Souveräner Heimsieg für die WILD BOYS

Überraschend wenig Probleme hat der Handball-Zweitligist TV Bittenfeld gestern Abend mit dem TV Hüttenberg gehabt. Vor 1553 Zuschauern in der Scharrena beherrschte der TVB den Gegner beim 33:24-Sieg (16:9) über 60 Minuten hinweg, beendete seine Serie von drei sieglosen Spielen und schob sich vorübergehend wieder auf den zweiten Tabellenplatz.

Der Drittletzte der Liga hatte mit etlichen knappen Resultaten gegen Top-Teams aufhorchen lassen und den TV Großwallstadt sogar besiegt. Respekt war also angebracht, zumal die Bittenfelder zuletzt keinesfalls Angst und Schrecken verbreitet hatten.

Der Hüttenberger Trainer Axel Spandau hatte im Vorfeld angekündigt, für den TVB die eine oder andere taktische Überraschung parat zu haben. Und tatsächlich: Die Gäste agierten wechselweise in der 4:2- oder 5:1-Formation oder versuchten es kurzzeitig mit einer Manndeckung. Der TVB indes war darauf gut vorbereitet. Die Absprechen in der Hüttenberger Defensive funktionierten nicht wirklich, die Bittenfelder hebelten die Deckung immer wieder clever aus. Allen voran Michael Schweikardt nutzte die Freiräume und setzte seine Mitspieler sehr gut in Szene.

Mindestens genauso große Schwierigkeiten hatte Hüttenberg in der Offensive. Der TVB zwang die biederen Gäste oft ins Zeitspiel, einzig über den Kreis fanden sie hin und wieder eine Lücke. Das indes reichte freilich nicht, um Bittenfeld gefährlich zu werden.

Bis zum 9:6 nach einer guten Viertelstunde blieb der Drittletzte noch dran, mit einem Zwischenspurt zog Bittenfeld den Gästen schnell den Zahn. Nach 24 Minuten stand’s 14:6, zur Halbzeit war beim 17:9 gegen die überforderten Hüttenberger bereits die Vorentscheidung gefallen. Die Torhüter Matthias Ritschel und Konstantin Poltrum bekamen kaum einen Ball zu fassen. Auch hier war der TVB mit Jürgen Müller, wie auf allen anderen Positionen auch, klar im Vorteil. Der einzige Gästespieler, der Akzente setzte, war der junge Rückraumspieler Patrick Schmidt.

Nach der Pause änderte sich nichts in der ungleichen Begegnung – im Gegenteil: Hüttenberg ließ sich immer wieder den Ball abluchsen von der aufmerksamen TVB-Abwehr, und die Konter saßen. Das Heimteam schraubte den Vorsprung über 19:9 (32.) auf 26:14 (43.). Hüttenberg war auf dem besten Weg, in ein Debakel zu schlittern. Zum Glück für die Gäste ließ beim TVB angesichts des klaren Vorsprungs die Konzentration nun hinten wie vorne bisweilen etwas nach.

Entschieden war die Partie zu diesem Zeitpunkt längst, beim 32:19 sieben Minuten war dem Ende war der höchste Vorsprung erreicht. Größer wurde er nicht, weil der Bittenfelder Trainer die Gunst der Stunde nutzte und allen Akteuren Spielanteile gab. Auch ein Debüt gab’s zu feiern: Mark Leinhos vom Perspektivteam durfte vier Minuten vor dem Ende für Lars Friedrich im rechten Rückraum ran. Um ein Haar hätte es zu einem Treffer gereicht für den Linkshänder.

Am Ende dürfte er mit dem 33:24-Sieg ebenso zufrieden gewesen sein wie die TVB-Fans, die am dritten Advent einen besinnlichen, aber unterhaltsamen Abend erlebt haben.

Weil die Rimpar Wölfe erst am Mittwoch in Emsdetten spielen, schob sich der TVB wieder auf Rang zwei. Am Freitag (20 Uhr) bereits steht das nächste Heimspiel gegen TUSEM Essen an.

TV Bittenfeld 1898:
Müller, Jerkovic – Schimmelbauer (6), Schöbinger (2), Kienzle (3), Weiß (3), Schweikardt (7/4), Friedrich (3), Baumgarten (2), Bischoff, Sundberg (2), Seiz (1), Leinhos, Kretschmer (4).

TV Hüttenberg:
Ritschel, Poltrum – Lambrecht (2), Wernig (2), Warnke, Zörb, Mraz (1), Fernandes (2), Bubalo, Mappes (1), Hofmann (4), Schmidt (9/3), Semmelroth (3), Ludwig.