Den Hintern zusammenkneifen

(twa). Drittletzter ist der TV Bittenfeld nach sieben Spieltagen in der 2. Handball-Bundesliga, die jüngsten Leistungen waren sehr dürftig. Nun hofft Trainer Henning Fröschle bei der SG Wallau morgen auf den „Befreiungsschlag“. In der vergangenen Runde bezwang der TVB die SG zweimal. Fehlen werden die beiden Linkshänder Kai Häfner und Marco Hauk.

SG Wallau (14. Platz, 6:8 Punkte) – TV Bittenfeld (16. Platz, 5:9 Punkte/Samstag, 19.30 Uhr, Sporthalle Wiesbaden). Deprimierend war die Vorstellung des TVB beim 21:32 gegen den SV Concordia Delitzsch. Weil sich die Bittenfelder im Spiel zuvor in Aue ebenfalls in der Schlussphase hatten vorführen lassen, kamen die ersten Selbstzweifel beim TVB auf. „Vor der Saison hatten wir gedacht, wir hätten das beste Team, das wir jemals hatten“, sagt TVB-Trainer Henning Fröschle. Derzeit mache seine Mannschaft allerdings nicht den Eindruck, als wolle sie dieses Urteil bestätigen.

„Das Problem ist, dass ein paar Leistungsträger schwächeln“, sagt er. „Wenn sich beispielsweise Jürgen Schweikardt nicht schnell erholt, wird’s ganz schwer.“ Er sei ein Führungsspieler, auf den der TVB nicht verzichten könne. „Von dieser Sorte haben wir nicht so viele.“ An personellen Alternativen fehlt’s den Bittenfeldern auf vielen Positionen. Nicht erklären kann sich Fröschle, warum seine Mannschaft in den jüngsten Spielen in der Schlussphase eingebrochen ist. „Dabei spielen wir eine ordentliche Abwehr.“ Total zum Erliegen gekommen sei das Gegenstoßspiel. „Der Balltransport nach vorne funktioniert nicht, die Spieler lösen die Aufgaben nicht situationsgerecht.“ In der Vorbereitung habe dies alles phasenweise sehr gut geklappt. „Da sieht man, dass der Wettbewerb doch etwas ganz anderes ist.“

Trotz der schlechten Phase gebe es noch keinen Grund, in Panik zu verfallen. Fröschle will auch nicht aufs schwere Programm schauen, das auf den TVB in den nächsten Wochen zukommt. Für ihn zählt jetzt nur Wallau. „Vielleicht gelingt uns ja dort der Befreiungsschlag, wir müssen einfach jetzt den Hintern zusammenkneifen.“ Hoffnung macht Fröschle, dass das Team von Trainer Mike Fuhrig auch nicht gerade überzeugend in die Saison gestartet ist und – wie der TVB – sehr schwankende Leistungen zeigte. So verlor die SG zum Saisonauftakt überraschend zu Hause gegen den EHV Aue mit 22:30 zuletzt in Obernburg mit 23:30. Dem gegenüber stehen Sieg in Delitzsch (26:25) und Hüttenberg (27:26). Gegen die Top-Teams HSC Coburg (33:35) und HR Ortenau (30:31) hielten die Wallauer prima mit.

In der vergangenen Saison gewannen die Bittenfelder zweimal gegen Wallau (24:21 und 26:24). Dabei kamen sie mit der ungewöhnlichen Deckung des Gegners einigermaßen zurecht: Die SG agierte auf der Halbposition des Gegners auf Ballseite offensiv. Ansonsten habe die SG eine schnelle und gute Mannschaft, die auch von der Körpergröße etwas darstelle.

Im linken Rückraum spielt der 18-jährige Steffen Fäth, der mit Zweifachspielrecht beim Erstligisten Rhein-Neckar-Löwen ausgestattet ist. Mit Tim Plattner hat die SG auf dieser Position eine starke Alternative. Trainer Mike Fuhrig hat gegen den TVB womöglich nicht sein bestes Team beisammen: Spielgestalter Christian Zölls und Kreisläufer Sebastian Linder kehrten angeschlagen aus Obernburg zurück.

Beim TVB fehlt nach seinem Kieferbruch weiterhin Marco Hauk. Für ihn wird David Krammer aus dem Landesligateam sein Saisondebüt feiern. Kai Häfner wird für Erstligist FA Göppingen im Einsatz sein, am Sonntag in einer Woche beim Spiel in der Porsche-Arena gegen den HR Ortenau aber wieder ins Team zurückkehren.

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung – Thomas Wagner