„Wir wissen, was uns dort erwartet“

Im letzten Auswärtsspiel in diesem Jahr wartet auf den TV Bittenfeld kurz vor Weihnachten eine ganz harte Nuss: Viermal trat er in Erlangen an, viermal musste er sich geschlagen geben. „Wir wissen, was uns dort erwartet“, sagt der Trainer Günter Schweikardt. „Umso reizvoller ist die Aufgabe.“ Prunkstück des HCE ist die Abwehr, nur Emsdetten hat weniger Treffer kassiert.

20:21, 28:34, 26:30 und 21:22 – das ist die ernüchternde Bilanz des TV Bittenfeld bei seinen Auftritten in Erlangen. Der Vorjahresvierte hat sich nach 3:11 Punkten zum Saisonauftakt längst gefangen. In den jüngsten neun Spielen musste er sich nur einmal geschlagen geben, siegte unter anderem beim Tabellenzweiten Bergischer HC mit 28:24. Fast schon traditionell trumpft der HCE auch in dieser Spielzeit mit einer der besten Defensiven der Liga auf: In 16 Spielen mussten die Torhüter nur 385-mal hinter sich greifen, weniger ließ nur der Tabellenführer TV Emsdetten zu (380). Zudem sind die Franken auf heimischem Boden ähnlich stark wie der TVB: Nur einmal, beim 20:29 gegen Eisenach, hatten sie das Nachsehen.

„Wir wissen, dass Erlangen ausgesprochen heimstark ist“, sagt der Bittenfelder Trainer Günter Schweikardt. „Aber Eisenach hat es uns vorgemacht, wie es gehen könnte.“ Apropos Eisenach: Mitte September knackten die Bittenfelder gegen diesen Gegner eine noch schlimmere Negativserie: In sechs Auswärtsspielen in der Werner-Aßmann-Halle waren die Bittenfelder ohne Punkt geblieben und setzten sich in dieser Spielzeit überraschend mit 23:22 durch. „Wenn wir in Erlangen punkten könnten, wäre das natürlich ein riesiger Schritt für uns“, sagt Schweikardt. „Wir wollen jedenfalls einen guten Gegner abgeben und hoffen auf ein spannendes Spiel.“

Trotz des ersten Punktverlustes in der Scharrena beim 28:28 gegen Eintracht Hildesheim sind die Bittenfelder noch glänzend positioniert. Ein Punkt fehlt zum Dritten TV Hüttenberg, zwei Zähler Rückstand sind’s zum Zweiten Bergischer HC. In der Wuppertaler Unihalle treffen die beiden Konkurrenten morgen direkt aufeinander. Bei einem Bittenfelder Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage der Hüttenberger kletterte der TVB vor dem Spiel gegen Leipzig am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Porsche-Arena auf den dritten Rang.

Dazu indes brauchen die Bittenfelder morgen (20 Uhr) eine ziemlich gute Leistung. Allen voran im Angriff. Gegen die aggressive und eingespielte 5:1-Deckung des HC Erlangen werden sich dem TVB keine Unmengen von Möglichkeiten eröffnen. Zudem steht hinter der HCE-Deckung mit Andreas Bayerschmidt ein Torhüter, der schon so manchem Gegner den Zahn gezogen hat. „Er hält mit seiner Routine in den entscheidenden Phasen die wichtigen Bälle“, sagt Schweikardt. Sein Team müsse sich seine Chancen gut erarbeiten und sie in „hoher Prozentzahl“ verwerten. Mit der Quote aus dem Hildesheim-Spiel wird der TVB die Erlanger nicht gefährden können.

Aus ihrer flinken Abwehr heraus kommen die Erlanger immer wieder zu Kontern, ihrer zweiten großen Stärke. Mit den schnellen Außen Daniel Stumpf und Benedikt Schwandner hat der HCE dazu die passenden Spieler.

Sehr variabel spielen die Franken auch im Rückraum. Mit Georg Münch, der eine Handballpause einlegt, fehlt ihnen in dieser Saison zwar ein wichtiger Spieler. Im Oktober holte sich der Bittenfelder Gegner Verstärkung: Vom insolventen SV Post Schwerin kam Moritz Weltgen. Zuvor hatte sich Erlangen die Dienste des dänischen Kreisläufers und Nationalspielers Rasmus Hansen (Viborg HK) gesichert.

Als Favorit werden die Bittenfelder morgen nicht in die Partie gehen, doch Günter Schweikardt sieht durchaus eine Siegchance. Und an Selbstvertrauen dürfte es dem TVB nicht mangeln, immerhin ist er seit fünf Spielen unbesiegt.

Personell sieht’s gut aus. Adrian Wehner hat einen Weisheitszahn gezogen bekommen und bis Mittwoch nicht trainiert. Morgen indes wird er wieder bei Kräften sein. Damit tritt der TV Bittenfeld in Bestbesetzung an.

  HC Erlangen
TV Bittenfeld
Bester Werfer
Tore/Siebenmeter
Daniel Pankofer
82/21
Lars Friedrich
92/25

Ältester Spieler
Geburtsdatum

Andreas Bayerschmidt
2. Januar 1977
Daniel Sdunek
22. Januar 1980
Heimbilanz (S – U – N) 4 – 2 – 1 7 – 1 – 0
Auswärtsbilanz (S – U – N) 3 – 1 – 5 3 – 1 – 4
Zuschauerschnitt Heimspiele 1238 1564