Kein Nervenkitzel: WILD BOYS souverän

Handball-Zweitligist TV Bittenfeld hat sein letztes Heimspiel in diesem Jahr souverän gewonnen. Vor 5179 Fans in der Porsche-Arena besiegte der TVB den Erstliga-Absteiger TUSEM Essen verdientermaßen mit 33:27 (18:15). Dennis Szczesny war mit neun Treffern der erfolgreichste Werfer, Florian Schöbinger organisierte die Defensive sehr gut.

Aufatmen beim TVB: Nach der dürftigen Leistung in Saarlouis ließ er gestern gegen den müden Tabellensechsten TUSEM Essen nichts anbrennen. Die obligatorische Anfangsnervosität, in der lediglich der Torhüter Daniel Sdunek hellwach war, legten die Bittenfelder schnell ab. Grundstein hierfür war die über weite Strecken konzentrierte Defensive, die den zweitbesten Angriff der Liga ordentlich beschäftigte.

Nach zwölf Minuten führte der TVB mit 6:3. In Unterzahl erhöhte der starke Dennis Szczesny auf 10:7 (17.), Florian Schöbinger gar auf 13:8 (20.). Der Essener Trainer Mark Dragunski holte seine Spieler an die Seitenlinie – und die Ansprache zeigte Wirkung. Die Gästeabwehr agierte entschlossener, vorne kam Philipp Pöter mit Schlagwürfen zum Erfolg. Beim 14:13 (25.) war der TUSEM wieder dran, auch bei der 18:15-Führung des TVB zur Halbzeit war alles drin für den Ex-Erstligisten.

Die große Aufholjagd indes startete er in den zweiten 30 Minuten nicht. Die Bittenfelder Abwehr zwang die Essener Angreifer zu ungenauen Abschlüssen oder Abspielfehlern. Die nutzte der TVB eiskalt und hatte sich beim 23:18 (36.) schnell ein nettes Polster geschaffen.

Bis zum 26:23 (44.) durfte Essen auf die Wende hoffen. Nach vier schnellen Toren durch Simon Baumgarten, Alexander Heib (2) und Dominik Weiß zum 30:23 war zehn Minuten vor dem Ende der Widerstand der Essener jedoch gebrochen. Sie fanden längst keine Lösungen mehr gegen das Bittenfelder Abwehrbollwerk.

Auch die eigene Defensivabteilung bekam keinen Zugriff mehr auf die Bittenfelder. Dragunski versuchte es in den letzten Minuten mit seiner jungen Garde. Aber wohl kaum in der Hoffnung, dem Spiel noch eine Wende geben zu können. Eher schon, um den Talenten Spielpraxis zu geben. Angesichts des sicheren Vorsprungs spielte der TVB die Partie unaufgeregt und locker zu Ende bis zum hochverdienten 33:27-Sieg.

Noch indes ist das Handballjahr für die Bittenfelder nicht beendet: Am kommenden Freitag müssen sie in der Ludwigsburger MHP-Arena gegen die SG BBM Bietigheim ran.

TV Bittenfeld 1898: Müller, Sdunek; Schimmelbauer, Schöbinger (3), Kienzle (2), Weiß (2), Schweikardt (6/2), Friedrich (2), M’Bengue, Jungwirth, Baumgarten (5), Seiz (2), Szczesny (9), Heib (2).

TUSEM Essen: Bliß, Stecken; Kühn (3), Keller (1), Leenders, Pöter (3), Bouali, Pieczkowski (4), Lasse Seidel (6/3), Hornyak (2/1), Pinto (2), Ridder, Kropp (6).