Nicht mit zwei Negativerlebnissen in die Pause

Das letzte Spiel in diesem Jahr ist für den Handball-Zweitligisten TV Bittenfeld heute ein besonders schweres: Der ThSV Eisenach gehört zu den heimstärksten Teams. Der TVB hat dies in den vergangenen vier Spielzeiten erfahren: Noch nie brachte er einen Punkt mit. „Eine geringe Leistungssteigerung gegenüber dem Aue-Spiel wird nicht reichen“, sagt TVB-Trainer Schweikardt.

Hätten die Bittenfelder ihre Pflichtaufgabe gegen den EHV Aue am Sonntag erfüllt, könnten sie zum letzten Spiel in diesem Jahr ganz entspannt anreisen. Selbst bei einer Niederlage heute in Eisenach wäre der TVB auf Platz drei in die fünfwöchige WM-Pause gegangen.

So läuft er nicht nur Gefahr, das Jahr mit zwei Niederlagen zu beenden und schlimmstenfalls auf Rang acht abzurutschen. Auch das Polster auf den ersten Abstiegsplatz würde bei einer Niederlage auf fünf Punkte schmelzen – mindestens. Sollten die Bergischen Löwen ihre am Grünen Tisch verlorenen Punkte wieder zurückgewinnen, wären’s nur noch drei.

Eisenach gab daheim nur drei Punkte ab

Das wäre durchaus ein Grund, ein bisschen nervös zu werden. Zumal der TVB schwere Spiele vor sich hat nach der WM-Pause (siehe Artikel rechts). „Ich kenne unser Programm“, sagt TVB-Trainer Günter Schweikardt. Sicherlich blicke er in erster Linie von Spiel zu Spiel. „Gleichzeitig muss man sich aber auch vor Augen führen, was auf uns zukommt.“

Beispielsweise heute Abend eines der seit Jahren heimstärksten Teams der 2. Liga. Viermal traten die Bittenfelder seit ihrer Ligazugehörigkeit in Eisenach an, jedes Mal kehrten sie mit leeren Händen aus der Wilhelm-Aßmann-Halle zurück. In dieser Saison bestanden dort lediglich der Bergische HC, der zum Saisonauftakt beim 32:32 einen Punkt entführte, und der souveräne Tabellenführer TV Hüttenberg. Der siegte mit 37:32.

Der Rest der Liga war mehr oder weniger chancenlos. Unter anderem die SG BBM Bietigheim (27:32), Erstligaabsteiger HSG Düsseldorf (24:34), der OSC Rheinhausen (20:36) und die SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen (32:40). „Wir fahren als klarer Außenseiter nach Eisenach“, sagt Schweikardt. „Vor allem nach unserer Leistung gegen Aue.“

Der TVB müsse einen außerordentlich guten Tag erwischen, um in Eisenach eine Chance zu haben. „Es wird schwer, unser Spiel gegen Aue von heute auf morgen vergessen zu machen.“

Die Eisenacher boten zuletzt – auswärts – dem Bergischen HC die Stirn und unterlagen nur knapp mit 32:34. Auch in den drei Spielen davor blieb der ThSV ohne Punkte: 18:22 in Erlangen, 32:37 gegen Hüttenberg und 31:36 in Saarlouis.

Momentan liegen die Eisenacher auf dem neunten Rang, der für die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga reichen würde. Gemessen an der Qualität ihres Kaders, gehören die Eisenacher dort auch hin.

Mit dem abwehrstarken tschechischen Nationalspieler Petr Huby (Halle), dem Torjäger Erik Kaluzinski (Hannover), Alexander Koke (Kassel) und Gabor Langhans vom Erstligisten Füchse Berlin verstärkte sich der Bittenfelder Gegner gezielt.

Sehr gut besetzt ist Eisenach im Tor mit Radek Musil und Stanislaw Gorobtschuk sowie im Rückraum mit Daniel Luther, Girts Lilienfelds und eben den Neuen Langhans, Kaluzinski und Koke. Zudem: Der tschechische Nationalspieler Tomas Sklenak gehört zu den besten Aufbauspielern der Liga.

Beim TV Bittenfeld werden nach wie vor Ludek Drobek nach seinem Bandscheibenvorfall und Jens Baumbach (Ellbogenverletzung) fehlen. Marcel Lenz feierte zwar gegen Aue ein kurzes Comeback, er soll aber im Perspektivteam Spielpraxis sammeln. Für ihn wird Marvin Gille nach Eisenach mitfahren.

Auch der Einsatz des dritten Torhüters Felix Schmidl gegen Aue blieb eine Ausnahme. Günter Schweikardt belohnte Schmidl, der mit Zweifachspielrecht bei der SG Pforzheim/Eutingen ausgestattet ist, mit dem Spiel vor großer Kulisse.