Das Derby aller Derbys vor 3.700 Fans

Weihnachten ist vorüber, jetzt wünschen sich die SG BBM Bietigheim und der TV Bittenfeld eine nachträgliche Bescherung in Form eines Derby-Sieges. Die Bietigheimer sind heute Abend vor 3700 Fans in der Ludwigsburger MHP-Arena im Vorteil, der TVB will an die Form aus den jüngsten Heimspielen gegen Erlangen, Göppingen und Essen anknüpfen.

Zu besonderen Anlässen weicht die SG BBM Bietigheim von der heimischen Viadukthalle in die größere und modernere MHP-Arena nach Ludwigsburg aus. Heute Abend ist es wieder so weit: Das prestigeträchtige Duell zwischen der SG und dem TV Bittenfeld bekommt seinen würdigen Rahmen – und lockt die Massen. Karten gibt’s schon länger keine mehr. Bleibt die Frage, ob die Arena komplett in der Hand der Bietigheimer Anhänger ist oder ob die Bittenfelder Fans einigermaßen Paroli bieten können. „Wir müssen uns überraschen lassen“, sagt der TVB-Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. In den vergangenen Tagen seien viele Kartenanfragen eingegangen. „Ich hoffe, dass sich unsere Fans zeitnah um Karten gekümmert haben.“

Ein bisschen Unterstützung könnten die Bittenfelder sicher gebrauchen. Die Fakten sprechen im Grunde für Bietigheim: Das Team von Trainer Hartmut Mayerhoffer liegt mit 25:11 Punkten auf Rang zwei und damit auf einem Aufstiegsplatz, der TVB ist mit 19:17 Zählern lediglich Zwölfter. Die SG hat in dieser Saison nur ein Heimspiel verloren, beim 26:28 gegen den Tabellenzweiten TSG Friesenheim. Der TVB hat nur zwei von neun Auswärtsspielen für sich entschieden. Und: Zwei Punktspielsiege hintereinander sind den Bittenfeldern zuletzt Ende September gelungen.

Andererseits: Mit seinen jüngsten Auftritten vor heimischem Publikum gegen Göppingen, Erlangen und Essen hat der TVB bewiesen, dass er mit den Besten der Liga durchaus mithalten kann. In diese besagte Reihe der Besten gehören – bis jetzt zumindest – die ungemein stabil auftretenden Bietigheimer. Wobei sie nicht immer überragend spielten. „Für uns ist dies das Derby schlechthin“, sagt Jürgen Schweikardt. Bietigheim sei aufgrund der Tabellensituation und des Heimvorteils der Favorit. „Andererseits haben wir in dieser Saison schon öfter gezeigt, zu welchen Leistungen wir fähig sind. Beispielsweise gegen Göppingen, Erlangen, Essen oder auch in Nordhorn.“ Er sei sich im Klaren darüber, dass der TVB auf einen starken Gegner treffe, der seine „super Hinrunde“ mit einem Sieg krönen wolle.

Eine starke Vorrunde spielten die Bittenfelder nicht, ein Derbysieg wäre jedoch ein versöhnlicher Abschluss. Dazu müsse jedoch das „Gesamtpaket“ stimmen mit einer sehr guten Torhüter- und Abwehrleistung und mutigem Angriffsspiel, sagt der Trainer. Die Bietigheimer mussten sich zuletzt im Spitzenspiel beim Tabellenführer HC Erlangen mit 18:26 geschlagen geben. Dieses Resultat bei einem der heimstärksten Teams der Liga ist für Schweikardt aber kein Maßstab.

Bei den Bietigheimern ist seit dieser Saison nicht nur der Trainer neu, Hartmut Mayerhoffer ersetzte Jochen Zürn. Mit dem Torhüter Jan Kulhanek und dem Linkshänder Hannes Lindt habe sich die SG „gut und sinnvoll“ verstärkt, sagt Schweikardt.

Große Stärke der Bietigheimer sei die stabile Abwehr und die erste und zweite Welle, mit Timo Salzer und Andreas Blodig verfüge die SG über zwei starke Spielgestalter. Ein Wiedersehen gibt’s mit dem Ex-Bittenfelder Thorsten Salzer. „Bietigheim hat eine homogene Mannschaft, in der jeder Spieler seine Aufgabe erfüllt“, sagt Schweikardt. „Die SG hatte aber auch das eine oder andere Mal das nötige Glück und hat die engen Spiele für sich entschieden.“

Während bei Bietigheim der gefährliche Rechtsaußen Christian Schäfer mit einem Kreuzbandriss ausfällt, tritt der TVB in Bestbesetzung am. Linksaußen Tobias Schimmelbauer, der gegen Essen nach überstandener Ellenbogen-Operation ein Kurz-Comeback feierte, ist wieder dabei. Der eine oder andere Spieler habe über Weihnachten ein bisschen gekränkelt, alle seien aber auf dem Weg der Besserung. „Wir werden noch mal alles reinhauen“, sagt Schweikardt.