Training an Heiligabend, Spiel an Weihnachten

Im Abschlusstraining heute Vormittag holen sich die Bittenfelder Zweitliga-Handballer den Feinschliff für die Partie am Sonntag gegen den EHV Aue. Im Hinspiel unterlag der TVB mit 30:35. Es dürfte also keinen Grund geben, den 15. der Tabelle zu unterschätzen. Rund 5000 Fans sollen den TVB zum zehnten Sieg im zehnten Heimspiel brüllen. TV Bittenfeld (3. Platz, 24:10 Punkte) – EHV Aue (15. Platz, 11:23 Punkte/Sonntag, 18 Uhr, Porsche-Arena).

Sollten die Bittenfelder Handballer bis heute nicht alle Weihnachtsgeschenke besorgt haben, könnte es eng werden. Viel Zeit für den Last-Minute-Kauf bleibt nämlich nicht: Heute Vormittag bittet TVB-Trainer Günter Schweikardt zum Abschlusstraining vor dem Spiel übermorgen gegen den EHV Aue.

Zum dritten Mal in dieser Saison weichen die Bittenfelder nach Stuttgart aus. Und gut eine Woche nach dem Derby gegen Bietigheim wird die Porsche-Arena wieder gut gefüllt sein. Rund 4700 Karten sind verkauft, mit mindestens 5000 Fans rechnet der TVB.

Aue ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben

Im letzten Heimspiel für sechs Wochen will der Tabellendritte seinen Zuschauern noch mal etwas bieten. „Unser Sieg gegen Bietigheim ist nur etwas wert, wenn wir auch Aue schlagen“, sagt Trainer Günter Schweikardt. Das dürfte nicht so einfach werden, wie es der Blick auf die Tabelle vielleicht vermuten lässt. Der EHV Aue hat vier Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz.

Damit war nach dem starken Saisonauftakt und 5:1 Punkten nicht zu rechnen. Eine Menge Selbstvertrauen hatte sich Aue ausgerechnet im ersten Spiel beim 35:30-Sieg gegen Bittenfeld geholt. „Ich erinnere mich noch sehr gut an das Spiel“, sagt Schweikardt. Über die gesamte Spielzeit lief der TVB einem Rückstand hinterher und musste sich deutlich geschlagen geben.

Nach dem Traumstart kehrte Ernüchterung ein beim EHV. In 14 Spielen sammelte er gerade einmal sechs Punkte. Vor zwei Wochen besiegte der Bittenfelder Gegner den HC Erlangen mit 30:22 und sprach von einem „Befreiungsschlag“. Keine Chance indes hatte der EHV zuletzt beim 25:36 beim Bergischen HC. Auswärts gab’s bisher nur einen Punkt – 24:24 in Coburg. Auch wenn der TV Bittenfeld als klarer Favorit ins Spiel geht: Schweikardt warnt eindringlich. „Im Hinspiel hat man gesehen, welch’ große Probleme wir hatten.“

Personell bringt der EHV alles mit, um die Qualifikation zur eingleisigen 2. Liga zu schaffen. Sehr gut besetzt ist er im Tor mit dem Ex-Eisenacher Timo Meinl und dem Letten Mareks Skabeikis. Jede Menge Routine bringt der tschechische Rechtsaußen Zbynek Vesely mit. Prunkstück ist jedoch der Rückraum. Der estische Nationalspieler Janar Mägi kommt immer besser in Fahrt, größte Schwierigkeiten hatten die Bittenfelder im Hinspiel mit dem isländischen Linkshänder Agnar Agnarsson. Mit dem bulligen Alexander Matschos auf Halblinks und Spielgestalter Eric Meinhardt haben die Bittenfelder nicht immer gute Erfahrungen gemacht.

Beim TVB wird Marcel Lenz möglicherweise sein Comeback feiern. Der 21-Jährige war wegen einer Knieverletzung monatelang ausgefallen. Nun hat er sich herangearbeitet, vergangenes Wochenende kam er im Perspektivteam zu einem Kurzeinsatz. Sollte Lenz doch noch einmal aussetzen, rückt Marvin Gille in den Kader. Nach wie vor nicht dabei sein werden Ludek Drobek (Bandscheibenvorfall) und Jens Baumbach (Ellbogenverletzung). Auf keinen Fall dabei sein wird Martin Kienzle. Der wäre bei einem weiteren Einsatz festgespielt und fehlte dem Landesligateam.