5000 Fans sollen TVB beflügeln

(twa). Beim sechsten Auftritt in der Stuttgarter Porsche-Arena bekommen es die angeschlagenen Bittenfelder Handballer mit einem der drei besten Zweitliga-Teams, der HR Ortenau, zu tun. „Für uns ist das eine Riesenchance, vieles gutzumachen“, sagt TVB-Trainer Henning Fröschle und setzt auf den Rückhalt von mindestens 5000 Fans. Verzichten müssen die Bittenfelder auf die verletzten Ludek Drobek und Marco Hauk. Dafür ist Kai Häfner dabei.

TV Bittenfeld (16. Platz, 5:11 Punkte) – HR Ortenau (3. Platz, 11:5 Punkte/Sonntag, 17 Uhr, Porsche-Arena Stuttgart). Ende September war die Welt bei den Bittenfelder Handballern noch in Ordnung. Mit einer prima Leistung holten sie sich die Punkte in Bietigheim und blickten mit 5:3 Punkten nach oben in der Tabelle. Eine Woche später hätten die dem Titelkandidaten und Tabellenführer Bergischer HC beinahe ein Bein gestellt. In den drei Spielen danach war’s vorbei mit der Herrlichkeit, vor allem die Schlappen in Aue und zu Hause gegen Delitzsch schmerzten. Durch das 28:31 in Wallau rutschte der TVB auf den Relegationsplatz.

Zum ersten Mal stehen die Bittenfelder nun in der Porsche-Arena unter Druck. Mit der HR Ortenau kommt eine der drei Mannschaften, die den Titel wahrscheinlich unter sich ausmachen werden. „Das ist natürlich ein ganz harter Brocken“, sagt TVB-Trainer Henning Fröschle. „Ich sehe das Spiel aber als Riesenchance, vieles gutzumachen, was in den vergangenen drei Spielen schlecht gelaufen ist.“ In Wallau war Fröschle mit der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft zufrieden – auch wenn am Ende die Punkte wieder fehlten. Auch gegen Ortenau müsse sein Team bis an die Grenzen gehen. Darüber sei oft genug gesprochen worden. „Nicht umsonst haben wir uns leidenschaftlichen Handball auf die Fahnen geschrieben.“ Fröschle freut sich, dass die Fans dem TVB in dieser schweren Situation treu bleiben. Die 5000 verkauften Karten seien der Beweise, dass die Region hinter dem TV Bittenfeld stehe.

Der Gegner wird sich von der Kulisse kaum beeindrucken lassen. Der HR Ortenau wird am ehesten zugetraut, in den Zweikampf zwischen der HSG Düsseldorf und dem Bergischen HC eingreifen zu können. Der Vorjahresdritte will mittelfristig wieder zurück in die 1. Bundesliga. Nach einem durchwachsenen Saisonstart mit 5:5 Punkten, die Schwarzwälder verloren in Aue und Coburg, kommt die Mannschaft von Trainer Goran Suton immer besser in Fahrt. Zuletzt stand Tuspo Obernburg beim 34:24 auf verlorenem Posten. Sollte die HR in Stuttgart gewinnen, hat sie im nächsten Heimspiel mit einem Sieg gegen die HSG Düsseldorf die große Chance, zum Titelfavoriten aufzuschließen.

Die Ortenauer sind durchweg hervorragend besetzt. Das fängt im Tor an mit Junioren-Nationalspieler Matthias Ritschel und Daniel Sdunek. Im Rückraum hat sich die HR mit Sandra Catak von der SG BBM Bietigheim verstärkt, der immer besser in Fahrt kommt. Immens wurfgewaltig ist Linkshänder und Junioren-Nationalspieler Jens Schöngarth Die nötige Routine bringen zwei ehemalige Nationalspieler mit: Martin Valo (Slowakei) und Grzegorz Garbacz (Polen). International erfahren sind auch die beiden Außen Vladimir Temelkov (Mazedonien) und Rafal Glinski (Polen).

In der vergangenen Saison schrammte der TVB nur knapp an einem Sieg gegen die HR vorbei. Daraus und aus den stets starken Auftritten in der Porsche-Arena schöpfen die Bittenfelder Hoffnung. „Ein positives Ergebnis wäre ein Befreiungsschlag“, sagt Fröschle, der die Einsatzzeiten seiner Spieler ändern will. Zuletzt war dem TVB in der Schlussphase die Luft ausgegangen. „Wir müssen 60 Minuten volle Pulle gehen können.“ Nicht dabei sein werden Marco Hauk (Kieferbruch) und Ludek Drobek (Achillessehnenbeschwerden). Dafür ist Kai Häfner frei. Adrian Wehner war die Woche über krank, Jürgen Schweikardt hat wegen einer aufgeschlagenen Lippe nur reduziert trainiert.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Thomas Wagner