam wieder auf Erfolgskurs bringen, sondern auch ins TVB-Konzept passen, in dem viel Wert auf die Jugendarbeit gelegt wird. „Eine große Aufgabe“, sagt Schweikardt. Steigt er selbst wieder als Trainer in den Ring? „Da kann man im Moment nicht davon ausgehen.“

Für Henning Fröschle, der schon in der Jugend für den TV Bittenfeld spielte, ist der Rückzug von seinem Heimatverein nicht leicht. „Eine gewisse Traurigkeit ist da.“ Sauer auf die Umstände sei er aber nicht. Er wolle nun erst mal etwas Abstand gewinnen. „Und dann mal sehen, was kommt.“

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Mathias Schwardt – www.zvw.de