Die Suche nach der Konstanz geht weiter

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld kommt aus dem Mittelmaß nicht heraus. Nach einer dürftigen Leistung hat der TVB gegen die TSG Münster mit 32:33 (19:19) verloren. Die löchrige Defensive, die schwachen Torhüterleistungen und der nicht gerade vor Ideen sprühende Angriff geben Anlass zur Sorge vor den beiden in diesem Jahr noch ausstehenden Auswärtsspielen in Erlangen und Friesenheim.

Mit dem Sieg in Coburg und dem Punktgewinn gegen Tabellenführer HSG Düsseldorf schienen die Bittenfelder nach zuvor schwankenden Leistungen an Stabilität gewonnen zu haben. Die Niederlage in Eisenach am Mittwoch und der Auftritt am Samstag in der Gemeindehalle zeigten, dass der TVB immer noch weit hinter seinen Ansprüchen zurück ist. Sollte er auch in Erlangen und Friesenheim leer ausgehen, stünde er vor der Spielpause im Januar in unmittelbarem Kontakt zum Relegationsplatz. Bestenfalls.

Die Voraussetzungen für den vierten Heimsieg im achten Spiel waren ausgezeichnet für den TVB. Seit langer Zeit hatte Trainer Henning Fröschle erstmals wieder alle Spieler zur Verfügung. Und der Gegner war auch kein übermächtiger – aber ungemein clever und sehr gut auf die Bittenfelder eingestellt.

Auch Fröschle hatte sich etwas ausgedacht. Mit einer offensiven Deckung wollte er den wurfgewaltigen Dinosaurier-Rückraum der TSG Münster mit den beiden ehemaligen deutschen Nationalspielern Jan-Olaf Immel (32) und Steffen Weber (36) sowie dem reaktivierten Ziad Rejab (38) müde machen. Eigentlich eine gute Idee. Allein: Die TSG ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen.

Münster war gefährlich auch über die Außen

Münster fand immer wieder Lücken in den Schnittstellen der Bittenfelder Deckung. Die war zudem damit beschäftigt, die gefährlichen TSG-Außen Sven Pausch und Daniel Wernig im Auge zu behalten.

Der TVB kam schwer ins Spiel, leistete sich schon in der Anfangsphase etliche technische Fehler und Fehlabspiele. 5:2 führten die variabel spielenden Münsteraner nach acht Minuten. Das Angriffsspiel der Bittenfelder war nicht gerade von Ideenreichtum geprägt. Immer wieder blockten die groß gewachsenen TSG-Spieler die Würfe des Rückraums. Sehr gut im Griff hatte Münster Kai Häfner und Sebastian Seitner, die kaum Akzente setzten. Für Gefahr sorgten in erster Linie Adrian Wehner und Jürgen Schweikardt.

Als bei zwei Treffern von Florian Schöbinger das Kreisspiel kurzzeitig funktionierte, hatte sich der TVB den 10:10-Ausgleich erkämpft (17.). Beim 11:10 durch Wehner hofften die 1100 Fans auf die Wende; es war jedoch die letzte Führung der TVB im gesamten Spiel.

Schlampige Abspiele und überhastete Abschlüsse machten es der TSG leicht, die Führung zurückzuholen. Weber steuerte geschickt das Angriffsspiel der Gäste, die schonungslos die Schwächen der Bittenfelder Deckung aufdeckten. Hinzu kam, dass Björgvin Gustavsson nach ordentlichem Beginn kaum mehr eine Hand an den Ball bekam. Dennoch: Der 19:19-Halbzeitstand gab Hoffnung, dass sich der TVB in der Kabine besinnen würde.

Krotz für Gustavsson: Ein Wechsel, der nicht half

Er startete in die zweiten 30 Minuten allerdings ebenso unkonzentriert wie in die ersten und lief nach drei Treffern in Folge zum 19:22 wieder einem Rückstand hinterher. Nach zwei Kontern von Marco Hauk, den ersten überhaupt im Spiel, war der TVB beim 22:23 wieder dran (37.). Weil die Defensive aber weiterhin Abstimmungsprobleme hatte und der eingewechselte Torhüter Benjamin Krotz einen noch schlechteren Tag erwischte als Gustavsson, blieb Münster – auch dank einiger einfacher Tore von Rejab – im Vorteil. Der niederländische Nationaltorhüter Thijs van de Mortel hielt ein paar wichtige Bälle, so dass der Gast bis sechs Minuten vor dem Ende stets mit einem Tor oder zwei Toren in Führung lag.

Das Spiel hätte für die Bittenfelder trotz durchwachsener Leistung ein gutes Ende nehmen können. In der spannenden Schlussphase ließen bei den TSG-Routiniers die Kraft und Konzentration nach. Nach dem 31:31 durch Häfner und einer Zeitstrafe gegen Immel (55.) hatte der TVB alle Möglichkeiten. In Überzahl brachte er jedoch den Ball nicht im Tor der Gäste unter. Hinzu kam Pech, als Schweikardt am Innenpfosten scheiterte.

Nach Simon Baumgartens 32:32 behielt der sichere Siebenmeterschütze Sven Pausch die Nerven und erzielte das 32:33. In den letzten 60 Sekunden nahm Fröschle den Torhüter heraus und brachte mit Schöbinger den siebten Feldspieler. Wehners finaler Wurf indes verfehlte das Ziel, und die fest eingeplanten Punkte waren weg.

TVB: Gustavsson, Krotz; Seitner (1), Schöbinger (2), Prasolov, Schweikardt (8), Heib, Baumgarten (3), Kleefeld (3/1), Häfner (3), Wehner (8), Hauk (4), Drobek. – TSG: Rebstock, van de Mortel; Bohnert (2), Immel (5), Quilitzsch (1), Weber (4), Wernig (5), Ochs, Neukirchen (1), Buchsieper (1), Zapototschny (1), Rejab (5), Mauch (2), Pausch (6/4)

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Thomas Wagner – www.zvw.de