TVB überwintert auf Aufstiegsplatz

Die Zweitliga-Handballer des TV Bittenfeld können hochzufrieden in die lange Winterpause gehen. Höhepunkt war
der 41:25-Kantersieg über Leipzig am Mittwoch in der ausverkauften Porsche-Arena. Ein Sahnehäubchen gab’s
obendrauf: Die Bittenfelder sind auf einen Aufstiegsplatz vorgerückt. „Das Ziel muss sein, den zu verteidigen“, sagt Trainer Günter Schweikardt.

Besser hätte es für den TVB nicht laufen können. Die zweite Hälfte in der Stuttgarter Porsche-Arena vor 6180 Zuschauern war eine Demonstration der Stärke. Das Team spielte wie aus einem Guss und führte den SC DHfK Leipzig vor. Und dann die Nachricht: Der bisherige Tabellendritte TV Hüttenberg hatte im Heimspiel gegen den
abstiegsgefährdeten TuS Ferndorf gepatzt (27:30). „Das war eine große Überraschung“, sagt Schweikardt. Somit kletterte der TVB zum Ende der Vorrunde auf den Aufstiegsplatz, auch die HSG Nordhorn-Lingen zog an den Hüttenbergern vorbei. „Dass wir jetzt Dritter sind, ist natürlich toll.“ Ebenso zufrieden war der TVB-Coach mit dem Auftritt seiner Mannschaft in der zweiten Hälfte gegen Leipzig. „Wir hatten einen schönen Spielfluss und haben den Gegner sehr unter Druck gehalten.“

Ein Knackpunkt sei die Umstellung von der 5:1-Deckung auf das defensivere 6:0 gewesen. Damit kamen die Gäste nicht zurecht. Die Bittenfelder liefen einen Tempogegenstoß nach dem anderen, die Torausbeute war fast optimal. Und das vor dieser Kulisse: „Es war eine ganz tolle Atmosphäre. Wir waren erfreut, dass so viele Karten an der Abendkasse weggegangen sind.“ Am Ende der Partie gab Schweikardt seinen jungen Spielern, Dennis Szczesny, Michael Seiz und Martin Kienzle, Einsatzzeit. Sehr zur Freude des Trainers zahlten sie das Vertrauen mit guten Leistungen zurück.

So rundum gelungen die zweite Hälfte der Partie war, so holprig waren streckenweise die ersten 30 Minuten verlaufen. Der TVB stand nach der unglücklichen 23:24-Niederlage in Erlangen unter Druck, ein Sieg musste her. Außerdem sei die Anspannung vor der Partie in der voll besetzten Porsche-Arena groß gewesen, so Schweikardt.„Da war ein bisschen Sand im Getriebe.“ Dennoch habe das Team von Anfang an mit hohem Tempo gespielt. Aus einem Ein-Tore-Rückstand machte die Mannschaft bis zur Halbzeit eine 17:14-Führung. Die baute das Team innerhalb kürzester Zeit aus. Daraufhin hätten sich die Leipziger nichts mehr zugetraut.

Schweikardt: „Wir können mit der Vorrunde sehr zufrieden sein“

Der TVB hat sich in der Vorrunde unter den Spitzenteams der Liga etabliert. Schweikardts Zwischenfazit fällt entsprechend positiv aus: „Wir können sehr zufrieden sein.“ Und nicht nur aufgrund der sportlichen Situation. Auch der Umzug in die Scharrena nach Stuttgart hat hervorragend geklappt. „Wir hatten die Unsicherheit, ob die Zuschauer mitgehen. Aber die Halle ist sehr gut angenommen worden.“ Das belegt der Schnitt von 1564 Zuschauern in den Heimspielen des TVB. Die Mannschaft fühle sich inzwischen ebenfalls heimisch in Stuttgart. Nur einen Punkt ließ sie dort in der Vorrunde liegen.

Das unnötige 28:28 gegen Hildesheim war indes nicht der einzige Rückschlag für die Bittenfelder. „Es waren Niederlagen dabei, die hätten wir vermeiden müssen.“ Günter Schweikardt nennt als Beispiele die Pleite in Erlangen und das 30:33 am zweiten Spieltag in Rostock. Besonders bitter war die 24:32-Klatsche bei den Bietigheimern. Und gegen die Ligafavoriten Emsdetten (26:32) und Bergischer HC (26:34) war kein Kraut gewachsen. Um auf Augenhöhe zu sein, fehlt dem TVB noch ein gutes Stück. „Aber wir haben uns im Verlauf der letzten Wochen stabilisiert.“ In anderen Partien unterlag Bittenfeld nur knapp.

Allerdings gab’s auch ebenso knappe Siege. Klasse gewesen sei das 23:22 in Eisenach. Gut integriert sind inzwischen die Neuzugänge Jürgen „Krake“ Müller (Tor), Peter Jungwirth, Lars Friedrich, Michael Schweikardt und Dennis Szczesny. Bei allen sieht der Trainer aber noch Luft nach oben. Besonders freilich beim erst 18-jährigen Szczesny. Eine positive Entwicklung bescheinigt Günter Schweikardt den Nachwuchskräften Martin Kienzle und Michael Seiz, die auch erst seit dieser Saison im Kader der ersten Mannschaft sind.

Nach der langen Vorrunde sei es nun wichtig, die Köpfe frei zu bekommen. Das nächste Ligaspiel bestreitet der TVB erst am 9. Februar 2013. Die Partie findet in Aue
statt. Am 14. Januar beginnt wieder das Mannschaftstraining, bis dahin müssen sich die Spieler individuell fit halten. „Unser Fokus liegt darauf, sehr gut in die Rückrunde zu starten“, sagt Schweikardt. Denn wer auf einem Aufstiegsplatz steht, will ihn nicht mehr hergeben.