Enttäuschung in Eisenach

Dem TV Bittenfeld gelang es nicht, sein drittes Spiel in Folge erfolgreich zu gestalten, um sich in der Tabelle noch weiter nach vorne zu arbeiten. Das zweite Spiel der englischen Woche endete mit einer 30:32-Niederlage beim kampfstarken Tabellennachbarn ThSV Eisenach. Der Abstand zu einem einstelligen Tabellenplatz beträgt jetzt vier Punkte.

Es soll einfach nicht sein: Dem TVB gelingt es einfach nicht, gute Leistungen zu wiederholen oder gar zu bestätigen. Auch ohne Kai Häfner und Wirbelwind Patrick Kleefeld muss es bei der Klasse seiner beiden Torwarte Benjamin Krotz und Björgvin Gustavsson, von Adrian Wehner, Sebastian Seitner und Jürgen Schweikardt, von Marco Hauk und Simon Baumgarten, von Alexander Heib, Ludek Drobek und Florian Schöbinger, möglich sein, solche Spiele auch auswärts für sich zu entscheiden.

Wenig zu sehen von mannschaftlicher Geschlossenheit

Dass dies in der Regel nicht der Fall ist, ist mehr als eine Rätsel- oder eine Denksport-Aufgabe. In Eisenach jedenfalls war von der mannschaftlichen Geschlossenheit, die das Team in Coburg und in der Porsche-Arena beseelt hatte, wenig zu sehen. Im Angriff und in der Abwehr gab es zu viele technische Fehler, ausgelassene Chancen, vorzeitige Abschlüsse, mangelnde Abstimmungen und passives Defensivverhalten. Der Eisenacher Benjamin Trautvetter setzte sich immer wieder mühelos am Kreis ab, erzielte acht Tor. Auch Pavel Prokopec (9), Tomas Sklenak (8) und Grits Lilienfelds (5) bekam der TVB nicht in den Griff. Die Würfe wären bei besserer Abstimmung durchaus zu blocken, aber auch zu halten gewesen.

Lobenswert ist, wie intensiv das gesamte TVB-Team um den Sieg kämpfte, der auch jederzeit möglich gewesen wäre. Der TVB ging allerdings während des gesamten Spieles nicht in Führung, war aber auch nie mit mehr als drei Toren im Rückstand und erzielte siebenmal einen Gleichstand. Spürbarer Nachteil war dabei, dass er in der zweiten Spielhälfte aufgrund der kompromisslosen und aggressiven Gangart der Eisenacher fast eine Viertelstunde auf sein Wurfass Adrian Wehner verzichten musste, auch Sebastian Seitner und Marco Hauk wurden immer wieder gezielt Opfer solcher unfairen Attacken.

Spannende Schlussphase vor 1100 Fans

Das Spiel begann wild und mit hohem Tempo. Karsten Wöhler und Trautvetter bekamen sofort eine Verwarnung und eine Zeitstrafe, trotzdem führte Eisenach rasch mit 2:0. Schweikardt verwandelte einen Siebenmeter zum 2:1, Baumgarten verkürzte auf 3:2, Wehner auf 4:3. Der erstmalige Ausgleich (4:4) gelang Florian Schöbinger, das 5:5 erzielte Sebastian Seitner. In knappen Intervallen ging es weiter, ehe Wehner den 14:16-Halbzeitstand erzielte.

In den zweiten 30 Minuten wurde das Spiel noch enger. Das 19:19 (37.) erzielte Hauk nach einem klugen Pass von Heib in den freien Raum. Das 27:27 in der 47. Minute erzielte Wehner mit einem raffinierten Aufsetzer, dann begann die hektische und überaus spannende Schlussphase vor über 1100 fanatischen Zuschauern. Seitner verkürzte auf 28:29, Heib auf 29:30 nach einem riskanten Anspiel von Drobek aus vollem Lauf. Zwei Minuten vor dem Ende erhöhte Sklenak auf 31:29. Mit letztem Einsatz verkürzte Seitner nochmals: 31:30. Dem TVB bliebt noch eine Minute. Aber er schaffte den Ausgleich nicht mehr und musste 15 Sekunden vor dem Abpfiff noch das alles entscheidende Tor zum 32:30-Endstand hinnehmen.

Fazit: Es war eine überflüssige und eigentlich unverdiente Niederlage. Der TVB war in allen Mannschaftsteilen nicht schlechter, aber eben auch nicht entscheidend besser. Er hat es versäumt, seine individuellen Stärken besser einzusetzen.

ThSV Eisenach: Musil, Nositschka; Hoffmann (2), Trautvetter (8), Sklenak (7), Prokopec (9/2), Lilienfelds (5), Emmelmann (1), A. Wöhler, Luther, Schiffner, K. Wöhler, Jauernik, Szep-Kis

TV Bittenfeld: Krotz, Gustavsson ( 18. bis 45. Minute); Seitner (5), Schöbinger (2), Prasolov, Schweikardt (5/2), Heib (2), Baumgarten (3), Wehner (7), Hauk (5), Drobek (1)

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Horst Jung