Nachberichte zur Porsche Arena

Als Trainer der weißrussischen Handball-Nationalmannschaft ist Georgi Sviridenko an große Kulissen gewöhnt. Von der Porsche-Arena indes war der Coach des Zweitliga-Spitzenreiters HSG Düsseldorf schwer beeindruckt. „So etwas hätten wir auch gerne bei uns“, sagte er nach dem hart erkämpften 24:24 gegen den TV Bittenfeld. Für den TVB und seine Fans war der Auftritt in Stuttgart wieder einmal ein rauschendes Fest – mit nur kleinen Schönheitsfehlern.

Schwer etwas los war am Freitag rund um die Porsche-Arena und Schleyer-Halle. Am Freitag war die Arena mit 5900 Zuschauern fast ausverkauft, nebenan spielte die Punkgruppe Die Toten Hosen vor 12 000 Zuschauern. Deren Auftritt war auch der Grund dafür, dass die obligatorische Party nach Freitagsspielen nicht im Foyer, sondern im Zuschauerumlauf stattgefunden hat. Zwischen der Porsche-Arena und der Schleyer-Halle besteht ein Verbindungsweg, und der musste aus Sicherheitsgründen freigehalten werden. „Die Party war nicht ganz so gut besucht wie bei den vergangenen Spielen“, sagte Jürgen Schweikardt vom TVB-Marketingteam. Beim Spiel gegen die SG Wallau im März soll wieder im Foyer gefeiert werden.

Ansonsten gab’s das eine oder andere technische Problem. So ging während des Auftritts des Feuerspuckers in der Halbzeit das Licht nicht aus. So hatten die Ersatzspieler Gelegenheit, sich warmzuspielen.

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Unterm Strich waren die Bittenfelder dennoch zufrieden – abgesehen davon, dass sie sich auch heute noch nicht einig sind, ob sie beim 24:24 gegen den Spitzenreiter einen Punkt gewonnen oder verloren haben. Günter Schweikardt, Sportlicher Leiter des TVB, ist der Ansicht, „dass wir den Sieg zu 60, 70 Prozent verdient gehabt hätten“. Auch Trainer Henning Fröschle sprach von einem verlorenen Punkt. Fröschles Düsseldorfer Kollege relativierte. „Wenn ich die Leistung meiner Mannschaft zum Maßstab nehme, war’s für uns ein gewonnener Punkt“, sagte Georgi Sviridenko. „Ein verlorener Punkt war’s, wenn ich die Schiedsrichter ins Fazit mit einbeziehe.“ Kritik üben wollte Fröschle nicht. „Ich sage vielleicht nachher etwas zu ihnen, wenn ich sie treffe“, sagte er bei der Pressekonferenz.“

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Der TVB war die dritte Mannschaft nach Concordia Delitzsch und dem Bergischen HC in dieser Saison, die den Düsseldorfern nicht den Sieg überließ. Vier Punkte haben die Düsseldorfer Vorsprung vor dem Bergischen HC. Die HSG darf sich also noch nicht ausruhen und steht enorm unter Druck, schließlich gibt es nur ein Ziel: Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. Etliche Spieler haben Bundesliga-Niveau, die Fans nicht. In der Zuschauertabelle liegen die Düsseldorfer mit rund 1000 Fans im Schnitt nur auf Platz elf der 2. Bundesliga – und schauen neidisch nach Bittenfeld: Der zweite Auftritt in der Porsche-Arena schraubte die Zuschauerzahl des TVB auf 2290 – Platz eins.

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Zu den Gewinnern der Porsche-Arena zählten nicht nur die Fans, sondern auch Henning Fröschle. Der Trainer machte alles richtig. Nach 25 Minuten brachte er Patrick Kleefeld auf Linksaußen, der 21-Jährige begeisterte mit einer traumhaften Quote von 100 Prozent. Verblüfft hat der Coach auch mit dem nicht für alle nachvollziehbaren Wechsel der Torhüter zur Pause. Schließlich hatte Benjamin Krotz sehr gut gehalten. So bekam Björgvin Gustavsson die Gelegenheit zu zeigen, weshalb ihn die Bittenfelder geholt haben. Der Isländer hielt den TVB mit tollen Reflexen im Spiel – und zeigte sich anschließend ganz entspannt. „Mit diesem Publikum kann man nicht verlieren.“

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Thomas Wagner – www.zvw.de