Krotz magnetisch, Häfner magisch

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat eine knifflige Aufgabe souverän gelöst: Der Tabellenletzte HG Oftersheim-Schwetzingen war in der Gemeindehalle hoffnungslos unterlegen, das 33:22 (16:10) der höchste Zweitligasieg des TVB. Die Erfolgsgaranten: Linkshänder Kai Häfner spielte die HG-Abwehr schwindelig und erzielte bei 14 Versuchen 13 Tore, Torhüter Benjamin Krotz parierte binnen 40 Minuten 18 Bälle.

Die beiden Hauptdarsteller genossen nach dem Spiel zwar das Schulterklopfen der Mitspieler und Fans, sie blieben aber bescheiden. Sicher, sie hätten einen guten Tag erwischt, sagten Kai Häfner und Benjamin Krotz nach ihrem Gala-Auftritt vor rund 1100 Fans. Aber letztlich sei’s ein Erfolg der Mannschaft gewesen. Ein Erfolg, der in dieser Höhe und Souveränität nicht zu erwarten war. Großen Anteil daran hatte auch der Gegner. Nachdem sich die HG Oftersheim-Schwetzingen mit dem Sieg gegen Obernburg im Abstiegskampf zurückgemeldet hatte, mussten die Bittenfelder am Samstag großen Widerstand erwarten. So schwach jedoch, wie sich die HG in der Gemeindehalle präsentierte, wird sie den Ligaverbleib kaum schaffen können. Nur zwei Punkte hatten den TVB und die HG vor dem Spiel getrennt, während der Partie indes wurde ein Klassenunterschied deutlich. Nach dem vierten Saisonsieg des TVB hatte es zunächst nicht ausgesehen. Das Team von Trainer Henning Fröschle kam nur schwer in Tritt. Zu unbeweglich und statisch agierte der Angriff gegen die offensive Deckung der Badener. Es dauerte elf Minuten bis zur ersten Führung (4:3), sechs Minuten später jedoch schien der TVB beim 8:4 seine Nerven im Griff zu haben. Die Defensive um den herausragenden Torhüter Benjamin Krotz und Ludek Drobek, der nach seiner Achillessehnenverletzung sein Comeback feierte, stand stabil. Dass sich die Bittenfelder dennoch keinen größeren Vorsprung erspielten, lag auch am schwachen Überzahlspiel. Während einer Zeitstrafe gegen Matthias Polifka, einen der wenigen Lichtblicke im biederen Gästeteam, kassierte der TVB zwei Gegentreffer zum 9:6. Beim 11:9 (24.) war die HG wieder in Reichweite. Mit einem starken Endspurt sorgte der TVB zur Pause (16:10) für Entspannung – und legte zu Beginn der zweiten 30 Minuten sogar noch einen Zahn zu. Binnen neun Minuten schraubten die Bittenfelder mit acht Toren in Folge den Vorsprung von 14:10 auf 22:10 (37.). Krotz hielt nahezu jeden Ball, und Häfner traf nach Belieben. Oftersheim-Schwetzingen war restlos bedient, auch die Auszeit von Trainer Michael Franz brachte die HG nicht zurück in die Spur. Die beiden Torhüter Andreas Röll und Matthias Baur bekamen kaum einen Ball zu fassen, auf der anderen Seite machte Krotz nach einer überragenden Leistung für Björgvin Gustavsson Platz. Bittenfeld kam bis auf 14 Tore weg. Und hätte der TVB in den letzten zehn Minuten nicht etwas die Konzentration verloren – nur noch dreimal fand der Weg ins Gästetor -, wäre der Tabellenletzte mit einer deftigeren Packung nach Hause gefahren. Für die Bittenfelder jedoch bedeutete das 33:22 den höchsten Sieg im dritten Jahr Zweitligazugehörigkeit. Vier Punkte Polster auf den Abstiegs- und zwei Punkte auf den Relegationsplatz sind allerdings nicht die Welt. Zumal jetzt in Obernburg und Coburg zwei Auswärtsspiele anstehen. Und in der Fremde hat der TV Bittenfeld – abgesehen vom Bietigheim-Spiel – nichts gerissen. TVB: Krotz, Gustavsson; Seitner (6), Schöbinger (4/3), Prasolov (1), Lenz (1), Schweikardt (2), Heib (1), Baumgarten (1), Häfner (13), Wehner (3), Drobek (1). HGOS: Baur, Röll; Hundt (3), Dumitru (2), Heider, Hubert (2), Krätz (3), Zellmer (2), Bogusch (1), Mauer (2), Polifka (6/1), Ewald, Scholl (1). @ Ausschnitte auf sportvideos.zvw.de Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Thomas Wagner